Bestellbetrug im Internet?

Shoppen mit nur ein paar Klicks? Dies ist mittlerweile kein Problem mehr, Online-Shopping ist bei den deutschen so beliebt wie nie zuvor. Es ist egal, ob es sich dabei um ein paar Schuhe oder eine Uhr handelt, es gibt fast nichts, was sich nicht auch bestellen lässt. Durch das Internet und der großen Anzahl von Online Händlern ist es ein leichtes, schnell und einfach die gewünschte Ware zu bestellen. Doch den florierenden Online-Handel machen sich auch Betrüger zu Nutze. Die Möglichkeiten, die sich für Kriminelle beim Online-Shopping ergeben sind äußerst vielfältig.

Was ist unter einem Internetbetrug zu verstehen?

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Begriff des Internetbetrugs um eine Beschreibung für verschiedene Betrugsdelikte im Rahmen der Internetkriminalität. Während einige dieser Betrugsformen auch außerhalb des Internets bestehen, sind andere wiederum erst durch das Internet entstanden.

Was für Betrugsmethoden gibt es im Internet?

Die Betrugsmethoden im Internet sind facettenreich und lassen sich zunehmend schwerer durchschauen. Einige von ihnen sind dabei jedoch bekannter als andere.  Zu den verbreitetsten Betrugsmethoden im Internet zählen:

Phishing als Betrug

Weit verbreitet und äußerst beliebt bei Kriminellen ist das so genannte „Phishing“. Hier werden gefälschte E-Mails verschickt, mit einem Inhalt, der den Betroffenen dazu bringen soll, vertrauliche Daten wie zum Beispiel die PIN oder TAN zu offenbaren. E-Mails und Seiten, auf die Betroffene oftmals weitergeleitet werden, sollen authentisch und täuschend echt nachgestellt werden.

Identitätsdiebstahl

Täter nutzen die erlangten Daten auf vielfältige Art und Weise, wobei die Erlangung eines finanziellen Vorteils im Vordergrund steht. Ein solcher ist gegeben, wenn die Täter die erlangten Daten verkaufen oder sie in sonstiger Art und Weise missbräuchlich benutzen.

Eingehungsbetrug

Eine weitere Variante ist der Eingehungsbetrug, bei dem die Täter vortäuschen die aus einem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit tatsächlich zu erfüllen.  Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Täter Waren anbieten, die sie jedoch gar nicht besitzen.

Dieses Vorgehen ähnelt dem Bestellbetrug im Internet, bei dem zwar nicht vorgegeben wird, bestimmte Waren zu besitzen, sondern es wird Ware bestellt, die aber nicht bezahlt werden soll.

Was ist unter einem Bestellbetrug zu verstehen?

Kriminelle haben es derweil nicht nur auf Verbraucher, sondern auch zunehmend auf Online-Händler abgesehen. Beliebt unter Kriminellen ist der so genannte Bestellbetrug, bei dem Ware bestellt, aber nicht bezahlt wird. Vor allem bei einem Kauf auf Rechnung, bei dem Online-Händler die Ware noch vor der Bezahlung verschicken und somit in Vorleistung gehen, wittern Kriminelle ihre Chance.

Es werden Waren über Strohmänner ausgeliefert, falsche Lieferadressen werden benutzt und sogar Paketboten werden abgefangen. Die Möglichkeiten, die sich Kriminellen bei einem Bestellbetrug im Internet bieten sind immens. Doch egal wie genau Täter vorgehen, auf dem Schaden bleiben immer die Online-Händler sitzen.

Und dass es sich bei dem Bestellbetrug im Internet um keine Seltenheit handelt, ergaben Studien, in denen Online-Händler befragt wurde, ob sie bereits zu einem Opfer von Bestellbetrug im Internet geworden sind. Es gaben rund 70% der befragten Online-Händler an, bereits Opfer von einem Bestellbetrug geworden zu sein.

Wie können sich Händler vor Bestellbetrug schützen?

Es ist für Online-Händler so gut wie unmöglich festzustellen, ob es sich bei dem Kunden um einen Kriminellen handelt, der versucht sich mit einem Bestellbetrug im Internet an dem Händler zu bereichern. Es gibt allerdings einige Anhaltspunkte, die bei Händlern den Verdacht hervorrufen können, dass es sich bei dem Kunden um einen Betrüger handeln könnte. So können Tippfehler ein Indiz dafür sein, dass der Kunde beabsichtigt seine Identität zu verschleiern, auch fällt so die Warnanzeige bei Angabe eines richtigen Namens bei der Bonitätsabfrage weg.

Haben Online-Händler bereits Maßnahmen zum Schutz getroffen?

Studien haben ergeben, dass Händler dem Bestellbetrug im Internet durch differenziertes Angebot für Betrüger, die erkannt werden konnten bekämpfen bzw. vorbeugen wollen. Zu den am meist genutzten Präventivmaßnahmen zählen:

  • Sperrliste: Bei der Sperrliste handelt es sich um eine Liste von Personen, die gegenüber den nicht aufgeführten in irgendeiner Form benachteiligt werden sollen. Kam es zu einem Bestellbetrug im Internet, werden die Täter von dem Online-Händler auf eine Liste gesetzt und es ist ihnen nicht mehr möglich bei der entsprechenden Seite zu bestellen.
  • Eine weitere Maßnahme, um dem Bestellbetrug im Internet entgegenzuwirken ist das Verlangen nach dem Card Validation Code. Mit diesem Code können Händler feststellen, ob eine Kreditkarte tatsächlich physisch vorliegt.

Was können Opfer eines Bestellbetrugs im Internet tun?

Neben den Präventivmaßnahmen, die Händler in Folge eines Bestellbetrugs im Internet treffen sollten, besteht auch die Möglichkeit gegen die Täter vorzugehen, wenn es bereits zu einem Bestellbetrug gekommen ist oder zumindest die Zahlung in der genannten Frist ausbleibt.

Nicht immer muss es sich bei einem Ausbleiben der Bezahlung auch tatsächlich um einen Bestellbetrug handeln. Verbraucher tätigen oftmals eine große Anzahl an Bestellungen im Internet, weshalb schnell der Überblick verloren werden kann. So kann es passieren, dass der Käufer die Zahlung der Ware vergisst. So besteht vorerst die Möglichkeit des Händlers, dem Käufer eine Mahnung zukommen zu lassen. Grundsätzlich kommt es erst zum verschicken mehrerer Mahnungen, bevor weitere Schritte gegen den Käufer unternommen werden. Kam es auch nach einer Mahnung nicht zu einer Zahlung des ausstehenden Kaufpreises hat der Händler die Möglichkeit eines Mahnbescheides. Bei einem Mahnverfahren handelt es sich um ein Gerichtsverfahren, das der vereinfachten Durchsetzung von Geldforderungen dient. Neben einem Mahnbescheid, der die Aufgabe hat ein Mahnverfahren in Gang zu setzen, besteht zudem die Möglichkeit einer Klage gegen den Käufer.

Auch sollten Händler, die Opfer von einem Bestellbetrug im Internet geworden sind, bei der Polizei eine Strafanzeige stellen. Nur durch eine Strafanzeige können die Täter auch zur Rechenschaft gezogen werden. Gelingt es die Täter ausfindig zu machen, kann der betroffene Händler diese für den entstandenen Schaden haftbar machen.

Neben einer Strafanzeige können die Opfer eines Bestellbetrugs im Internet, die zwar die Ware verschickt haben, aber keine Zahlung erhalten haben, ein Inkassounternehmen beauftragen. Ein solches Unternehmen wird von einem Händler beauftragt, um die bestehenden Forderungen gegen den Käufer einzutreiben. Inkassounternehmen sind Dienstleistungsunternehmen, die sich auf den Einzug fremder Geldforderungen in fremdem oder in eigenem Namen spezialisiert haben und dies als Dienstleistung anbieten.

Fazit

Der Bestellbetrug im Internet stellt ein weitreichendes Problem für Online Händler dar. Das Thema des Betrugs im Internet wird auch in den nächsten Jahren aufgrund des stark wachsenden Marktes eine große Rolle spielen. Online-Händler werden sich aufgrund dessen mit diesem Thema verstärkt auseinandersetzten müssen, um entsprechende Schutzmaßnahmen treffen zu können und gegen die Täter effektiver vorgehen zu können.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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