Amazon Fake Shop – Geld zurück?

Fernseher im Wert von mehreren Tausend Euro um 80 % reduziert, Schuhe für 20 Euro statt 200 Euro? Mit solchen Angeboten versuchen immer mehr Fake Shops auf Amazon, Kunden auf betrügerische Art und Weise um ihr Geld zu bringen.

Die Anzahl der Fake Shops auf Amazon nimmt stetig zu, dies stellt nicht nur Amazon als Online-Marktplatz vor eine Vielzahl von Problemen, sondern auch die Kunden von Amazon stehen vor einem immer größer werdenden Problem. Die Problematik der Fake Shops auf Amazon ist zwar nichts neues, jedoch steigt ihre Anzahl zurzeit rasant an. Mittlerweile kommen täglich neue Fake Shops hinzu, was es für Amazon äußerst schwierig macht gegen diese vorzugehen.

 

Was genau ist ein Fake Shop?

Bei einem Fake Shop handelt es sich um eine gefälschte Internet- Verkaufsplattform. Bei Amazon sind es Betrüger, die sich als vermeintliche Händler ausgeben und meist hochpreisige Produkte zu Spottpreisen anbieten. Betrüger versuchen einen möglichst seriösen Eindruck zu machen und orientieren sich bei der Erstellung des Shops an anderen, echten Händlern.

Ist es den Betrügern auf Amazon mit ihrem Fake Shop gelungen Kunden zu einer Bestellung zu bringen, die oftmals nur per Vorkasse möglich ist, folgt die böse Überraschung für Betroffene Kunden. Entweder wird lediglich minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verschickt oder aber es kommt zu gar keiner Lieferung der bestellten Ware.

Wie gehen Betrüger vor?

Die Betrüger suchen sich auf Amazon Artikel, die bei Kunden äußerst beliebt sind und sich einer Vielzahl von Bestellungen erfreuen. Diese Artikel bieten die Betrüger nun auch mit Hilfe des erstellten Fake Shops an, mit dem Unterschied, dass der jeweilige Artikel deutlich unter dem tatsächlichen Wert angeboten wird. Auch zögern Betrüger die Lieferung so lange wie möglich heraus, um den Betrug vor den Betroffenen so lange wie möglich geheim zu halten.

Fake Shops bei Amazon frühzeitig erkennen

Es gibt einige Anzeichen auf die Amazon Kunden achten sollten, bevor sie bei einem Händler eine Bestellung tätigen. Vor allem gilt, dass sobald Zweifel hinsichtlich der Seriosität eines Händlers auf Amazon bestehen und hinter dieser sogar einen Fake Shop vermutet wird, sollte von einem Kauf unbedingt abgesehen werden.

Als ein wesentliches Indiz sollten bereits getätigte  Bewertungen herangezogen werden. Liegen nur negative Bewertungen vor, oder aber es fehlt an einer Verkaufshistorie, ist Vorsicht geboten. Auch sollten Händler gemieden werden, die seit langer Zeit keine Bewertungen mehr erhalten haben, da eine lange und ununterbrochene Geschäftstätigkeit als ein Indiz für eine gewisse Seriosität betrachtet werden kann.

Auch sollte von einem Kauf abgesehen werden, wenn der entsprechende Händler bei Amazon über kein Impressum oder Rücksende- und Erstattungsrichtlinien verfügt. Der Versuch der Anonymität legt zudem den Verdacht nah, dass es sich um einen Fake Shop handeln könnte.

Ein weiteres Indiz für einen Fake Shop auf Amazon kann die angebotene Produktpalette und die jeweiligen Preise dieser Produkte sein. Es ist in der Regel unüblich, dass ein Händler auf Amazon verschiedenste Produkte vertreibt. So wird ein Händler, der Schmuck auf Amazon verkauft, nicht auch noch Computer in seinem Sortiment haben. Ein weiteres Zeichen dafür, dass es sich um einen Fake Shop handeln könnte, sind die Preise der jeweiligen Produkte. Fake Shops bieten oftmals sehr teure Produkte an, welche sie jedoch deutlich unter Marktpreis verkaufen. So sollten Kunden bei vermeintlichen Schnäppchen Vorsicht walten lassen und sich zunächst über den jeweiligen Händler informieren.

Was können Opfer tun, um Geld zurück zu erhalten?

Trotz einiger Anzeichen, die auf einen Fake Shop hinweisen können, lässt sich ein solcher nicht immer rechtzeitig erkennen. Doch was passiert, wenn man Opfer eines solchen Fake Shops geworden ist? Opfer haben nun mehrere Möglichkeiten gegen die Betrüger vorzugehen, um zu versuchen ihr Geld zurückzubekommen.

Wurde bereits das Geld per Vorkasse an den Händler überwiesen, besteht mitunter die Möglichkeit die bereits getätigte Überweisung zu stoppen. Dafür müssen Betroffene allerdings schnellstmöglich mit der eigenen Bank Kontakt aufnehmen, da Überweisungen heutzutage automatisch bearbeitet werden und dieser Vorgang nicht lange dauert.

In der Regel geht die Kenntnisnahme des Betrugs jedoch mit der ausbleibenden Lieferung einher. So sollten Betroffene dem jeweiligen Händler eine Frist zur Lieferung setzen. Denn eine Ausbleibende Lieferung muss nicht automatisch heißen, dass es sich um einen Fake Shop handelt. Liefert der Händler jedoch nicht innerhalb der gesetzten Frist und es kommt auch zu keiner Reaktion, können sich Betroffene sicher sein, dass sie Betrügern zum Opfer gefallen sind.

Als nächstes haben Opfer die Möglichkeit dem Händler nach einer erfolglosen Fristsetzung eine Mahnung zukommen zu lassen, in der der Händler erneut zur Lieferung aufgefordert wird. Weiterhin ist es möglich durch einen Mahnbescheid ein so genanntes Mahnverfahren einzuleiten, oder aber den jeweiligen Händler auf Amazon zu verklagen. Auch sollte unbedingt gegen den entsprechenden Händler eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Damit Betroffene jedoch ihr Geld wiederbekommen können, sind zivilrechtliche Schritte notwendig. Für die Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen sollten Betroffene sich zudem an einen Anwalt wenden

Anwalt einschalten, um das Geld zurück zu erhalten!

Im Falle eines Schadens ist es ratsam sich rechtlichen Beistand in Form eines Anwalts zu suchen. Dieser kann Ihnen dabei helfen Ihr Geld zurückzubekommen, indem gegen den Händler entstandene Ansprüche geltend gemacht werden.

Grundsätzlich besteht für Opfer eines Fake Shops auf Amazon, denen ein Schaden entstanden ist, auch  ein Anspruch auf Schadensersatz. Haben Sie beispielsweise Ware im Wert von 1000 Euro bestellt, diese aber nicht geliefert bekommen, besteht auch in dieser Höhe ein Schadensersatzanspruch gegen die Betrüger. Problematisch kann die Durchsetzung eines Schadensersatzanspruchs immer dann werden, wenn die Betrüger im Ausland sitzen, da sie so nur sehr schwer aufzufinden und zu fassen sind.

Kann Amazon für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden?

Grundsätzlich ist Amazon nicht dazu verpflichtet für den entstandenen Schaden aufzukommen und kann deshalb auch nicht haftbar gemacht werden. Amazon steht jedoch durch eine selbst ins Leben gerufene A bis Z – Garantie für die Sicherheit der Bestellungen bei Drittanbietern ein. Dies bedeutet, dass Amazon im Falle eines Kaufs von Waren bei einem Fake Shop und dem Ausbleiben der Lieferung diesen Betrag ermattet. Amazon gibt an, dass diese Garantie beantragt werden kann, wenn physische Ware von einem Drittanbieter erworben wurde, der über die Website von Amazon.de verkauft (einschließlich Amazon.de Marketplace), oder wenn Amazon Payments benutzt wurde, um physische Waren bei einem Drittanbieter zu kaufen.

 

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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