Google-Bewertung löschen: Es muss schnell gehen!

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bei Löschungsanträgen, die wir im Auftrag von Mandanten bei Google stellen, ist immer wieder eine verzögerte Bearbeitung festzustellen.

Dies ist für betroffene Unternehmen oder Ärzte sehr ärgerlich, da in der Zwischenzeit geschäftsschädigende, verleumderische oder sonstige negative Bewertungen und Veröffentlichungen bestehen bleiben und wahrgenommen werden können.


In der Kommunikation verweist Google unter anderem darauf, dass täglich viele Anfragen eingehen und die Anfrage sich in einer Warteschlange befindet. Außerdem wird aufgrund der Ausbreitung von Covid 19 auf eine verzögerte Bearbeitung verwiesen.

Zwei Wochen Untätigkeit sind zu lang

Das Landgericht Köln hat in einer aktuellen Entscheidung vom 18.08.2020 deutlich gemacht, dass zu lange Bearbeitungszeiten auch in Zeiten der Pandemie nicht hinzunehmen sind. Deutlich weist das Gericht darauf hin, dass zwei Wochen ohne weitere Mitteilung nach einer Aufforderung zur Löschung zu lang sind. Im Rahmen eines gerichtlichen Eilverfahrens wurde Google zur Löschung der entsprechenden Bewertung aufgefordert.

Das Gericht untersagt die weitere Veröffentlichung. Wird dagegen verstoßen, droht Google ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft, die dann an der Geschäftsführung zu vollstrecken ist.

Es bleibt abzuwarten, ob Google sich gegen diese Entscheidung wehrt.

Wichtig ist, dass Betroffene eine verzögerte Bearbeitung durch Google nicht hinnehmen müssen.

Wie schnell muss auf eine negative Bewertung reagiert werden?

Die Entscheidung des Landgerichts Köln zeigt auch deutlich, dass langes Zuwarten nach einer Kenntnisnahme einer negativen Veröffentlichung keine gute Idee ist. Das Gericht erwartet, dass innerhalb eines Monats nach Kenntnisnahme sowohl eine Anzeige des rechtswidrigen Inhalts bei Google erfolgt, eine Abmahnung übersandt wird und dann innerhalb eines Monats eine einstweilige Verfügung bei Gericht beantragt wird.

Wird die Monatsfrist überschritten, ist ein gerichtliches Eilverfahren nicht mehr möglich, sondern es kann dann nur im Wege eines normalen Klageverfahrens ein Unterlassungsanspruch an einer Beseitigung einer negativen Bewertung gegen Google durchgesetzt werden.

Wer also zunächst eine negative Bewertung bei Google oder auch einer anderen Onlineplattform, wie dem Arbeitgeberportal kununu oder dem Ärzteportal jameda, zur Kenntnis nimmt und dann mehrere Wochen nichts unternimmt, beraubt sich damit der Möglichkeit eines gerichtlichen Eilverfahrens.

Wir empfehlen daher, bei Kenntnisnahme einer negativen Bewertung bei Google oder einem anderen Portal, dass Sie unverzüglich Kontakt mit einer spezialisierten Anwaltskanzlei aufnehmen. Dann kann beurteilt werden, ob eine Löschung möglich ist. Eine Löschung kann beispielsweise vorgenommen werden, weil falsche Tatsachenbehauptungen in der Bewertung enthalten sind oder Beleidigungen veröffentlicht werden. Google wird an mithilfe der Anwaltskanzlei die Rechtsverletzung mitgeteilt. Sollte dann nicht innerhalb von zwei Wochen eine Antwort erfolgen, kann eine Abmahnung übersandt werden.

Vorteil einer Abmahnung ist, dass Google die Kosten der weiteren anwaltlichen Beauftragung tragen muss. Sollte dann innerhalb einer kurzen Frist weiterhin keine Löschung und Beseitigung erfolgen, steht dann gerichtliche Hilfe offen. Es kann eine einstweilige Verfügung gegen Google beantragt werden.

Vorsicht vor Billigangeboten und Textbausteinen

Auch in dem Verfahren vor dem Landgericht Köln zeigt sich, dass auch in der außergerichtlichen Kommunikation mit Google sorgfältiges Arbeiten angezeigt ist. Ein Teil der einstweiligen Verfügung, die vor dem Landgericht Köln eingereicht wurde, wurde durch den Beschluss vom 18.08.2020 zurückgewiesen. Außergerichtlich war wohl, so lässt sich den Begründungen entnehmen, nicht ausreichend darauf hingewiesen worden, dass die Bewertung auch nicht von einem Mitarbeiter oder einem ehemaligen Mitarbeiter stammt.

Hier warnen wir vor Billigangeboten, die eine sehr günstige Bearbeitung und Löschung von negativen Google-Bewertungen und Google-Rezensionen versprechen. Der Preis ist nach unserer Beobachtung nur haltbar, wenn sehr viel mit Textbausteinen gearbeitet wird, die nicht immer auf die jeweiligen Sachverhalte passen.

Aus unserer Sicht ist es notwendig, um Rechtsnachteile zu vermeiden, sorgfältig auch im außergerichtlichen Schriftverkehr mit Google alle rechtlichen Aspekte aufzuzeigen und anzusprechen. Nur dann kann sichergestellt werden, dass am Ende vollumfänglich alle Unterlassungsansprüche zur Löschung einer negativen Google-Rezension durchgesetzt werden können.

Kosten und Streitwert bei Löschung einer Google-Bewertung

Das Landgericht Köln hat in dem einstweiligen Verfügungsverfahren einen Streitwert von 20.000 Euro für angemessen angesehen. Wir erleben immer wieder, dass bei solchen Auseinandersetzungen argumentiert wird, hohe Streitwerte seien unangebracht. In Anbetracht der geschäftsschädigenden Wirkung von negativen und unsachlichen Google-Rezensionen und Google-Bewertungen ist es aus unserer Sicht angezeigt, auch entsprechend einen angemessenen Streitwert festzusetzen. Wir teilen daher die Auffassung des Gerichts, dass ein Streitwert von 20.000 Euro auch dem wirtschaftlichen Interesse des jeweiligen Unternehmens entspricht.

Erfolgreich gegen negative Google-Bewertungen vorgehen

Wie Sie aus den vorstehenden Ausführungen entnehmen können, ist es möglich, aktiv gegen negative Google-Rezensionen vorzugehen und falschen Behauptungen in Google-Bewertungen entgegenzutreten. Scheuen Sie sich nicht, mit uns per Telefon oder per E-Mail unter kanzlei@recht-freundlich.de Kontakt aufzunehmen. Gerne können Sie uns einen Link mit einer Bewertung zusenden und wir geben Ihnen kurzfristig eine Ersteinschätzung, ob ein Vorgehen gegen die Bewertung erfolgversprechend ist.

Wir haben über die Jahre sehr viel Erfahrung im Umgang mit Google, kununu oder jameda sowie anderen Plattformen gesammelt. Gerne sind wir für Sie bundesweit tätig. Unsere Erfolgsquote bei der Löschung von negativen Google-Bewertungen liegt bei einer Quote von über 90 %.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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