Beleidigung in einer Google Bewertung: Wie Sie auf beleidigende Inhalte reagieren sollten!

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Eine schlechte Google Bewertung ist für manche Unternehmen bereits schlimm genug, eine Beleidigung als Inhalt über sich vorzufinden ist hingegen eine weitere Eskalation.

Wir zeigen auf, wie mit einer Beleidigung als Bewertung umzugehen ist, welche juristischen Möglichkeiten es gibt und was unsere Erfahrung als spezialisierte Kanzlei für Reputationsrecht in den letzten Jahren gezeigt hat.

Harsche Kritik ist noch keine Beleidigung – juristische Betrachtungsweise zählt!

Dass Beleidigungen auf Google zunehmen, ist kein Geheimnis mehr, wie die folgenden Links zeigen:

https://www.googlewatchblog.de/2018/03/google-maps-beleidigungen-bewertungen/

https://www.de.advertisercommunity.com/t5/Grundlagen/Beleidigende-Bewertung-löschen/td-p/69197

Hierbei geht es nicht um harsche Kritik, sondern tatsächlich um die strafrechtlich relevante Handlung der Beleidigung. Harsche Kritik ist, soweit sie keine Unwahrheiten enthält, in den meisten Fällen erlaubt.

Die Grenze zur Beleidigung ist erreicht, wenn die Aussage ehrverletzend in Bezug auf eine natürliche Person ist.

Beispiele!

Beispielsweise kommt es häufig vor, dass ein Unternehmen insgesamt als „Verbrecherladen“ oder „Drecksbande“ bei Google in einer Bewertung kommentiert wird. Hierbei muss gesehen werden, dass das Unternehmen selbst nicht Ziel einer Beleidigung sein kann, dafür ist der Straftatbestand nicht gedacht.

In diesen Beispielen spielen andere rechtliche Erwägungen eine Rolle, die zur Löschung solcher Aussagen bei Google führen können (z.B. Schmähkritik).

Wer aber eine identifizierbare Person, beispielsweise den Geschäftsführer, in einer Google Bewertung beleidigt, erfüllt womöglich den Straftatbestand der Beleidigung und macht sich somit strafbar.

Auch Google hat kein Interesse an erfüllen Straftatbeständen auf der eigenen Plattform und löscht solche Einträge daher rasch, wenn ein juristisch fundierter Löschantrag eingereicht wird.

Welche Möglichkeiten gibt es, sich gegen beleidigende Einträge auf Google zu wehren?

Grundsätzlich haben Sie als Opfer einer Beleidigung drei Möglichkeiten, gegen diese Straftat im Internet vorzugehen. Erstens können Sie die bewertende Person direkt angehen, beispielsweise mit einer Strafanzeige oder auf dem zivilrechtlichen Wege in Form einer Abmahnung.

Dies setzt aber voraus, dass die bewertende Person Ihnen tatsächlich bekannt ist, was bei anonymen Google Bewertungen oft nicht der Fall sein dürfte.

Zweitens besteht die Möglichkeit, eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen – erfahrungsgemäß bewegt sich hier bei „normalen“ Beleidigungen jedoch nicht viel und die Angelegenheit wird behördlich nicht intensiv verfolgt.

Drittens besteht die Möglichkeit, gegen Google als Bewertungsportal vorzugehen. Diese Option ist unserer Ansicht nach die effektivste und kostenschonendste Möglichkeit, sich gegen eine Beleidigung zur Wehr zu setzen.

Google haftet nicht vorab für Inhalte, d.h. erst ab Kenntnisnahme, daher erfordert es einen juristisch fundierten Löschantrag, der Google zuzustellen ist.

Unsere Erfahrung mit Beleidigungen in Internetbewertungen!

Wir haben in unserer Beratungspraxis nahezu werktäglich mit der rechtlichen Überprüfung von Bewertungen auf Google zu tun. Oft sind in diesen Einträgen tatsächlich Beleidigungen zu finden, die geahndet werden können.

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Onlineportale beim Vorliegen von Beleidigungen sehr schnell agieren und die Bewertung schnell gelöscht werden kann.

Dies liegt zum einen daran, dass die Bewertungsportale wie Google eigene Richtlinien aufgestellt haben, die Beleidigungen als Regelverstöße ahnden. Zum anderen möchte sich Google sicher nicht haftbar machen für Inhalte, die strafrechtliche Relevanz entfalten.

Zwar ist Googles Ziel die Aufrechterhaltung möglichst vieler Bewertungen, bei Beleidigungen ist unserer Erfahrung nach aber jedes Onlineportal beim Löschen recht schnell bei der Hand.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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