Kann ich ProfitAssist vertrauen?

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Wir stellen fest, dass Broker-Betrug und die Abzocke mit Trading-Plattformen weit verbreitet sind. Mithilfe von Werbeanzeigen wird bei angehenden Kunden der Eindruck erweckt, dass der Anbieter seriös ist.

Attraktive Gewinnversprechen und eine angeblich erfolgreiche Tätigkeit für andere Anleger führen wiederholt zu einer Kontakaufnahme.

Zwei wichtige Hinweise:

  1. Kein vertrauenswürdiger Anbieter wird Ihnen hohen Renditen garantieren, die über den am Markt üblichen Renditen liegen. Ungewöhnlich hohe Renditen sind nur über hohen finanzielle Risiken zu bekommen.
  2. Ein seriöser Broker wird Sie nicht drängen, Gelder einzuzahlen.

Das Bundeskriminalamt und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnen bereits seit Jahren über ihre Webseiten vor betrügerischen Banden, die im Finanzbereich tätig sind, mit anderen Worten vor unseriösen Online-Brokern. Im Bundeslagebericht 2019 des Bundeskriminalamts wird Cybertrading Fraud als bedeutendes Phänomen dargestellt.

Wie laufen die Broker-Betrugsmaschen ab?

Diese Betrugstatbestände haben insgesamt gemein, dass unerfahrenen Spekulanten mittels krimineller Täuschung die Möglichkeit geboten wird, über Tradingportale in “renditestarke Anlagen” zu investieren. Zu diesen angeblich innovativen Finanzprodukten zählen digitale Assets wie Bitcoin und Co., sowie CFDs. Aber auch betrügerische Angebote konventioneller Geldanlagemöglichkeiten wie Rohstoffe, Unternehmensanteile oder Währungen sind auf jenen Investmentplattformen aufzufinden.

Die dargestellten Geldanlagen sind in Wahrheit nicht vorhanden, sondern es sind letztlich „Scheinanlagen“.

Die Interessenten und potenziellen Kunden werden durch Onlinewerbung auf die jeweiligen Tradingportale geleitet. Zu Beginn wird meist eine sehr niedrige Anfangssumme angeboten und so zum Mitmachen eingeladen. Typische Beträge sind 250 Euro oder 500 Euro als Startkapital. Daneben wird eine persönliche Betreuung per Telefon angestrebt. Wenn Kapitalanleger sich dann als Kunden bereiterklärt haben, bekommen sie einen exklusiven Zugriff auf die Onlineplattform.

Auf dem dann eingerichteten Investmentkonto können, vergleichbar mit legalen Angeboten bei Online-Banken, die Geldtransfers gesehen werden und es kann die Gewinnentwicklung des Invests live angesehen werden. Den Opfern dieses Anlagebetrugs werden dabei hohe Gewinne vorgetäuscht, um sie vor dem Hintergrund dieser angeblichen Geldvermehrung zu weiteren Überweisungen, bzw. Transaktionen zu überreden. Zeitgleich wird eine zwischenmenschliche Beziehung zu den Opfern durch die kriminellen Betrüger aufgebaut, indem telefonisch ein “Berater” tätig wird.

Bei überschaubaren, kleinen Geldsummen zahlen die “Broker” das Geld tatsächlich oftmals zurück, um das Vertrauen der Geldanleger zu gewinnen. Wenn allerdings größere Summen zur Auszahlung gefordert werden, wird meistens auf eine zusätzliche Zahlung von angeblich anfallenden Steuern verwiesen. Eine Erstattung der investierten Gesamtsumme inklusive der Gewinne wäre nur nach Bezahlung vermeintlich angefallener Anlagesteuern oder durch die Ausräumung kurzfristiger Hindernisse möglich.

Das Ziel ist dann, weitere Zahlungen zu generieren. Falls dann abermals eine Geldeinzahlung durch die Opfer durchgeführt wird, erfolgt wie zu erwarten war trotzdem keine Rückerstattung.

In Anbetracht der Meldungen der Ermittlungsbehörden, beispielsweise des BKAs und der Cybercrime-Stelle der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, werden die zu Begehung der Taten notwendigen Handlungen durch unbekannte Täter grenzüberschreitend und arbeitsteilig erbracht. Typischerweise wird die Programmierung der betrügerischen Plattform, ihre IT-Verwaltung und deren Werbekraft von unterschiedlichen, auch vom außereuropäischen Ausland aus handelnden geschulten Täterinnen und Tätern erbracht.

Im “Darknet” finden sich willige Helferinnen und Helfer, die den Anlagebetrug technisch ermöglichen. Das Gleiche gilt auch für die fernmündliche Betreuung der Betroffenen und die Einbehaltung bzw. Weiterfransferierung der investierten Summen.

Bei den auf den jeweiligen Webseiten dargestellten Betreibern handelt es sich entweder um nicht reale oder aber um Offshore-Unternehmen, deren Gründer und tatsächliche Geschäftssitze sich nicht finden lassen. Von den Anrufern eingesetzte Telefonnummern, auch europäische Telefonnummern werden entweder „gespooft“ oder aber durch internationale Provider unter Einsatz von Offshore-Unternehmen bzw. von Auskopien unschuldiger anderer Personen ohne deren Zustimmung angemietet.

Auf jene Telefonanschlüsse kann praktisch von jeder erdenklichen Stelle aus unzulässiger Weise zugegriffen werden. Die Domains, unter denen die jeweiligen Plattformen verarbeitet werden, sind oft über US-amerikanische Provider eingetragen. Anfragen zu den Registrar-Daten führen häufig nicht zu einem Ergebnis. Da US-amerikanische Corporations keine direkten Anfragen deutscher Stellen beantworten, ist die Ermittlung der Kundendaten nur über den offiziellen Rechtshilfeweg zu realisieren. Dies nimmt aber regelmäßig erhebliche Zeit in Anspruch.

Gleiches gilt für das Herausfinden der genutzten E-Mail-Adressen, bei deren Ingebrauchnahme eine Überprüfung der Identitäten meistens nicht umgesetzt werden.

Nichtsdestotrotz gelingt es den Strafverfolgungsbehörden teilweise, betrügerische Anbieter vor das zuständige Gericht zu bringen. Vor Kurzem wurde ein solches Betrüger-Kollektiv hierzulande ermittelt und die Betrügerinnen und Betrüger müssen sich zu dieser Stunde vor den jeweiligen Strafgerichten verantworten.

Ist ProfitAssist seriös?

Von Anlagebetrug Betroffene meinen häufig fälschlicher Weise, dass die Täterinnen und Täter mit ihrem Sitz im Ausland “unantastbar” sind. Auch im Ausland gilt eine Rechtsordnung, die Betrug verbietet.

Nach unseren Informationen ist der Geschäftssitz 8 Copthall, Roseau Valley, 00152 Commonwealth of Dominica.

Ist der Geschäftssitz nicht in Europa, wird es vielfach mühsam, direkt gegen den Broker rechtlich vorzugehen. Dann sind andere Wege einzuschlagen, um rechtlich sinnvoll zu agieren.

In Europa hat der Gesetzgeber für die Betreiber des Internetauftritts eines Unternehmens vorgeschrieben, dass ein Impressum veröffentlicht wird. Dies ist nach unserer Erfahrung ein Grund, musstrauisch zu werden. Der Broker hält sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben.

Neben dem Impressum sowie weiterer Unternehmensangaben ist wichtig, ob auf der Internetpräsenz die Einzelheiten zu den Mitgliedern der Geschäftsführung veröffentlicht sind. Gesetzlich wird die Veröffentlichung von Vorname und Nachname der Mitglieder der Geschäftsleitung erwartet, damit bei Rechtsstreitigkeiten die Geschäftsleitung zur Verantwortung gezogen werden kann.

Auf der Internetseite von ProfitAssist sind keine Einzelheiten zur Geschäftsleitung benannt. So soll eine Inanspruchnahme der handelnden Personen vermieden werden.

Warnmeldung der Behörden veröffentlicht

Für die Finanz-Plattform ProfitAssist liegen Warnmeldungen von Aufsichtsbehörden vor. Die Warnmeldungen können Sie als Betroffene auf folgenden Webseiten finden:

https://www.cnmv.es/Portal/ResultadoBusqueda.aspx?tipo=1&nombre=PROFITASSIST.IO/ES/

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Abkürzung BAFin) ist das vom Gesetzgeber vorgesehene Kontrollorgan für Finanzdienstleister und Banken. Die BaFin untersteht der Aufsicht des Bundesministerium der Finanzen.

Von der BaFin werden Warnungen über nicht seriöse Broker veröffentlicht.

Die Financial Conduct Authority (Abkürzung FCA) ist die britische Finanzaufsichtsbehörde.

Weitere Finanzaufsichtsbehörden veröffentlichen regelmäßig Warnhinweise, beispielsweise die österreichische oder spanische Finanzaufsicht.

Reputation des Brokers ProfitAssist

Es werden auf häufig genutzten Plattformen Bewertungen über ProfitAssist veröffentlicht. Auffällig guten Bewertungen sollte mit Vorsicht begegnet werden. Viele betrügerische Plattformen investieren viel Zeit und Geld in die Generierung von positiven Bewertungen. Daher sollten man sich als Investor nicht von positiven Bewertungen einnehmen lassen. Möglich ist, dass noch mehr Bewertungen auf anderen Internetseiten zu finden sind.

Wir haben verschiedene nicht positive Bewertungen gefunden. Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Bewertungen von betroffenen Anlegern stammen, die Probleme mit dem Broker hatten oder haben.

Interessant sind aus unserer Sicht unter anderem folgende Aussagen zu dem Broker, die wir kurz zusammengefasst wiedergeben: “Ich bin von Profit Assist betrogen geworden!!!! Ich habe meine hart gespartes Geld verloren! Es gibt keine Auszahlung!!!”.

Diese Aussagen sollten Anleger durchaus ernst nehmen und bei allen weiteren Planungen berücksichtigen.

Wie ist ProfitAssist also einzuschätzen?

Aufgrund der aufgezeigten Betrachtungen können wir aktuell nicht dazu raten, bei dem Broker ProfitAssist Geld einzuzahlen. Es gibt verschiedene Gründe, die Anlass für geben. In Anbetracht der vielen Angebote auf dem Geldanlage-Markt raten wir Ihnen, sich an einen anderen Anbieter zu wenden.

Wenn Sie bereits Geldsummen bei ProfitAssist investiert haben und Ihr Geld nicht freigegeben werden, geben wir Ihnen nachfolgend Informationen, wie Sie Geld zurückholen können.

ProfitAssist zahlt mein Geld nicht aus

Sie wollten sich Geld oder Gewinne auszahlen lassen, ohne dass es trotz mehrmaliger Aufforderung zu einer Rückzahlung oder Auszahlung kam, sollten Sie sich anwaltliche Hilfe holen.

Was müssen Sie noch wissen, wenn ein Betrugsverdacht besteht?

Oft werden wir gefragt, warum die Betrüger nicht einfach abgeschaltet werden.

Scammer nutzen die Internationalität, um trotz polizeilicher Ermittlungen weiter aktiv zu sein. Die Drahtzieher sitzen häufig außerhalb von Europaund agieren mit unterschiedlichen Internetauftritten. Wenn eine Internetseite abgeschaltet wurde, entsteht unter neuem oder ähnlichem Namen eine neue Internetpräsenz, die wiederum Investoren ansprechen soll.

Hier ist es der Staatengemeinschaft noch nicht gelungen, international effektive Regeln zu vereinbaren, um Fraud-Brokern das Handwerk zu legen.

Auch einige Geldinstitute und Banken fördern Zahlungsströme durch einen nach unserer Beobachtung häufig lockeren Umgang mit den gesetzlichen Regelungen zur Geldwäsche. Die EU hat Vorschriften erlassen, um Geldwäsche zu verhindern. Dennoch können auch über europäische Konten umfangreiche ungewöhnliche Zahlungen erfolgen, ohne dass Zahlungsdienstleister eingreifen. Zahlungsdienstleister müssten – so der Gesetzgeber – prüfen, woher Zahlung kommen und ob diese legal sind. Vielfach unterbleibt dies.

Anwalt berät Sie gegen ProfitAssist

Wir helfen Anlegern im gesamten Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz, um Forderungen gegen ProfitAssist durchzusetzen.

Nehmen Sie mit uns über unsere Mailadresse kanzlei@recht-freundlich.de Kontakt auf. Wichtig ist bei einer Kontaktaufnahme die Information, bei welchem Anbieter Sie Eurobeträge angelegt haben und wie hoch die investierte Summe ist. Gern können Sie uns unter +49 511 4739060 anrufen und um eine Kontaktaufnahme bitten.

Eine Information zur Frage, inwieweit die Rechtsschutzverischerung greift: In den Vertragsbedingungen der Rechtsschutzversicherungen sind Rechtsberatungen für Kapitalanlagen ausgeschlossen, sodass für rechtliche Konflikte mit Brokern die Rechtsschutzversicherung keine Kosten übernimmt.

Nutzen Sie unsere langjährige Expertise im Umgang mit betrügerischen Brokern. Wir unterstützen Sie gern, um zielgerichtet gegen ProfitAssist rechtlich vorzugehen.


Wir sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig
2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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