Betrügerischer Broker zahlt nicht aus

Sie haben sich bei einem Online-Broker registriert und ein Handelskonto eingerichtet. Sie haben attraktive Gewinne erzielt, möchten nunmehr eine Auszahlung erreichen und der Broker zahlt nicht? Betrügerischer Broker zahlt nicht aus!

Wenn dann die Probleme und Schwierigkeiten anfangen und Sie immer neue Argumente, Ausreden und Hinweise erhalten, warum eine Auszahlung nicht erfolgen kann, ist dies zumeist ein deutliches Zeichen, dass ein Betrugsfall vorliegt.

Betrügerischer Broker zahlt nicht aus. Auszahlung erst nach Einzahlung

In vielen Gesprächen schildern uns Betroffene , dass mit verschiedenen Verzögerungstaktiken von Brokern vor einer Auszahlung eine weitere Einzahlung gefordert wird. Beispielsweise weil angeblich vor einer Auszahlung eine Steuer zu zahlen ist oder ein Geldbetrag als Sicherheit hinterlegt werden soll. Auch dies ist ein deutliches Warnsignal und lässt auf eine Betrugsmasche schließen.

Broker zahlt nicht – 2 wichtige Hinweise

An dieser Stelle bereits zwei wichtige Hinweise:

  1. Eine Auszahlung, die Sie von einem Online-Broker wünschen, darf sich nicht mehr als ein paar Werktage hinziehen. So ein seriöser Umgang mit Kunden.
  2. Steuern sind in keinem Land, weder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz oder in einem anderen EU-Land direkt an den Broker zu zahlen. Steuern sind immer an die zuständigen Finanzämter zu zahlen. Alternativ werden teilweise bei dem Verkauf von Aktien in Deutschland Steuern direkt von den Banken oder Finanzdienstleistern von einer Auszahlung abgesetzt und an das Finanzamt abgeführt. Allerdings ist es in dieser Konstellation nicht gefordert, dass Sie vor einer Auszahlung eine Einzahlung leisten.

Wir haben nachfolgend drei typische Beispiele und Sachverhalte zusammengestellt, in denen Online-Broker nicht ausgezahlt haben. Wenn Sie Ähnliches erlebt haben, sollten Sie sofort professionelle Unterstützung hinzuziehen.

Beispiel 1 – Broker IGC Markets zahlt nicht

Unsere Mandantin wollte sich im Bereich Geldanlage umschauen, um ihr Auto abbezahlen zu können und etwas anzusparen. Sie stieß bei ihrer Internetrecherche auf den Online-Broker IGC Markets und wurde von einer Frau Sandra Kruger angerufen.

Frau Kruger informierte unsere Mandantin über die Anlagemöglichkeiten bei IGC Markets. Die Information erfolgte aber nicht detailliert. Für die Kontoeröffnung bei IGC Markets musste sich unsere Mandantin mit ihrem Personalausweis verifizieren lassen.

Start mit 250 EUR

Unsere Mandantin zahlte zunächst nur 250,00 Euro ein und erhielt von IGC Markets eine Investitionsbestätigung über die eingezahlte Summe. Es machte auf unsere Mandantin einen seriösen Eindruck.

Es meldete sich dann IGC Markets über einen Herrn Baumgärtner bei unserer Mandantin und erzählte über das Unternehmen, den Werdegang und die Plattform an sich. Das Telefonat ging etwa 35 Minuten lang. Nicht alles, was dort gesagt wurde, konnte unsere Mandantin verstehen. Insbesondere die Finanzfachbegriffe verstand unsere Mandantin nicht.

Unsere Mandantin erhielt den Zugang zum Account bei IGC Markets, hierbei nutzte Herr Baumgärtner auch Anydesk, um auf den Computer unserer Mandantin zuzugreifen. Es erfolgte die Zusendung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von IGC Markets und ein Formular „Hinterlegungserklärung“ an unsere Mandantin. Die verschiedenen Personen von IGC Markets, mit denen unsere Mandantin zu tun hatte, wiesen einen österreichischen Akzent auf und sprachen gutes Deutsch. Der Kontakt lief über Telefon und Mails.

Wechselnde Ansprechpartner beim Broker

Die Ansprechpartner wechselten ständig, teilweise angeblich aufgrund betriebsinterner Veränderungen, teilweise aufgrund angeblicher Quarantänesituationen einzelner Mitarbeiter von IGC Markets.

Unsere Mandantin investierte in den nächsten Monaten weiteres Geld. Die Überweisungen gingen ins Ausland, an verschiedene Firmen wie beispielsweise „Company Universal S.R.O“ oder „Prommer Consulting S.R.O.“. Diese Firmen sind unserer Mandantin nicht bekannt.

Die einzelnen Trades nahm nicht unsere Mandantin vor, sondern maßgeblich Herr Baumgärtner. Was genau getradet wurde, weiß unsere Mandantin nicht im Detail. Unserer Mandantin wurden sehr hohe Gewinne in Aussicht gestellt. Eine Auszahlung wurde aber nicht vorgenommen.

Broker zahlt trotz Aufforderung nicht

Als unsere Mandantin Fragen stellte, kamen keine zufriedenstellenden Antworten. So wurde unsere Mandantin langsam misstrauisch. Später erhielt unsere Mandantin eine Aufforderung, weiteres Geld, angeblich für die Kapitalertragssteuer einzuzahlen. Am Ende wurde unsere Mandantin sogar aufgefordert, eine Kapitalertragssteuer in Höhe einer 5-stelligen Summe zu zahlen. Ansonsten wäre das Guthaben unserer Mandantin aufgrund der Tätigkeit eines Steuerprüfers „eingefroren“.

Zwischenzeitlich kontaktierte Frau Lilian Keller von der Firma Coinbrand unsere Mandantin. Sie versprach Hilfe bei der Rückholung des Geldes. Sie sagte, dass IGC Markets insolvent sei.

Beispiel 2 – Broker Impressive Area zahlt nicht

Unser Mandant hörte viel über die Geldanlagemöglichkeiten mit digitalen Währungen und betrieb eine Internetrecherche zu diesem Thema. Hierbei stieß unser Mandant auf die Plattform Impressive Area. Dort wurde erwähnt, man könne mit digitalen Finanzinstrumenten hohe Renditen in kurzer Zeit erzielen.

Webseite sieht seriös aus

Auf der Website von Impressive Area legte unser Mandant ein Kundenkonto an. Hierfür musste er sich unter anderem mit seinen Ausweisdaten und der Kopie seines Mietvertrags verifizieren. Der Verifizierungsprozess machte auf unseren Mandanten einen seriösen Eindruck. Es kam zu einem direkten Kontakt per Mail mit einem Angestellten von Impressive Area namens Herr Dominik Grossman.

Unserem Mandanten wurde erklärt, welche Investitionen bei Impressive Area gemacht werden würden. Schriftliche Dokumente zur Kontoeröffnung oder sonstige Unterlagen erhielt unser Mandant jedoch nicht.

Zahlungen an fremde Firmen, nicht an Broker

Zwecks Einzahlung wurde unser Mandant angewiesen, Geldüberweisungen an eine Firma namens Coinmetro OU zu tätigen. Um die Richtigkeit der Überweisungen zu überwachen, nutzte Herr Grossman die Software Anydesk, um auf den Computer unseres Mandanten zuzugreifen. Wie genau Coinmetro als Plattform funktionierte, wusste unser Mandant nicht. Er sah nur, dass sein Geld dort ankam. Vermutlich fand ein Tausch in digitalen Währungen statt. Die Assets transferierte dann Herrn Grossman über Anydesk weiter. Auf die Zieladressen hat unser Mandant keinen Zugriff.

Es wurde auch die Plattform Exodus genutzt, wobei unser Mandant nicht weiß, was es damit auf sich hatte. Vermutlich wurde ein Exodus-Wallet genutzt, um die Zahlungen von Coinmetro in Empfang zu nehmen. Auf das Exodus-Wallet hat unser Mandant keinen Zugriff. Letztlich konnte unser Mandant auf seinem Kundenkonto jedoch stets die Zahlungseingänge sehen. Nach unserer Erfahrungen sind die Kundenkonten manipuliert und die Einzahlungen werden nur vorgetäuscht.

Zwischenzeitlich wurde unser Mandant dann nicht nur von Herrn Grossman, sondern auch von einem Herr Jan Günther betreut. Die Personen bei Impressive Area konnten zwar gutes Deutsch sprechen, hatten aber einen Akzent, den unser Mandant nicht sicher zuordnen konnte.

Gute Gewinne, keine Auszahlung

Die angeblichen Gewinne bei Impressive Area entwickelten sich vordergründig sehr gut. Allerdings sollte unser Mandant dann stets weiteres Geld und eine ominöse „Swap-Gebühr“ begleichen. Das Vertrauen seitens unseres Mandanten an die genannten Personen schwand mit der Zeit und unser Mandant wurde sich bewusst, hier womöglich einem Anlagebetrug aufgesessen zu sein. Die Täter drohten unserem Mandanten auch mit einer strafrechtliche Verfolgung, falls er nicht weitere Einzahlungen vornimmt. Betrügerischer Broker zahlt nicht aus.

Unser Mandant schloss die einzelnen Trades nicht selbst ab, sondern dies taten die Personen bei Impressive Area für ihn. Hierbei wurden unserem Mandanten per Mail Tradingvorschläge unterbreitet und er musste lediglich bestätigen, welche er gern durchgeführt wünscht.

Als unser Mandant die Auszahlung seiner investierten Gelder und der Gewinne forderte, wurde diese nicht gewährt. Unser Mandant hat sich dann an die Kriminalinspektion Köln gewandt, um eine Strafanzeige wegen Betrug aufzugeben. Die Ermittlungen laufen derzeit noch an.

Der Broker zahlte nicht aus, weder die investierten Gelder noch die Gewinne.

Beispiel 3 – Broker FX Trade Pal zahlt nicht

Unser Mandant trat über das Internet in Kontakt mit Personen, die sich selbst als professionelle Broker und Finanzberater bezeichneten. Es waren allesamt Personen, die die russische Sprache beherrschten.

Der Kontakt lief über die Messenger Skype und Whatsapp, sowohl per Chat, als auch über Telefonate. Hierdurch wurde unser Mandant auf die Plattform „FX Trade Pal“ (aufmerksam. Über Skype erhielt unser Mandant konkrete Kaufempfehlungen, diesen Anweisungen folgte er, um Renditen zu erzielen.

Zahlungen über Dritte

Unser Mandant nutzte eine Börse, bei der er sich einen Account zulegte und sich entsprechend mit Mailadresse und Personalausweis im Video-Identverfahren verifizierte. Unser Mandant zahlte eine erhebliche Summe auf das Konto bei Bitstamp ein. Die Täter tauschten das Geld in Bitcoin (BTC) und schickten es zu FX Trade Pal . So ist zumindest die Darstellung seitens der Personen, mit denen unser Mandant in Kontakt stand.

Die Chatverläufe hat unser Mandant gesichert, sie sind in russischer Sprache. Thema der Gespräche waren unter anderem Preisentwicklungen.

Auf der Website von FX Trade Pal konnte unser Mandant Chartverläufe und Kursentwicklungen mitverfolgen. Die Website machte einen seriösen Eindruck und wirkt wie eine echte Trading-Plattform. Auf der Website konnte er auch Withdraws, also Auszahlungen, selbstständig in Auftrag geben. 

Unser Mandant verlangte zwei Mal eine Auszahlung von Geld. Der Broker zahlte nicht. Hier wurde unser Mandant misstrauisch.

Handelskonto noch einsehbar, trotzdem zahlt Broker nicht

Bitstamp hat schließlich das Konto unseres Mandanten geschlossen, ohne die Gründe hierfür anzugeben. Die Mails von Bitstamp liegen unserem Mandanten nach wie vor. Plötzlich sind auch alle Personen, die unseren Mandanten bezüglich FX Trade Pal beraten hatten, nicht mehr erreichbar gewesen. Unser Mandant kann bei Skype sehen, dass die Accounts dieser Personen noch online sind. Betrügerischer Broker zahlt nicht aus.

Auch die Website von FX Trade Pal ist nach wie vor online einsehbar. Eine Internetrecherche zu FX Trade Pal führt nicht etwa zu einer Vielzahl negativer Bewertungen oder Betrugsmeldungen. Es könnte sich daher um eine relativ neue Plattform von Betrügern handeln.

Unser Mandant hat sich daher dazu entschieden, eine Anwaltskanzlei zu beauftragen und insbesondere die strafrechtliche Verfolgung der Täterinnen und Täter, sowie die Rückholung des investierten Geldes anzustreben.

Betrügerischer Broker zahlt nicht aus – was ist zu tun?

Wenn es Ihnen ähnlich mit Ihrem Online-Broker ergangen ist, wie es in den obigen Beispielsachverhalten beschrieben ist, benötigen Sie nach unserer Erfahrung Unterstützung. Nicht geleistete Auszahlungen sind ein deutliches Warnzeichen, dass ein Betrug vorliegen könnte. Mit einem schnellen Handeln können Sie Ihre eigenen Verluste begrenzen und verlorenes Geld zurückfordern. Mit der Unterstützung eines spezialisierten Rechtsanwalts erhöhen Sie Ihre Erfolgsquote deutlich.

Vorsicht vor „Garantien“ oder amtlich aussehenden Dokumenten

Wichtig ist, dass Sie bei verweigerten Auszahlungen keine weiteren Einzahlungen leisten. Sie sollten auch keine Zahlungen bei weiteren Versprechungen oder „Garantien“ leisten. Teilweise übermitteln die Täter Betroffenen amtlich aussehende Dokumente , die mit gefälschten Behördenkennzeichen ausgestattet sind.

Online-Broker zahlt nicht aus? Sie können etwas tun! Für eine kostenlose Ersteinschätzung können Sie uns gerne unter rechtsanwalt@broker-zahlt-nicht.de per E-Mail oder per Telefon unter +49 511/4739060 kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne.

Aktuelle Bewertungen zu meinen Leistungen finden Sie auf meinem Profil bei anwalt.de:

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