Schadensersatz wegen falscher Anlageberatung oder falscher Geldanlage

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Falschberatungen bei Kapitalanlagen oder fehlerhafte Geldanlagen sind leider keine Seltenheit. Dabei geht es nicht um die Fälle, bei denen Betroffene Investitionen auf unseriösen Finanzplattformen oder bei betrügerischen Onlinebrokern getätigt haben. Dazu finden Sie auf folgender Internetseite weitere Informationen:

Bei der Frage, ob Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung durchsetzbar sind, wird von einem seriösen Anlageberater oder einem seriösen Anlagevermittler ausgegangen, dem dennoch ein Fehler unterlaufen ist oder der über Risiken einer Kapitalanlage nicht umfassend aufgeklärt hat.

Betroffene Investoren und Anleger müssen dann für sich klären, ob ein Schadensersatz wegen Falschberatung besteht und auch durchsetzbar ist.

Beratungspflichten einer Bank oder eines Anlageberaters

Der Gesetzgeber hat in verschiedenen Vorschriften Regelungen für eine Anlage- und anlegergerechte Beratung festgelegt. Ob Investitionen in Aktien oder Schiffsfonds, in Kryptowährungen oder Immobilienfonds getätigt werden sollen, erwartet wird von einem Anlageberater, dass er sowohl den Anleger im Blick hat als auch eine anlagegerechte Beratung vornimmt.

Was ist eine anlegergerechte Beratung?

Eine Finanzberatung soll die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse eines Anlegers berücksichtigen und auch das Wissen und die Anlegeerfahrung mit im Blick behalten. Zu klären ist auch, wie risikobereit ein Kunde ist. Beispielsweise dürfen sehr sicherheitsbewussten Anlegern, die ihr Geld für die Altersvorsorge zurücklegen wollen, keine spekulativen oder riskanten Geldanlagen vermittelt werden. Die entsprechende Aufklärung und Erörterung der Anlageziele sowie der Risiken ist ausreichend zu dokumentieren. Auch hier hat der Gesetzgeber Dokumentationspflichten eines Finanzvermittlers festgelegt, die durch die umfangreiche Rechtsprechung präzisiert wurde.

Zu klären ist also, ob die eingesetzten Mittel kurzfristig verfügbar sein sollen, ob es sich um langfristige oder kurzfristige Anlagen handelt und ob ein Interesse an wiederkehrenden oder einmaligen Ausschüttungen oder Erträgen besteht.

Werden diese Fragen im Rahmen einer anlegergerechten Beratung nicht ausreichend geklärt, ist dies bereits ein Ansatzpunkt für einen Schadensersatz wegen Falschberatung.

Neben der anlegergerechten Beratung wird vom Gesetzgeber auch eine anlagegerechte Beratung erwartet.

Was ist eine anlagegerechte Beratung?

Der Anleger soll über Risiken und Eigenschaften der jeweiligen Geldanlage aufgeklärt werden. Dabei geht es nicht nur um allgemeine Risiken des Aktienmarktes, sondern um spezifische Informationen zu der jeweiligen Geldanlage, beispielsweise ob es Kurs- oder Währungsrisiken gibt. Außerdem ist aufzuklären, welche Gebühren, Provisionen, Entgelte und Auslagen anfallen. Weiterhin muss ein Vermittler auf Interessenkonflikte hinweisen, sollte es Konflikte zwischen den Zielen des Anlegers und den Interessen des Vermittlers geben.

Auch Fehler im Rahmen der anlagegerechten Beratung führen zu einem Schadensersatz wegen fehlerhafter Anlageberatung und Falschberatung.

In der Regel wird es ein ausführliches Beratungsprotokoll geben, das die entsprechende anlegergerechte und anlagegerechte Beratung dokumentiert.

Häufige Beratungsfehler

Die häufigsten Beratungsfehler ergeben sich daraus, dass das vermittelte Finanzanlageprodukt nicht zu der Motivation und der Anlagestrategie des Investors und Anlegers passt. Auch wird häufig nicht ausreichend über die Risiken informiert.

Häufige Beratungsfehler sind unter anderem:

  • unzureichende Information und Aufklärung darüber, dass eine Beteiligung während einer Mindestlaufzeit nur mit hohen Verlusten veräußert werden kann;
  • fehlende Aufklärung über einen möglichen Totalverlust der Anlage;
  • unzureichende Aufklärung über Innenprovisionen und damit einem starken Eigeninteresse des Vermittlers oder Anlageberaters;
  • fehlende Information über die Gefahr der Rückforderung von Ausschüttungen im Falle einer Insolvenz.

Anspruch auf Schadensersatz wegen Falschberatung

Werden die zuvor geschilderten Beratungspflichten von einem Vermittler oder Anlageberater nicht eingehalten, entsteht aufgrund einer vertraglichen Pflichtverletzung ein Schadensersatzanspruch. Der Vermittler oder Berater ist dann gegenüber dem Anleger verpflichtet, den erlittenen Schaden zu ersetzen.

Basis der vertraglichen Ansprüche ist der Anlageberatungsvertrag oder Anlagevermittlungsvertrag, der zwischen dem Anleger und einer Bank, einem Vermittler oder Berater abgeschlossen wurde.

Die Höhe des jeweiligen Schadensersatzes berechnet sich unter anderem aus den investierten Geldern und einem Anspruch auf entgangene Zinsen. Wenn zwischenzeitlich Zahlungen vom Anlageberater oder Vermittler geleistet worden sind, sind diese im Rahmen des Schadensersatzes zu berücksichtigen.

Im Einzelfall ist genau zu prüfen, ob weitergehende Ansprüche durchsetzbar sind, beispielsweise, wenn das Geld anderweitig gewinnbringend hätte angelegt werden können und so Erträge möglich waren.

Wann tritt eine Verjährung des Schadensersatzanspruches ein?

Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung verjähren innerhalb von drei Jahren nach Kenntnis der Falschberatung oder des Beratungsfehlers. Insoweit ist eine gewisse Eile geboten. Soweit verschiedene Fehler Schadensersatzansprüche begründen können, ist für den jeweiligen Beratungsfehler gesondert die Verjährung zu prüfen.

Unabhängig von der zuvor geschilderten dreijährigen Verjährung verjährt ein Schadensersatzanspruch wegen fehlerhafter Anlageberatung oder Falschberatung zehn Jahre nach Unterzeichnung der Anlage.

Bei dieser sogenannten „absoluten Verjährung“ wird nicht mehr darauf abgestellt, ob der Anleger und Betroffene Kenntnis des Beratungsfehlers hat. Die Verjährung tritt unabhängig von der Kenntnis einer Falschberatung ein.

Wie können wir Ihnen helfen?

Wenn Sie nach den obigen Ausführungen den Eindruck haben, dass ein Schadensersatz wegen Falschberatung oder fehlerhafter Anlageberatung möglich ist, können Sie gern mit uns Kontakt aufnehmen. Insbesondere, wenn keine anlegergerechte oder anlagegerechte Beratung erfolgt ist, können Ansprüche durchgesetzt werden.

Gern können Sie mit uns per E-Mail unter kanzlei@recht-freundlich.de oder per Telefon unter 0511/473906-0 Kontakt aufnehmen. Im Rahmen einer ersten kostenfreien Prüfung erörtern wir mit Ihnen, inwieweit ein Schadensersatz wegen Falschberatung geltend gemacht werden kann.

Sie können dann in Ruhe entscheiden, ob Sie auf unsere Erfahrung und Expertise zurückgreifen möchten.

Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung von Ansprüchen wegen Falschberatung oder nicht erfolgreicher Anlageberatung bundesweit und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.


2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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