Falsch beraten – Geld zurück?

Berater, egal in welchen Bereichen des Lebens sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Ob es sich dabei um eine Rechtsberatung oder um eine Anlageberatung handelt ändert nichts daran, dass es bei beratenden Tätigkeiten immer wieder zu Fehlern kommen kann. Beratende, die Opfer einer Falschberatung geworden sind, sehen sich anschließend oftmals mit der Frage konfrontiert, wie sie ihr Geld zurückbekommen. Der folgende Beitrag soll Ihnen grundlegend aufzeigen, was unter einer Falschberatung zu verstehen ist und wie sie in einem solchen Fall Ihr Geld zurückbekommen können.

Sollten Sie sich falsch beraten fühlen, oder ist Ihnen wohlmöglich schon ein Schaden durch eine Falschberatung entstanden, sollten Sie nicht zögern und handeln. Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen und uns Ihren Fall schildern. Wir werden anschließend anhand Ihres Einzelfalls prüfen, ob und welche Ansprüche Ihnen zustehen und wie Sie Ihr Geld zurückbekommen können.

Was genau ist eine Falschberatung?

Grundsätzlich ist eine Falschberatung immer dann möglich, wenn es sich um Beratungsberufe handelt. Bei dem Berater kann es sich dabei um ein Unternehmen oder eine natürliche Personen handeln. Berater haben bedingt durch ihren Beruf die Aufgabe komplexe Fragen zu beantworten und dem Beratenden bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Vor allem durch die Komplexität, aus der sich erst dem Berater zugewandt wird, kann durch die Tatsache, dass falsch beraten wurde, erhebliche Schäden entstehen. Grundsätzlich ist immer dann von einer Falschberatung auszugehen, wenn der Berater seiner Aufklärungspflicht nicht nachgeht und dem Beratenden dadurch ein Schaden entsteht.

Bei den Ansprüchen, die an den Beratenden gestellt werden ergeben sich jedoch teilweise einige Unterschiede. So handelt es sich beispielsweise nicht um eine Falschberatung, wenn ein Rechtsanwalt eine andere Rechtsansicht als das Gericht vertritt. Eine Falschberatung liegt so aber zum Beispiel vor, wenn ein Anlageberater den Beratenden durch fehlerhafte Informationen zu einem Erwerb eines bestimmten Anlageproduktes bringt.

In welchen Bereichen ist eine Falschberatung möglich?

Alle Berufe, die beratende Tätigkeiten beinhalten, bieten auch die Möglichkeit, den Kunden/Mandanten falsch zu beraten. Doch kommen Falschberatungen in einigen Bereichen häufiger vor als in anderen und können mitunter zu nicht unerheblichen Schäden führen.

Besonders häufig und für die Betroffenen meist sehr ärgerlich ist die Falschberatung durch eine Bank. Banken haben die Aufgabe den Anleger umfassend zu beraten und informieren. Voraussetzung für Anlageinformationen einschließlich Werbemitteilungen ist, dass diese nach § 31 Abs. 2 WpHG redlich, eindeutig und nicht irreführend sind. Auch muss durch die Bank ermittelt werden,  welche Anlageform für den Anleger die Richtige sein könnte. Unter anderem wird dabei die Risikobereitschaft des Anlegers ermittelt, an der sich die zukünftige Beratung zu orientieren hat. So darf einem Anleger, der sein Geld möglichst ohne ein hohes Risiko anlegen will, keine hochspekulative Anlageform angeboten werden. In einem solchen Fall würde eine Falschberatung durch die Bank vorliegen. Käme es durch die Tatsache, dass falsch beraten wurde, schließlich auch zu einem Schaden des Anlegers, könnte dieser Schadensersatzansprüche geltend machen und ggf. sein Geld zurückbekommen.

Auch Makler oder Vermittler zählen zu den Angehörigen der Beratungsberufe. Die Grundlegenden Beratungsaufgaben ergeben sich hier aus dem Beratungsvetrag, bei denen es sich meist um Aufklärung, Beratung und Empfehlung handelt. Die Tatsache, dass falsch beraten wurde, kann bei diesen Berufsgruppen mitunter dadurch entstehen, dass es sich um keine unabhängigen Berater handelt und die Provision eine große Rolle spielt. So kann es vorkommen, dass im Rahmen von Beratungsgesprächen nicht alle Informationen preisgegeben werden oder es zu Beschönigungen kommt und negative Aspekte nicht erwähnt werden. Auch in solchen Fällen handelt es sich um eine Falschberatung und es besteht die Möglichkeit, bei einem Schaden Geld zurückzubekommen.

Kündigung, nachdem falsch beraten wurde?

Auch ohne das Eintreten eines Schadens können Gründe vorliegen, weshalb der Beratende nicht am Vertrag festhalten möchte. Möglich ist dies beispielsweise durch eine Kündigung, welche sowohl ordentlich unter Einhaltung der Kündigungsfrist oder außerordentlich, also fristlos erfolgen kann. Soweit in dem Beratungsvertrag nichts anderes vereinbart worden ist, ergibt sich die Kündigungsfrist aus § 621 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Die Kündigung kann dabei sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen.

Widerruf nach einer falschen Beratung?

Unter gewissen Umständen ist auch ein Widerruf bei einem bereits geschlossenen Vertrag möglich. Denn in bestimmten Fällen kann eine Vertragspartei das Recht haben, ihre Willenserklärung binnen einer bestimmten Frist zu widerrufen. Das Widerrufsrecht ist ein Verbraucherrecht und ist im BGB unter § 355 geregelt. Der Vertragswiderruf ist lediglich dem Verbraucher vorbehalten, was den Zweck des Verbraucherschutzes hat. So besteht Beispielsweise im Versicherungsrecht (§ 8 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)) bei einem Abschluss von Versicherungen ein Widerrufsrecht.

Rücktritt und Geld zurück?

Auch ist es möglich von einem Vertrag zurückzutreten, wodurch der Vertrag zwar wirksam bleibt, er jedoch rückabgewickelt wird. Durch die Rückabwicklung des Vertrages werden empfangene Leistungen zurückgewährt (§346 Abs. 1 BGB). Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zu der Kündigung. Umgangssprachlich wird der Rücktritt auch oft stornieren genannt, rechtlich gesehen handelt es sich bei einem Stornieren jedoch um einen Rücktritt. Wirksam wird der Rücktritt allerdings nur, wenn dem Rücktrittswilligen auch ein Rücktrittsrecht zusteht.

Anfechtung

Kommt es zu einem mit gewissen Mängeln behafteten Geschäft, kann durch eine Anfechtung die Nichtigkeit des Geschäfts herbeigeführt werden. Nach dem BGB tritt die Nichtigkeit von Willenserklärungen bzw. des Rechtsgeschäfts in den Fällen des Irrtums (§§ 119, 120 BGB) oder der arglistigen Täuschung oder Drohung (§ 123 BGB) nicht automatisch ein. Vielmehr sind diese Willenserklärungen dann anfechtbar. Das Bedeutet, dass der Anfechtungsberechtigte selbst bestimmen kann, ob das Rechtsgeschäft Bestand haben soll oder nicht. Doch besonders dann, wenn dem Anfechtungsberechtigten ein Schaden en entstanden ist, will er das Rechtsgeschäft meist zu Fall bringen.

Es bieten sich also einige Möglichkeiten, ein Rechtsgeschäft zu beenden und so einem drohenden Schaden beispielsweise aufgrund einer Falschberatung entgegen zu wirken. Sollte der Schaden allerdings schon eingetreten sein, besteht für den Geschädigten die Möglichkeit sein Geld durch einen Schadensersatzanspruch wiederzubekommen.

Schadensersatz durch Falschberatung

Im Rahmen von Schäden, die auf eine Falschberatung durch den Berater zurückzuführen sind, kann für den Beratenden durch einen Schadensersatzanspruch die Möglichkeit bestehen sein Geld zurückzubekommen. Dafür müsste zunächst einmal ein Anspruch bestehen. Grundsätzlich ist es daher notwendig, dass zwischen den Personen ein Vertrag besteht. Der Vertrag beinhaltet Pflichten, welche der Berater zu erfüllen hat. Kommt es zu einer Verletzung einer solchen Pflicht und entsteht dem Beratenden dadurch ein Schaden, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz.

Jedoch ist es nicht ohne weiteres möglich, eine Falschberatung zu erkennen und dem Berater nachzuweisen. Wenn eine Falschberatung nachgewiesen werden konnte, muss auch der Schaden auf die Falschberatung zurückgeführt werden können, der schließlich um sein Geld zurückzubekommen, auch gerichtlich eingeklagt werden muss.

Wenn Sie das Gefühl haben, falsch beraten worden zu sein, können Sie uns unverbindlich kontaktieren.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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