Der Digitale Nachlass und der Mittelstand – Teil IX

In unserem letzten Teil der Serie „Der Digitale Nachlass und der Mittelstand“ wollen wir den Bereich der Datensicherheit betrachten. Gerade bei Sicherheitsbewussten Unternehmen des deutschen Mittelstandes treten vielfach Probleme auf. Es wird zu komplizierten Passwörtern geraten, die dann aufgrund der Tatsache, dass man so viele verschiedene Nutzen soll, vergessen. Aber einfach auf Datensicherheit zu verzichten ist auch keine Möglichkeit. Wie aber wirkt sich dann die Datensicherheit auf den Digitalen Nachlass aus?

In dem folgenden Beitrag befassen wir uns kurz mit einigen Sicherheitsvorkehrungen, welche sinnvoll und praxisnahe auch im Hinblick auf den Digitalen Nachlass genutzt werden können. Insbesondere wird dabei der Bereich der Master-Password-Programme und Password-Safes betrachtet.

Master-Password-Programme oder Password-Safes wurden als technische Sicherungsmöglichkeit entwickelt und sind sowohl für Personal Computer, Laptops, Smartphones als auch Tablets erhältlich. Diese Programme werden entgeltlich vertreiben und unterliegen zumeist fortlaufenden Update-Services sowie Reparaturdienstleistungen. Letztlich kommt es aber auf das Angebotspacket des bereitstellenden Unternehmens an.

Die Funktionsweise des Programms ist schnell erklärt. Der Nutzer erstellt ein Master-Passwort, wobei dieses besonders komplex gestaltet werden sollte. Was bedeutet das genau? Nun ja, ein jedes Passwort sollte nach Möglichkeit komplex gestaltet werden. Tatsächlich werden Passwörter aber in der Regel äußerst kurzsichtig erstellt. Beliebte Passwörter sind dabei Namen, Geburtsdaten – das eigene oder das von geliebten oder verwandten Personen – sowie naheliegende Tastenkombinationen wie „qwertz“ oder ähnliches. Das Problem bei solchen Passwörtern ist ihre Anfälligkeit. Sie werden schnell Opfer von Hackerangriffen. Wenn Sie ein Passwort entwerfen, sollte dieses weder aus Wörtern noch allein aus (Klein)Buchstaben bestehen. Wörter sind selbst in Kombination sehr anfällig. Nutzen Sie Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Zeichen in möglichst zufälliger Abfolge. Sinnvoll ist es beispielsweise einen komplexen Satz zu bilden und dann die Anfangsbuchstaben eines jeden Wortes sowie deren Groß- und Kleinschreibung und die Satzzeichen zu übernehmen. Hier ein Beispiel:

 

Der Digitale Nachlass ist ein hochkomplexes und sehr interessantes Thema, mit welchem ich mich schon mehr als 6 Monate und 23 Tage beschäftige. 

Das sich heraus ergebende Passwort wäre: DDNiehusiT,mwimsma6Mu23Tb.

 

Nachdem Sie ein solches Master-Passwort erstellt haben, beginnen Sie mit der Dateneingabe. Hierzu werden die Zugangsseiten für die benötigten Email-Konten, Social Media Konten, Online-Banking-Zugänge, etc. in das Programm eingespeist. Das Programm selbst entwirft nun zufällige, hochkomplexe Passwörter, welche Sie sich nicht merken müssen, sondern selbstständig eingefügt werden. Viele fortschrittlichere Versionen verfügen sogar über die Möglichkeit der Einspeisung von TAN-Listen für das Online-Banking. Letztlich müssen Sie sich also nur Ihr eigenes Master-Password merken.

Diese Programme bieten vielfältige Vorteile. So kann beispielsweise Trickbetrug durch gefälschte Verlinkungen oder Startseiten vorgebeugt werden. Das Programm verbindet lediglich mit den eingespeisten Links.

Ein inhärentes Problem gibt es jedoch und dies ist quasi die Kehrseite der Medaille: Verlieren oder vergessen Sie das Master-Password, so ist dieses nicht wiederherstellbar. Denn die Unternehmen garantieren absolute Sicherheit durch die Nichtvornahme einer Zwischenspeicherung.

Was hat dies nun mit dem Digitalen Nachlass zu tun? Nun ja, für den Erbfall erscheinen Password-Safes als sinnvollste Vorgehensweise gegenüber anderen Vorgehensweisen. Hierbei würde durch testamentarische Verfügung ein einzelnes Passwort durch den Erblasser – im Wege der Vererbung oder des Vermächtnisses – an die durch sie/ihn designierte Person weitergereicht. Ferner können mit dem Passwort weitere Auflagen hinsichtlich Verfahrens- oder Vorgehensweise verbunden werden.

Somit sind wir nun am Ende unserer Serie angelangt und wollen noch einmal drauf hinweisen, dass Sie uns bei Fragen jederzeit via Email, Telefon oder Chat erreichen können – und dies deutschlandweit! Wir freuen uns auf ihre Rückfragen!

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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