Inkasso-Schreiben von Debcon: Was ist zu tun?

Rechtsanwalt Beratung Kanzlei Hannover

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Rechtsanwalt Thomas Feil

Die Firma Debcon GmbH aus Witten wirbt auf Ihrer Internetseite mit Debitorenmanagement und Consulting. Nach unserer Wahrnehmung ist aber eines der Schwerpunkte dieses Unternehmens pure Inkassotätigkeit für Abmahnkanzleien. Beispielsweise ist die Firma für folgende Kanzleien und Rechteinhaber tätig:

  • , Zimmel, Greuter, Beller
  • Rechtsanwälte aus Regensburg
  • MIG Film GmbH
  • Filmvertrieb AG
  • und andere.

Rechtsanwalt Sebastian Wulf lässt über die Debcon Mahnbescheide beantragen. dabei handelt es sich um ursprüngliche Forderungen der Kanzlei Baek-Law.

Auf der Internetseite heißt es weiter, dass die Firma Debcon in der Art und Weise des Forderungseinzugs spezialisiert ist, was immer dies bedeutet. Auch versteht sich die Firma als „Bindeglied zwischen Gläubigern und Schuldnern, um wirtschaftlich optimale Ergebnisse zu erzielen.“ Diese Werbeaussage entspricht nach unserer Wahrnehmung nicht der Realität. Wir haben in den bisherigen Beratungen zu Mahnschreiben noch nicht erlebt, dass das Unternehmen ein „Bindeglied“ zwischen Gläubigern und Schuldnern ist oder überhaupt Interessen von Schuldnern wahrnimmt. Offensichtlich handelt es sich bei diesen Formulierungen um Werbesprüche.

Eine Aussage auf der Startseite muss nicht weiter kommentiert werden:

„Debcon geht dahin, wo es weh tut, ohne Gläubiger und Schuldner mit Schmerzen zurückzulassen.“

Bei solchen Werbeaussagen fehlen einem schlicht und ergreifend die Worte.

Debcon-Forderung berechtigt?

Wenn Sie ein Inkassoschreiben von Debcon bekommen haben, sollten Sie zunächst prüfen, ob es bereits von dem Rechteinhaber oder der abmahnenden Kanzlei vorherigen Schriftverkehr gibt. Zuerst ist zu klären, ob die geltend gemachten Ansprüche zu Recht erhoben werden. Erst dann kann beurteilt werden, wie mit den Inkassoforderungen weiter umgegangen werden soll.

„Widerspruch“ hilft nicht

Rechtlich nützt es nichts, gegen solche Schreiben „Widerspruch“ einzulegen. Zum einen beeindruckt nach unserer Erfahrung das Inkassobüro solche Ausführungen nicht. Es folgen weitere immer mehr bedrohlich formulierte Schreiben. Zum andern ist das Inkassoschreiben noch nicht ein gerichtliches Mahnverfahren und kein Mahnbescheid. Gegen einen Mahnbescheid kann Widerspruch eingelegt werden, außergerichtlich gegenüber der Firma Debcon empfehlen wir andere Maßnahmen.

Keine direkte Zwangsvollstreckung möglich

debconWichtig ist für viele Betroffene die Information, dass auf Basis eines außergerichtlichen Inkassoschreibens nicht direkt Zwangsvollstreckungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Viele Anschlussinhaber, die solche Schreiben bekommen haben, rufen uns mit genau dieser Besorgnis an. Für Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ist es zunächst notwendig, dass ein gerichtlicher Titel vorliegt. Ein solcher gerichtlicher Titel kann beispielsweise durch ein gerichtliches Mahnverfahren erwirkt werden. Dann ist zunächst ein Mahnbescheid zu beantragen, gegen den Widerspruch eingelegt werden kann. Wird kein Widerspruch eingelegt, hat der Gläubiger die Möglichkeit, einen Vollstreckungsbescheid zu beantragen. Erst mit dem Vollstreckungsbescheid, gegen den Einspruch eingelegt werden kann, liegt überhaupt ein gerichtlicher Titel vor, der zur Zwangsvollstreckung berechtigt.

Eine Alternative zum Vollstreckungsbescheid als „Start“ für Zwangsvollstreckungsmaßnahmen kann ein Rechteinhaber auch die Ansprüche gerichtlich geltend machen. Dies wird aber in der Regel vermieden, da ein solches gerichtliches Verfahren erhebliche Zeit in Anspruch nimmt.

Fehlende Informationen bei Debcon

Bemerkenswert ist nach unserer Erfahrung auch, dass offensichtlich der Informationsfluss zwischen den abmahnenden Kanzleien, dem Rechteinhaber und der Firma Debcon nicht optimal ist. Häufig liegen der Inkassofirma nur begrenzte Informationen vor. Wird beispielsweise die ursprüngliche Abmahnung abgefordert, weil diese dem Anschlussinhaber nicht vorliegt, erleben wir wiederholt, dass Debcon die Unterlagen ebenfalls nicht vorliegen hat.

Wir empfehlen Ihnen, sich bei Schreiben der Firma Debcon kurz anwaltlich beraten zu lassen, um die richtigen nächsten Schritte einzuleiten. Nutzen Sie eine kostenlose Ersteinschätzung unsere Hotline unter 0800/1004104. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Auf weiteren Internetseiten wird über Debcon berichtet:

http://www.verbraucherdienst.com/aktuelles/debcon-gmbh-inkassoforderung-aus-urheberrechtsverletzung.php

http://verbraucherdienst.blogspot.de/2012/09/burofehler-bei-forderungen-der-debcon.html

 
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