Gefahren beim Online-Banking und dem mTan-Verfahren

Heutzutage ist Online-Banking eine mehr als gängige Methode über seine finanziellen Mittel zu verfügen. Ein Großteil der Gesellschaft nutzt Kontokorrent-Verträge mit Online-Banking. Einige der Banken bieten zudem zusätzlich das praktische mTan-Verfahren. Jedoch bergen diese Annehmlichkeiten auch inhärente Gefahren, die oftmals unterschätzt werden. Diese zeigte das am 17.09.2014 eröffnete Verfahren vor der 15. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück eindrucksvoll.

Technische Annehmlichkeiten im Online-Banking

Doch zunächst sollten wir erst einmal herausstellen, was eigentlich das mTan-Verfahren ist. Wie auch in einem normalen Online-Banking-Prozess werden Transaktionsnummern verwandt, um den Vorgang zu verifizieren. Diese kurz TAN genannten Nummern werden dem Bankkunden normalerweise vorher ausgehändigt, sodass im Verlauf der Transaktion die Transaktionsnummern verglichen werden können. Beim mobilen Transaktionsnummer-Verfahren oder mTan-Verfahren werden die für Überweisungen erforderlichen Transaktionsnummern per SMS an die vorher vom Kunden angemeldete Mobilfunknummern versandt. Dieser verifiziert die Transaktion, indem er die übersandte mTan in das zugewiesene Fenster einträgt.

Tatvorwurf: gewerbs- und bandenmäßiger Computerbetrug

Was war nun im Osnabrücker Fall passiert? Die Die Angeklagten werden beschuldigt schon seit Mitte 2013 sich zum gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug zusammengeschlossen zu haben und im Zuge dessen in 17 Fällen insgesamt ca. 945.000 Euro erbeutet zu haben.

Dabei sollen die Angeklagten in wechselnder Beteiligung sich zunächst durch noch unbekannte Mit- oder Vortäter über eine entsprechende Schadsoftware, einen so genannten Trojaner, Zugangn zu Kontodaten mehrer Postbank-Kunden verschafft haben. Dabei lag der Fokus der Bande auf denjenigen Kunden, welche das mTan-Verfahren für ihr Online-Banking nutzten. Um sodann auf deren Konten Zugriff zu erlangen, erschlichen sich die Angeklagten sog. Multi-Sim-Karten oder Ersatz-Sim-Karten zu den entsprechenden Mobilfunkanschlüssen der ausgespähten Kunden. Das Ziel diese Vorgehens war es sodann die SMS mit den angeforderten TAN abzufangen, um so an die Guthaben von Tagesgeld- und Sparkonten zu gelangen.

Diese Guthaben sammelten sie im Anschluss auf Girokonten und transferierten die gesammelten Beträge auf die die Konten so genannter „Finanzagenten”. Diese Finanzagenten hatten zuvor Konten bei der Postbank erstellt und hoben nun gemeinsam mit den Angeklagten in kleinen, unauffälligen Intervallen Beträge von den jeweiligen Konten ab. Von den so ergaunerten 945.000 Euro sollen schon 670.000 Euro auf diese Weise in Bargeld verwandelt worden seien.

Das Gerichtsverfahren

Das nun am 17.09.2014 begonnene Strafverfahren gegen die acht Angeklagten im Alter zwischen 25 und 51 Jahren umfasst – wie bereits erwähnt – den Tatvorwurf des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetruges und weiterer Delikte in 17 Fällen. Für dieses aufwendige Verfahren sind bereits 26 Folgetermine anberaumt!

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen