Facebook will zur Suchmaschine avancieren

Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von , hat in seinem ersten Interview  seit dem -Börsengang angekündigt, dass zukünftig auch eine Suchfunktion anbieten will (u.a. berichtete SPON). Dass dieses Vorhaben besonders unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten bedenklich ist, mag vielen Facebook-Usern nicht bewusst sein. Facebook trackt vollständig das Verhalten seiner User, d.h. jeder Klick und jede Aktivität auf Facebook wird registriert und auf unbestimmte Zeit als Datum gespeichert. Dieser Speicherwahn verstößt höchstwahrscheinlich nicht nur gegen den im Bundesdatenschutzgesetz festgelegten Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung gem. § 3a BDSG, sondern ist durch Facebooks „opt out“ Strategie, bei der ein User erst aktiv der Speicherung und sogar Veröffentlichung seiner Facebook-Aktivitäten in den Datenschutzeinstellungen widersprechen muss, auch kaum mit dem Verbot mit Erlaubnisvorbehalts zu vereinbaren, das im § 4 Abs. 1 BDSG zu finden ist. Die von Facebook verwendete Zustimmungserklärung erfüllt hierbei nicht die Anforderungen an eine ausdrückliche, informierte Einwilligung gem. § 4a Abs. 1 BDSG. Mit der Frage, ob das deutsche überhaupt auf Facebook Anwendung findet, hat sich der Kollege Thomas Stadler in einem Blogbeitrag auseinandergesetzt.

 

Facebook-Usern sollte unter diesen Gesichtspunkten klar sein, was es bedeutet, wenn sie künftig auf Facebook auch noch ihre bisher bei Google oder Bing getätigten Internetsuchen starten: Facebook wird zusätzlich zu den bisher gespeicherten Profilaktivitäten auch noch das Suchverhalten seiner Nutzer speichern, ohne eine ausdrückliche, informierte Einwilligung einzuholen. Ein noch umfassenderes Persönlichkeitsprofil wird somit bei Facebook angelegt. Welchen Umfang die bei Facebook schon zum jetzigen Zeitpunkt gespeicherten Daten über jeden einzelnen Nutzer haben, macht Max Schrems und seine Initivative „Europe vs. Facebook“ (Link) deutlich.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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