Fidor Bank und Selbstauskunft: Unvollständige Informationen nach der DSGVO

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Im Auftrag von Mandanten, bei denen unberechtigte Überweisungen vom Konto erfolgt sind, verlangen wir von der Fidor Bank eine Auskunft über die personenbezogenen Daten, die bei der Bank gespeichert sind. Gerade Betroffene, deren Geld weg ist, die ansonsten Verluste auf ihrem Konto zu beklagen haben, sollten dieses gesetzliche Recht gem. Art. 15 Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nutzen.

Wir haben in einem unserer Blogbeiträge ein Musterschreiben für die Einholung einer Datenauskunft veröffentlicht.

Sie sollten sich nicht von der Fidor mit unvollständigen Auskünften „abspeisen“ lassen. Nach unseren bisherigen Beobachtungen ist die Fidor Bank nicht bereit, ihre gesetzlichen Anforderungen umzusetzen.

Es wird beispielsweise mit folgender Formulierung über die Löschfristen der verschiedenen Daten informiert:

„Die personenbezogenen Daten unterliegen unterschiedlichen gesetzlichen Aufbewahrungsfristen und werden nach Ablauf dieser Aufbewahrungsfristen endgültig gelöscht.“

Eine solche Auskunft entspricht in keine Weise den gesetzlichen Vorgaben. Es wird erwartet, dass konkrete Löschfristen genannt werden oder zumindest eine Berechnungsmöglichkeit dem Betroffenen mitgeteilt wird.

Nur so kann ein Betroffener und ein Bankkunde der Fidor Bank nachvollziehen, ob sich das Kreditinstitut an die gesetzlichen Vorgaben hält.

Auch scheint die Fidor Bank im Moment gewillt zu sein, die Anforderungen gem. Art. 15 Abs. 3 DSGVO, alle Kopien der gespeicherten personenbezogenen Daten zu übermitteln, einfach zu ignorieren.

Sicherlich ist eine solche Aufstellung und Zusammenstellung der personenbezogenen Daten im Einzelfall mühevoll und aufwendig, dies ist aber kein Argument, sich an die gesetzlichen Vorschriften nicht zu halten.

Wenn die Fidor Bank Ihnen keine vollständige und komplette Auskunft übermittelt, so kann dies unterschiedliche rechtliche Konsequenzen haben. Zum einen hat der Gesetzgeber in Art. 83 DSGVO festgelegt, dass bei Verstößen gegen die Betroffenenrechte die zweite Bußgeldstufe mit Geldbußen bis zu 20 Millionen Euro oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4% des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes verhängt werden kann.

Dabei formuliert Art. 83 Abs. 1 DSGVO, dass Bußgelder wirksam und abschreckend sein sollen. Hierzu ist eine Anzeige bei der Aufsichtsbehörde notwendig.

Daneben können Betroffene auch den Ersatz des materiellen oder immateriellen Schadens gem. Art. 82 Abs. 1 DSGVO gegenüber der Fidor Bank geltend machen.

Wenn Sie nicht nur wegen des Verlustes Ihres Geldes und wegen unberechtigter Überweisungen Stress und Ärger mit der Fidor Bank haben, sondern auch datenschutzrechtliche Ansprüche nicht vollständig umgesetzt werden, so können wir Sie gerne unterstützen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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