Creditreform – Wichtige Informationen!

Die Creditreform ist eine komplette Unternehmensgruppe, deren Hauptsitz sich in Neuss befindet. Sie besteht schon seit 1879 und zählt insbesondere die Erteilung von Wirtschaftsinformationen, das Forderungsmanagement (Inkasso), verschiedene Marketing Services und die Systemberatung zu den Tätigkeitsfeldern. Grade für natürliche Personen, welche einen Kredit oder sonstige Geldleistungen in Anspruch nehmen wollen, ist die Bonitätsprüfung und das Inkasso durch die Creditreform von erheblicher Bedeutung. Hierbei ist die Creditreform mit der Schufa vergleichbar, unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten auch von dieser.

Im vorliegenden Beitrag soll daher zunächst erläutert werden, woher die Creditreform stammt, wie sie organisiert ist und welche Leistungen sie konkret erbringt. Darüber hinaus wird ebenfalls der Frage nachgegangen, wie man eine Selbstauskunft bei der Creditreform beantragen oder etwaige Einträge über die eigene Bonität bei der Creditreform löschen lassen kann.

Geschichte der Creditreform

Der Ursprung der Creditreform liegt in Mainz, wo am 9. März 1879 von 25 eher kleinen Geschäftsmännern der „Verein Barzahlung Mainz“ gegründet wurde. Dieser Verein war der erste Vorläufer einer Wirtschaftsauskunftei, mit der eine rudimentäre Art der Bonitätsprüfung durchgeführt werden sollte. Er diente in erster Linie zur Informierung darüber, welche Personen einem Vereinsmitglied noch Geld schulden, denn diesen sollten auch durch andere Vereinsmitglieder kein weiterer Kredit gewährt werden. Hierdurch wurden dem Verein angehörige Mitglieder vor zahlungsschwachen Schuldnern geschützt.

Der Name des Vereins wurde kein halbes Jahr später geändert in „Verein Creditreform zum Schutze gegen schädliches Creditgeben“. Hier wurde nicht allein zum ersten mal der Name Creditreform eingeführt, es wurden auch weitere Vereinsziele genannt. Neben der Informationsmöglichkeit und dem Schutz der Vereinsmitglieder sollte gegen Kreditmissbrauch vorgegangen werden. Ebenfalls wurde hier eine Art des Forderungsmanagements und des Inkasso eingeführt, indem die Vereinsmitglieder bei der Einziehung der ausstehenden Posten unterstützt werden sollten. Der Verein schrieb es sich ebenfalls auf die Fahnen, zu einer Reform der Kreditverhältnisse beizutragen.

Schon in dieser frühen Zeit wurde der Vorteil eines großen Netzwerkes erkannt und daran gearbeitet, eine vertrauenswürdige Auskunftserteilung auch mit anderen Kreditvereinen aufzubauen. Da es zur damaligen Zeit neben dem Verein Creditreform noch etwa 14 andere, selbständige Vereine mit ähnlicher Ausrichtung gab. Im Jahre 1883 schlossen sich diese Vereine zusammen und gründeten ihren Dachverband, den „Verband der Vereine Creditreform e. V.“.

Grade in den Anfangsjahren waren Privatpersonen jedoch nicht der hauptsächliche Antrieb für die Bildung von Auskunfteien und Inkassostellen, das Sammeln von Informationen und Auskünfte über diese wurden erst seit 1990 getätigt. Vorher war vielmehr der business-to-business-Bereich (b2b) deutlich relevanter. Daher wurden schon 1928 die wichtigsten Kennzahlen gewerblich Handelnder aufgeführt, um aussagekräftige Auskünfte über mögliche Vertragspartner zu erfahren, wozu beispielsweise der Jahresumsatz eines Unternehmens, bestimmte Bilanzen, die Zahl der Beschäftigten oder die Kapitalausstattung gehörten. Hierdurch wurde eine vertrauenswürdige Bonitätsprüfung ermöglicht, welche von erheblichem Wert im Wirtschaftsverkehr war. Durch historische Ereignisse bedingt änderte sich das Tätigkeitsgebiet dabei mehr und mehr hin zur generellen Früherkennung von Kreditrisiken. Dafür wurde Ende der 1970er Jahre die erste zentrale Datenbank für die gesammelten Informationen zusammengestellt.

Heutzutage bietet die Creditreform Bonitätsprüfungen sowohl im b2b-Bereich als auch im b2c-Bereich (business-to-consumer) an. Dabei hilft die Creditreform bei Kreditentscheidungen in sämtlichen Risikobereichen, wofür mehr als 90 Millionen Zahlungsbelege aus dem sog. Debitorenregister Deutschland zu Rate gezogen werden. Dieses Debitorenregister stellt den Zahlungserfahrungspool von Creditreform dar, also die gesammelten Daten über das Zahlungsverhalten einzelner Unternehmen oder Personen.

Neben diesem Debitorenregister werden etwa 8 Millionen Bilanzen zu über einer Million Unternehmen genutzt, um Aussagen über die Bonität treffen zu können. Abseits dieser zahlenmäßigen Sammlungen werden darüber hinaus Ausfallwahrscheinlichkeiten von Unternehmen berechnet und für die Bewertung herangezogen, und auch der momentane Unternehmensstatus und die Unternehmenshistorie bilden Kriterien für die letztendliche Bewertung. Die erfassten und genutzten Datenmengen sind demnach immensen Ausmaßes.

 Aufbau und Vereinsstruktur der Creditreform

1879 als Verein gegründet, hat sich die generelle Struktur der Creditreform bis heute nicht grundlegend verändert. Auch heute ist die Creditreform in mehrere lokale Vereine gegliedert, welche auf der nächsthöheren Ebene von Betriebskommanditgesellschaften geführt werden. Die gesamten Vereine sind letzten Endes im „Verband der Vereine Creditreform e. V.“ mit Sitz in Neuss zusammengeschlossen.

Auf Geschäftsebene sorgt dies dafür, dass im Gegensatz zur Schufa die Creditreform keine Kunden hat, welche die angebotenen Leistungen in Anspruch nehmen. Vielmehr können die an den Leistungen interessierten Unternehmen bei der Creditreform Mitglied werden, und zwar nur bei einem der lokalen Vereine. In dieser Struktur sind momentan etwa 130 regionale Vereine registriert, welche zusammengenommen auf etwa 123.000 Unternehmen als Mitglieder kommen. Mit etwa 176 Geschäftsstellen in Europa und dieser immensen Mitgliederzahl ist Creditreform heutzutage eine der größten Wirtschaftsauskunfteien Europas. Neben Deutschland sind auch in anderen Ländern Gesellschaften der Creditreform tätig, sodass eine Auskunft und Prüfung auch über europäische Landesgrenzen hinweg stattfinden kann. Hierfür kann auf Informationen aus Österreich, Bulgarien, der Schweiz, Tschechien, Estland, Kroatien, Serbien, Ungarn, der Ukraine, Italien, Litauen, Luxemburg, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Slowenien, er Slowakei, Großbritannien, Türkei und sogar China zurückgegriffen werden.

Nicht nur die Vereine, auch einige weitere Betriebe gehören zur Unternehmensgruppe der Creditreform. Da diese keine lokalen Vereine der Creditreform sind, wurde eine Holdinggesellschaft gegründet, welche als Creditreform AG tätig ist. Zur Unternehmensgruppe der Creditreform AG gehören mehrere GmbHs (Creditreform Boniversum GmbH, Creditreform Compliance Services GmbH, CPM Creditreform Portfolio Management GmbH, Microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH) sowie eine Aktiengesellschaften (Creditreform Rating AG) und eine Kommanditgesellschaft (Bedirect GmbH & Co. KG).

Tätigkeitsgebiete

Das Tätigkeitsfeld der Creditreform ist ähnlich breit wie die Mitgliederzahl und das Unternehmensportfolio vermuten lässt. Grob einteilen kann man die Schwerpunkte dabei in die Erteilung von Auskünften mit Wirtschaftsinformationen, Dem Forderungsmanagement inklusive Inkasso, dem Marketing und der Systemberatung.

Wirtschaftsinformationen

Die Erteilung von Auskünften im Bereich der Wirtschaftsinformationen stellt einen der zwei Hauptpfeiler der Tätigkeit von Creditreform dar. Creditreform stellt hierfür alle notwendigen Daten zusammen, die für die Ermittlung von Bonität und Finanzstruktur nötig sind, und zwar sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen (dort über die Tochtergesellschaft Boniversum GmbH). Hinzu kommen noch einige weitere Leistungen in diesem Bereich.

Bonitätsprüfung Unternehmen (B2B)

Haupttätigkeit von Creditreform ist die Bonitätsprüfung von Unternehmen, sodass die Mitglieder Auskünfte über gewerbliche Geschäftspartner einholen können. Dabei erteilt Creditreform alle nötigen Informationen über die Bonität, sondern auch über die generellen Finanzen, die Struktur und das wirtschaftliche Umfeld des potentiellen Geschäftspartners. Das Ausmaß der Auskunft ist dabei wählbar, denn Creditreform gibt mehrere Arten der Auskunft zur Auswahl. Für Deutschland gibt es ganze fünf verschiedene Arten der Auskunft, welche von sehr detailliert (Premiumauskunft) bis hin zu überblicksartig (Kurzauskunft, Ampelauskunft) reichen.

Zur Berechnung der Bonität ist der Bonitätsindex wesentlich. Der Bonitätsindex ist der Maßstab, mit dem die Kreditwürdigkeit einer Person gemessen wird. Er stellt einen reinen Prognosewert dafür da, ob eine Person zahlungsfähig ist. Berechnet wird der Bonitätsindex mit Hilfe verschiedenster Informationen wie Eigenkapital, Liquidität, Erlös, oder Zahlungsverhalten eines Unternehmens. Mit Hilfe des Bonitätsindex kann ein Unternehmen das Zahlungs- oder Insolvenzrisiko bei einem Vertragsschluss kalkulieren und sich besser entscheiden, ob ein Geschäft eingegangen werden soll oder nicht.

Creditreform kann aufgrund der Zweigstellen im Ausland dabei auch die Bonität von ausländischen Unternehmen zu bewerten. Dabei hilft nicht zuletzt auch, dass zwischen den Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal und Spanien ein gemeinsames Kreditregister bei der EZB geschaffen wurde, in dem Unternehmenskredite ab 25.000 Euro verzeichnet werden. Auch diese Daten gehen selbstredend in die Bonitätsprüfung mit ein.

Bonitätsprüfung Konsumenten (B2C)

Nicht nur im b2b-Bereich, auch im b2c-Bereich bietet Creditreform eine Bonitätsprüfung an. Bei dieser Variante können Unternehmen die Bonität von Privatpersonen prüfen lassen und sich Auskunft darüber geben lassen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Person den Vertrag erfüllen wird. Auch hier ist der Bonitätsindex der ausschlaggebende Messwert. Creditreform wirbt damit, dass durch die Bonitätsprüfung das Risiko gemindert werden kann, wenn einer Privatperson ein Kredit gewährt werden soll oder ein Kunde einen Kauf auf Rechnung abschließen möchte. Die Auskunft soll dazu dienen, das Risiko der Forderungsausfälle gering zu halten, in dem schon vor Vertragsschluss die Kreditwürdigkeit des potentiellen Kunden beleuchtet wird. Die Bonitätsprüfung läuft im b2c-Bereich dabei nicht über Creditreform selbst, sondern über das Tochterunternehmen Boniversum GmbH, welche auf ca. 100 Millionen personenbezogene Datensätze zurückgreifen kann.

Auskunft verlangen kann dabei grundsätzlich jedes Unternehmen, welches gewerbsmäßig Geld- oder Warenkredite an Privatpersonen vergibt. Zusätzlich muss gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden, was grundsätzlich schon dann der Fall ist, wenn sich ein Vertragsschluss anbahnt.

Ein weiterer Service, der hiermit zusammen hängt, ist die Ermittlung der Konsumentenadressen, falls diese umgezogen sind. Hierbei werden aktuelle Daten, welche die Unternehmen über einen Konsumenten einbringen können, mit relevanten Datenbanken abgeglichen, beispielsweise zu Sterbefällen und Umzugsdaten. Ebenfalls möglich ist die Durchführung einer Einwohnermeldeamtsanfrage. Hierdurch soll es möglich gemacht werden, verzogene Schuldner ausfindig zu machen.

Die Boniversum GmbH bietet jedoch nicht nur Leistungen für Unternehmen an. Als Privatperson kann man sich bei Boniversum registrieren und hat danach Online-Zugriff auf eine vollständige Selbstauskunft, welche man an Dritte versenden kann (siehe zur Selbstauskunft auch noch weiter unten). Ändern sich Daten in der Selbstauskunft, kann man sich hierüber per Mail informieren lassen. und sich über Änderungen in den Daten ihrer Selbstauskunft per E-Mail informieren lassen.

Monitoring B2B

Die Creditreform bietet weiterhin ein Monitoring von Geschäftspartnern an. Dabei wird die generelle Situation und die Geschäftslage von Geschäftspartnern wie Bestandskunden oder Leiferanten überwacht, und zwar sowohl im In- als auch im Ausland. Dabei werden alle wichtigen Veränderungen erfasst und an das interessierte Unternehmen weitergeleitet., beispielsweise Änderungen in der Bonität, Adressänderungen oder gar eine Insolvenz.

 CrefoZert Bonitätszertifikat

Schon fast zum Marketing gehört das CrefoZert Bonitätszertifikat. Hiermit kann ein Unternehmen potentiellen Geschäftspartnern Stabilität und Sicherheit signalisieren, indem es das Bonitätszertifikat auf der Internetseite, als Signatur im Mail- oder Papierschriftverkehr oder als Siegel im Büro anbringen kann. Hierdurch wird aktiv nachgewiesen, dass ein Unternehmen eine ausreichend gute Bonität hat. Für die Zertifikatsverleihung sind mehr oder weniger strenge Bedingungen zu erfüllen.

 Forderungsmanagement/Inkasso

Creditreform bietet neben der Auskunft von Wirtschaftsinformationen Leistungen aus den Bereichen Forderungsmanagement und Inkasso an. Die angebotenen Leistungen reichen dabei von der bloßen Mahnung im Namen des Gläubigers über die gerichtliche Geltendmachung der Ansprüche eines Gläubigers bis zur Überwachung des erwirkten Titels. Ebenfalls durchgeführt wird das Factoring und der Kauf notleidender Forderungen. Damit kann Creditreform den gesamten Inkasso-Prozess eines Gläubigers begleiten, von der ersten außergerichtlichen Mahnung bis hin zur Zwangsvollstreckung.

 Vorgerichtliches Inkasso und Mahnverfahren

Die meisten Inkasso-Aufträge wickelt die Creditreform im außergerichtlichen Bereich durch Mahnverfahren ab. Hierbei soll die Geldsumme so schnell wie möglich eingetrieben werden.

In diesem Status nutzt Creditreform sehr viele Informationen, die in Datenbanken gesammelt worden sind. Beispielsweise wird schon vorher verglichen, wie zahlungskräftig der Schuldner überhaupt ist. Hierfür wird unter anderem sogar auf Schuldnerregistereinträge der Amtsgerichte, veröffentlichte Insolvenzzahlen und andere laufende Inkasso-Fälle zurückgegriffen. Die Creditreform hat demnach einen immensen Überwachungsapparat, mit denen sie die Erfolgschancen des Inkasso schon im Voraus berechnen.

 Gerichtliches Inkasso und Mahnverfahren

Hat das außergerichtliche Mahnverfahren nicht zum gewünschten Erfolg geführt, betreibt die Creditreform auch das gerichtliche Inkasso und leitet ein gerichtliches Mahnverfahren als zweite Stufe ein. Auch hier werden die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners weiter überprüft, um die Erfolgschancen schon vorher im Auge zu haben. Nur wenn das gerichtliche Mahnverfahren erfolgsversprechend erscheint, wird die Titulierung und Zwangsvollstreckung eingeleitet und das gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsverfahren in einem Inkasso-Verfahren angestrengt.

Führt auch das gerichtliches Inkasso-Verfahren nicht dazu, dass der Schuldner zahlt, vollzieht ein Gerichtsvollzieher die Vollstreckung, führt also die Pfändung durch.

 Titelüberwachung / Monitoring gerichtlich erwirkter Titel mit dem Überwachungsverfahren

Ist der Schuldner laut Vermögensverzeichnis pfandlos, kann ein erwirktes Urteil bzw. ein Titel nicht vollstreckt werden. In der Folge kann also kein Geld und keine Zwangsvollstreckung stattfinden. Ist dies der Fall, leitet die Creditreform auf Wunsch ein Überwachungsverfahren ein, in der eine permanente Titelüberwachung stattfindet. Da ein erwirkter Titel 30 Jahre lang gültig bleibt, kann für die gleiche Zeit auch noch die Vollstreckung vollzogen werden. Ist der Schuldner in das Vermögensverzeichnis als pfandlos eingetragen, muss er eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. Mit Hilfe der angelegten Datenbanken kann die Creditreform in diesen 30 Jahren überwachen, ob der Schuldner zu Geld gekommen ist. Sobald dies der Fall ist und ein Vorgehen gegen den Schuldner erfolgsversprechend ist, wird die Vollstreckung eingeleitet. Das Monitoring stellt im Grunde also eine komplette wirtschaftliche Überwachung eines Schuldners da.

 Crefo Kreditversicherung – Forderungsausfallversicherung speziell für Creditreform Mitglieder

Die Creditreform arbeitet jedoch nicht nur alleine oder mit den eigenen Tocherunternehmen, sondern schließt sich im Kredit- und Forderungsmanagement seit einigen Jahren mit Kreditversicherern zusammen. Dabei handelt es sich um die Atradius Kreditversicherung und die R+V Allgemeine Versicherung AG, welche für Creditreform die sog. Crefo Kreditversicherung anbieten. Hierfür werden Wirtschaftsinformationen und Inkasso-Dienstleistung von Creditreform mit dem Versicherungsschutz durch Atradius oder R+V kombiniert. Die Crefo Kreditversicherung soll die Unternehmen gegen Zahlungsausfälle absichern und soll dazu führen, dass wegen dieser Sicherung offene Forderungen auch an die Hausbank abgetreten werden können. Nicht zuletzt soll hierdurch die Unternehmensexistenz abgesichert werden, sodass plötzliche Kundeninsolvenzen und damit ausfallende Forderungen keine zu große Asuwirkung auf ein Unternehmen haben. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass durch den Abschluss der Crefo Kreditversicherung nicht allein das Risiko gemindert und die Liquidität verbessert werden soll – durch den Abschluss der Versicherung steigt auch die bei der Creditreform berechnete Bonität. Der Abschluss einer Versicherung soll damit besonders lohnenswert erscheinen, wenn die Bonität nicht von vornherein besonders gut ist und sorgt dafür, dass die Creditreform vom Unternehmen mit noch weiter gehenden Informationen versorgt wird.

 Factoring

Creditreform betreibt darüber hinaus das Factoring. Das Factoring meint dabei ist ein eine gewerbliche Übertragung von Forderungen eines Unternehmens (Kreditor) gegen einen oder mehrere Forderungsschuldner (Debitor) vor Fälligkeit an ein Kreditinstitut oder ein Spezialinstitut (Factor). Dieser Factor kann die Creditreform sein, an welche die Forderungen der Mitgliedsunternehmen abgetreten werden können. Dabei gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten des Factoring.

Beim echten Factoring überträgt man dem Factor die Forderungen inklusive dem Risiko des Forderungsausfalls, während beim unechten Factoring das Forderungsausfallrisiko beim Kreditor verbleibt. Davon unabhängig muss der Kreditor bei beiden Arten des Factoring das Risiko für den tatsächlichen Rechtsbestand der Forderungen tragen, also sicherstellen, dass die Forderung tatsächlich auch besteht. Durch das Factoring werden Forderungen, die üblicherweise noch nicht fällig sind, gegen eine Gegenleistung übertragen. Hierdurch können Finanzierungs- und Handlungsfreiräume entstehen, Geld also schon vorher genutzt werden, bevor eine Forderung fällig wird. Die Creditreform weist auch beim Factoring darauf hin, dass dieses die Bonität steigern kann. Durch ein gleichbleibendes Eigenkapital steigt die Stabilität eines Unternehmens und damit die Bonitätseinschätzung der Creditreform. Das Factoring wird damit als ebenfalls vorteilhaft für den generellen Wirtschaftsverkehr dargestellt, sorgt vor allen Dingen aber weiterhin dafür, dass die Creditreform noch mehr Informationen sammelt.

 Notleidende Forderungen

Die Creditreform betätigt sich darüber hinaus auch in risikoreicheren Tätigkeitsfeldern. So bietet sie an, auch notleidende Forderungen (in der Praxis oft auch als „faule“ Forderungen oder „Heuschrecken“ bekannt) aufzukaufen und so die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern. Für solche notleidenden Forderungen gibt es heutzutage einen Sekundärmarkt, auf dem nur notleidende Forderungen angeboten werden. Sie stellen trotz des immensen risikos, dass sie niemals eingezogen werden können, handelbare Wirtschaftsgüter dar. Da das Risiko oft für die Gläubiger zu hoch ist, die Forderung nicht durchsetzen zu können, werden mittlerweile sehr viele dieser Forderungen an spezielle Unternehmen abgetreten, welche sich auf den entstandenen Sekundärmarkt konzentrieren.

Die Creditreform kümmert sich dabei in erster Linie um ungesicherte Konsumentenforderungen, wobei in erster Linie die CPM Creditreform Portfolio Management GmbH, ein Unternehmen der Creditreform AG, tätig wird. Sie kaufen einmalig oder wiederkehrend ganze Portfolios notleidender Forderungen auf und beschränken sich dabei nicht nur auf die Forderungen, für die schon Titel erstritten worden, sondern auch für noch untitulierte Forderungen. Damit die Creditreform solche Forderungen aufkauft, muss der ursprüngliche Forderungswerk der Forderungen bei etwa 200 Millionen € für mindestens 100 Einzelforderungen liegen, sodass einzelne notleidende Forderungen nicht abgetreten werden können. Vielmehr regelt die Creditreform das Risiko über die schiere Masse der Forderungen und der großen Höhe der Forderungssummen.

 Selbstauskunft einholen

Die Selbstauskunft ist die wichtigste Möglichkeit, Einsicht in die gespeicherten Daten zu nehmen. Hierbei muss unterschieden werden zwischen der Selbstauskunft für Unternehmen und der Selbstauskunft für Privatpersonen.

 Selbstauskunft für Unternehmen

Die Selbstauskunft für Unternehmen kann unter der Website https://www.creditreform.de/mitgliedschaft/online-services/eigenauskunft.html eingeholt werden. Diese ist kostenlos und gibt einen Überblick über die Wirtschaftsauskunft und die Bonitätsbeurteilung des eigenen Unternehmens sowie sämtliche ber das Unternehmen bei Creditreform gespeicherten Daten. Außerdem wird erklärt, auf welcher Grundlage potentielle Geschäftspartner das Ausfallrisiko des eigenen Unternehmens einschätzen.

 Selbstauskunft für Privatpersonen

Als Privatperson hat man die Möglichkeit, bei der Boniversum GmbH eine Selbstauskunft anzufordern. In dieser sind alle Informationen aufgeführt, die über die Person gespeichert sind. Die Selbstauskunft ist im jährlichen Intervall kostenlos und kann auf der Internetseite www.bonigo.de online bestellt werden. Alternativ kann die Selbstauskunft in den Geschäftsräumen der Boniversum GmbH persönlich, per E-Mail (service@bonigo.de), per Fax (02131-36845-570) oder per Post (Creditreform Boniversum GmbH, BONIGO Kundenservice, Hellersbergstr. 11, 41460 Neuss) angefordert werden.

Eintrag löschen lassen

Besonders ärgerlich ist es, wenn im Wege der Selbstauskunft festgestellt wird, dass Einträge veraltet oder schlichtweg falsch sind. Dann sind Mittel und Wege gefragt, wie man mit dieser Situation umgehen kann, denn dies kann zu erheblichen Folgen führen. Leitet Creditreform beispielsweise nachteilige Daten an ein Geldinstitut oder einen potentiellen Geschäftspartner weiter kann es durchaus vorkommen, dass wegen des schlechten Bonitätsindex ein Konto gekündigt oder ein Kredit nur zu sehr ungünstigen Konditionen oder schlichtweg gar nicht gegeben werden.

Kenntnis ist wichtig – regelmäßig informieren!

Um schwerwiegenden Folgen zu entgehen, sollte man so früh wie nur möglich von falschen oder veralteten Informationen wissen. Gibt es daher Anhaltspunkte für ein solches Szenario, sollte schnellstmöglich eine Selbstauskunft eingeholt werden. Darüber hinaus ist es generell anzuraten, einmal im Jahr die kostenlose Auskunft bei der Boniversum GmbH zu verlangen, als Geschäftskunde bei Creditreform selbst. Abseits der freiwillig angebotenen Möglichkeit der Selbstauskunft kann notfalls die gesetzliche Regelung des § 34 BDSG dabei helfen, denn dieser gibt einem den Anspruch, darüber aufgeklärt zu werden, welche Daten eine Stelle über die eigene Person gesammelt hat.

Beschwerde bei Creditreform / Boniversum einlegen

Bei allen möglichen Nachteilen, zu denen falsche oder veraltete Daten führen können darf nicht vergessen werden, dass die aufarbeitenden Stellen selbst ein großes Interesse an der Richtigkeit ihrer Daten haben. Die berechnete Bonität kann nur dann vertrauenswürdig und verlässlich sein, wenn sie die richtigen Grundlagen hat. Unternehmen werden nur solange auf die Leistungen der Creditreform bzw. von Boniversum zurückgreifen, wie die Auskünfte auch korrekt sind.

Trotz dessen ist es fast die Regel, dass Daten veraltet oder unrichtig gespeichert sind und zur Berechnung herangezogen werden. Bemerken Sie dies, sollten Sie schnellstmöglich Beschwerde hiergegen einlegen. Gemäß § 33 BDSG ist eine datenverarbeitende Stelle nämlich grade dazu verpflichtet, falsche Daten zu berichtigen bzw. zu löschen. Besondere, formelle Hürden sind hier nicht zu erwarten, denn grundsätzlich reicht es, formlose aber schriftlich die Beschwerde einzulegen. Sie sollten jedoch die Unterlagen mitsenden, welche die Unrichtigkeit der Daten beweisen können.

Geht eine solche Beschwerde ein, gebietet das BDSG, dass die Daten gesperrt werden, bis festgestellt werden kann, ob die Daten falsch oder richtig sind. Nur wenn die Daten doch nicht falsch und aktuell sind, werden die Daten entsperrt und weiter genutzt. Im anderen Fall werden die Daten gelöscht. Sollte die verarbeitende Stelle der Aufforderung zur Löschung hernach nicht nachkommen, kann der Anspruch aus dem BDSG im Klageweg geltend gemacht werden. Bei besonderer Dringlichkeit sollte zudem ein Anwalt eingeschaltet werden, um die Reaktionszeit der verarbeitenden Stelle zu erhöhen.

Möglichkeiten gegen den Verursacher falscher Daten

Die Creditreform bzw. Boniversum berechnen grundsätzlich nur aus den gesammelten Daten, welche Ihnen von anderen Stellen zugeleitet werden. Verursacher ist jedoch das Unternehmen, welche grade die falschen Daten weitergeleitet hat. Damit dies in der Zukunft unterbleibt, sollte auch gegen den Verursacher vorgegangen werden. Auch dieses Unternehmen ist eine datenverarbeitende Stelle und daher nach dem BDSG zur Berichtigung der Daten angehalten. Der Verursache ist dann auch zum Widerruf der Daten gegenüber der Creditreform bzw. Boniversum verpflichtet.

Schadenersatz möglich?

Entstehen wegen falscher oder veralteter Daten und einer negativen Bonitätsprüfung Schäden bei der geprüften Person, ist fraglich, wer hierfür aufkommen muss. Die Creditreform bzw. Boniversum selbst haftet dabei grundsätzlich nicht, denn ihnen ist es aufgrund der Masse der Daten nicht zuzumuten, sämtliche Information auf Richtigkeit zu überprüfen.

Allerdings ist es möglich, gegen den Verursacher vorzugehen. Ein Anwalt kann Ihnen dabei helfen, von diesem Schadenersatz zu fordern. Dabei sollten Sie sich nicht scheuen, einen Anwalt einzuschalten, denn die Kosten hierfür sind als Schadensposition ebenfalls zu ersetzen und vom Verursacher zu zahlen. Dies wurde vom AG Halle (Saale) so bestätigt (Urteil vom 28.02.2013 – Az.: 93 C 3289/12).

 
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8 Kommentare zu “Creditreform – Wichtige Informationen!
  • 28. November 2016 um 08:54

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Frage zu Creditreform (Boniversum). Gern schauen wir uns Ihre Auskunft bezüglich der Daten von Creditreform an und beurteilen, ob wir etwas für Sie tun können. Wir nehmen umgehend Kontakt mit Ihnen auf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 24. November 2016 um 09:36
    patrick r. sagt:

    wir haben auch probleme mit einem eintrag bei creditreform boniversum. können sie sich das juristisch anschauen und wenn möglich eine löschung bei creditreform beantragen. es behindert uns sehr. bitte kontaktaufnahme schnellstmöglich

  • 8. November 2016 um 13:30

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich Creditreform. Gern können Sie uns Ihren Creditreform Auszug zukommen lassen und uns Ihren Fall am Telefon genauer schildern. Wir schauen uns zeitnah an, was über Sie eingetragen wurde und bewerten die Angelegenheit datenschutzrechtlich. Sollten wir eine Möglichkeit der Korrektur oder Löschung von Daten bei Creditreform sehen, nehmen wir diese für Sie vor. Wir nehmen umgehend mit Ihnen Kontakt auf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 8. November 2016 um 08:15
    Anonym sagt:

    Können Sie uns als Rechtsanwalt gegen die Creditreform Boniversum vertreten? Wir haben dort eine negative Eintragung, die unserer Ansicht nach fehlerhaft bzw. unberechtigt ist. Können wir das über Sie löschen lassen? Eine Auskunft liegt uns bereits vor. Bitte um Kontaktaufnahme

  • 24. Oktober 2016 um 08:12

    Guten Tag,

    handelt es sich bei der Bonitätsprüfung denn um die Schufa oder um Creditreform? Grundsätzlich muss die betroffene Person in die Datenabfrage eingewilligt haben. Dass scheinbar ohne Grund auch Ihr Ehepartner über Creditreform abgefragt wurde, ist sehr merkwürdig. Vielleicht mögen Sie uns Ihren Fall genauer schildern, und wir schauen uns an, ob wir etwas dagegen tun können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 22. Oktober 2016 um 20:43
    Isabelle sagt:

    Guten Tag,
    eine Firma bei denen ich immer nur kleinere Artikel kaufe und immer in Bar bezahle, hat ohne mein Einverständnis eine Bonitätsprüfung durchführen lassen. Ebenfalls wurde mein Ehepartner mitgeprüft.
    Ist diese Vorgehenweise rechtens? Kann man dagegen vorgehen? Und wie kann man unterbinden, das jeder unbegründet Informationen anfordern kann?
    Vielen Dank
    I. Van Der Heiden

  • 21. Oktober 2016 um 08:36

    Guten Tag,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blogbeitrag “Creditreform – Wichtige Informationen!” und unserer Dienstleistung. Ob wir Ihren Eintrag bei Creditreform löschen lassen können, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Sie sagen, ein Inkassobüro bereitet Ihnen bereits seit langem und bezüglich Creditreform Probleme. Hier bräuchten wir genauere Informationen. Ich schlage vor, Sie rufen uns unverbindlich an und schicken uns zeitgleich Ihre Creditreform Auskunft. Dadurch können wir schnell klären, wie genau der Fall liegt und was wir für Sie tun können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 21. Oktober 2016 um 07:23
    Hans R. sagt:

    Unsere GmbH wurde aufgrund dubioser Umstände bei der Creditreform eingetragen. Können Sie den Eintrag löschen lassen? Unterlagen und alles können wir Ihnen umgehend zusenden. Bitte um Aufklärung der Kosten. Es geht inhaltlich um ein Inkassobüro, mit dem wir schon länger Probleme haben, was letztlich einen Eintrag bei Creditreform verursacht hat. Eine Löschung wollte man dort nicht vornehmen, obwohl wir uns mehrfach schriftlich erklärten. Wir kommen alleine nicht mehr weiter und unserer Rechtsanwalt kennt sich mit dem datenschutzrechtlichen Teil nicht aus. Daher sind wir auf Ihre Kanzleiseite gestoßen und würden gern Ihre Hilfe in Anspruch nehmen, Herr Rechtsanwalt Feil. Wir freuen uns über kurzfristige Rückmeldung.

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