Bußgeldbescheid und kostenlose Beratung?

Betroffene eines Bußgeldbescheids verspüren den Wunsch, das ihnen vorliegende behördliche Schreiben juristisch überprüfen zu lassen. Ist der Bußgeldbescheid korrekt verfasst worden? Stimmt der Vorwurf überhaupt, dass ich eine Ordnungswidrigkeit begangen habe? Sind Fehler im Bußgeldbescheid enthalten, und sollte man Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen? Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Betroffenen, sondern sollten auch im Rahmen einer juristischen Beratung geklärt werden. Ansprechpartner hierfür sind spezialisierte Rechtsanwälte. Im Internet finden sich viele, die eine Beratung anbieten. Doch inwieweit gibt es eine „kostenlose Beratung“ hinsichtlich Ihres Bußgeldbescheids überhaupt?

Unterschied Beratung und Erstberatung

Wichtig ist zu verstehen, dass viele Rechtsanwälte im Internet mit einer kostenlosen Erstberatung oder kostenlosen Ersteinschätzung bezüglich des Ihnen vorliegenden Bußgeldbescheids werben. Dies ist auch legitim und kommt den Betroffenen meist sehr entgegen, da somit „ein Professioneller“ die erste Einschätzung kostenfrei abgibt, um Orientierung zu bieten und die weiteren Schritte abschätzbar werden zu lassen. Hier genau liegt der Unterschied zwischen einer Erstberatung und „echten“ juristischen Beratung. Die kostenlose Beratung ist von Rechtsanwälten als kostenfreie Erstberatung gemeint und zielt darauf, sich den Fall des Betroffenen anzuhören (je nach Kanzlei mehr oder weniger detailliert), sich den Bußgeldbescheid vorlegen zu lassen (digital oder als Kopie) und eine erste Einschätzung der Gesamtsituation abzugeben. Hierbei lassen sich wichtige Fragen klären wie etwa die Frage danach, welche Fristen beachtet werden müssen, welche Möglichkeiten (Einspruch oder Klage) es gibt, welche davon grundsätzlich ratsam sind, welche Kosten in einem Verfahren auf einen zukommen könnten, wie hoch die Anwaltskosten sind, falls der Rechtsanwalt mit der Verteidigung beauftragt wird und viele weitere Fragen.

Einige Rechtsanwälte lassen sich bereits die Erstberatung teuer bezahlen, was auch ihr gutes Recht ist – als Betroffener ist es jedoch wiederum Ihr gutes Recht, eine kostenfreie Erstberatung bei jemandem in Anspruch zu nehmen, der diese anbietet. Wir empfehlen nicht, für eine Ersteinschätzung eines Anwalts Geld zu bezahlen. Wir empfinden dies als nicht mehr zeitgemäß und beobachten auch, dass immer mehr Kollegen und Kanzleien die kostenlose Erstberatung anbieten.

Eine „echte“ Beratung beim Rechtsanwalt ist allerdings grundsätzlich kostenpflichtig und nicht mit einer Ersteinschätzung zu verwechseln. Bei einer kostenpflichtigen juristischen Beratung hinsichtlich Ihres Bußgeldbescheids können Sie erwarten, dass Ihr Rechtsanwalt verbindliche Aussagen darüber trifft, ob der Bußgeldbescheid rechtlich wirksam ist, ob er konkret angreifbar ist, wie genau die Vorgehensweise aussieht etc. Innerhalb einer „echten Beratung“ macht der Rechtsanwalt also derart genaue und verbindliche Aussagen, dass er Ihnen gegenüber grundsätzlich auch für diese Aussagen haftet. Schon allein wegen der Haftungsrisiken wird ein Rechtsanwalt keine kostenfreie tiefgehende Beratung anbieten, außerdem zieht auch der Gesetzgeber enge Grenzen für „kostenlose Beratungen“ eines Rechtsanwalts.

Was wir kostenlos anbieten, wenn Sie einen Bußgeldbescheid erhalten haben

Unsere Kanzlei bietet jedem, der einen Bußgeldbescheid bekomme hat an, uns diesen Bescheid unverbindlich (d.h. insbesondere kostenlos) digital zuzuschicken. Wir schauen uns den Bußgeldbescheid gern an und lassen uns von Ihnen Ihren Fall mitteilen, um Ihnen sodann eine kostenlose Ersteinschätzung zu schicken. Dies kann alles per Mail, oder aber am Telefon erfolgen. Innerhalb dieser Ersteischätzung teilen wir Ihnen mit, wie wir Ihren Fall grundsätzlich betrachten, welche Schritte möglich und sinnvoll sind, und welche Kosten auf Sie zukommen könnten. Erst auf Ihren Wunsch werden wir für Sie juristisch kostenpflichtig tätig, und falls Sie dies wünschen, werden Sie von uns transparent über anfallende Kosten für unsere Tätigkeit informiert – und zwar vorher, sodass Sie eine auch wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung treffen können.

Was wir kostenlos innerhalb einer ersten Beratung beispielsweise nicht leisten können ist, Ihnen ein Musterschreiben an die Behörde mitzugeben, das passgenau auf Ihren Fall anwendbar ist, oder aber Ihnen die exakten Erfolgsaussichten einer möglichen Klage darstellen. Dafür müssten wir uns Ihren Fall in der Tiefe und verbindlicher Weise anschauen können, was kostenlos unsererseits nicht möglich ist.

Falls Ihnen jemand eine kostenlose „echte“ juristische, tiefgehende Beratungsleistung anbietet, ist unserer Ansicht nach Vorsicht angesagt.

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich von uns eine kostenlose erste Beratung einzuholen, um Ihre Situation rund um den Ihnen vorliegenden Bußgeldbescheid besser einschätzen zu können.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Bußgeldbescheid und kostenlose Beratung?
  • 6. März 2017 um 10:40 Uhr
    Arndt says:

    mir wurde im internet eine kostenlose beratung versprochen, wenn ich meinen bußgeldbescheid schicke. das habe ich dann gemacht, da ich dachte, dass die beratung wirklich kostenlos ist. aber es kam eine rechnung zurück (nicht viel, nur 40 euro, aber trotzdem). kostenlos heißt doch kostenlos. und das “gutachten” hat mich auch nicht vom hocker gehauen, es war wie ein textbaustein.

    • 7. März 2017 um 15:58 Uhr

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema “Bußgeldbescheid und kostenlose Beratung?”. Wenn Ihnen tatsächlich eine kostenlose Beratung versprochen wurde, dann aber eine Rechnung erfolgt, sollten Sie wohl nicht darauf eingehen. Das wäre fast Betrug. Es kommt aber darauf an, ob Ihnen tatsächlich eine kostenlose Beratung der gesamten Angelegenheit, oder lediglich eine kostenlose Erstberatung versprochen wurde. Gern können Sie uns die ganze Sache einmal genauer schildern.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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