Bußgeld berechnen

Haben Sie einen Bußgeldbescheid bekommen und wollen wissen, wie sich die Geldbuße berechnet hat? Oder wissen Sie vielleicht, dass ein Bußgeldbescheid demnächst ins Haus steht und wollen bereits vorher wissen, mit welchem Bußgeld sie zu rechnen haben? Der vorliegende Beitrag soll Ihnen bei der Beantwortung dieser Fragen helfen.

Das Bußgeld als Sanktion einer Ordnungswidrigkeit

Bevor auf die konkreten Berechnungsmethoden des Bußgelds zu sprechen gekommen wird, soll zunächst das Bußgeld an sich erläutert werden. Das Bußgeld ist juristisch gesprochen eine Sanktion für eine Ordnungswidrigkeit. Juristisch formal korrekt formuliert ist das Bußgeld daher keine Strafe, da Strafen nur für Strafnormen ergehen. Das Bußgeld ist also eine Sanktion für ein milderes Vergehen, welches ohne Strafverfahren vor Gericht ausgesprochen wird. Dabei ist die Einordnung eines Vergehens als Ordnungswidrigkeit wiederum von der Erteilung eines Bußgelds abhängig, da Ordnungswidrigkeiten nur dann vorliegen, wenn sie nicht mit einer Strafe, sondern einer Buße belegt sind. Insoweit schließt sich der Kreis also.

Die Erteilung des Bußgelds und andere Formen der Buße

Das Bußgeld wird im Bußgeldbescheid festgelegt, welcher dem Betroffenen zugestellt wird. Gegen den Bußgeldbescheid sind sodann Rechtsbehelfe möglich (bspw. der Einspruch gegen den Bußgeldbescheid oder die Gegenwehr in einem anzustrengenden Gerichtsverfahren). Mitunter besteht die Möglichkeit, auf die Höhe des Bußgelds einzuwirken. Für derlei Möglichkeiten sollten Sie jedoch einen Anwalt zu Rate ziehen, da dieser Ihnen erklären kann, worauf es in diesen Fällen ankommt.

Neben dem klassischen Bußgeld gibt es weitere Sanktionen, die im Bußgeldbescheid ausgesprochen werden können. Hierzu gehört die Verteilung von Punkten für das Verkehrszentralregister in Flensburg sowie ein etwaiges Fahrverbot (welches wiederum von der Strafe des Entzugs der Fahrerlaubnis abgegrenzt werden muss).

Will man also das Bußgeld berechnen, muss der Blick je nach konkreter Ordnungswidrigkeit auch auf etwaige Nebenbußen gerichtet werden. Je nach Verstoß kann man so neben dem Bußgeld auch die drohenden Punkte oder die Dauer eines Fahrverbots berechnen.

Das Bußgeld berechnen – doch wie?

Das Bußgeld berechnet man am Besten mit einem Bußgeldrechner, denn je nach Ordnungswidrigkeit sind die Geldbußen und die Nebenbußen in den betreffenden Gesetzen konkret festgelegt. Sämtliche möglichen Geldbußen hier aufzuführen würde daher den Rahmen deutlich sprengen. So ist alleine im Straßenverkehr – dem wohl relevantesten Gebiet, um ein Bußgeld zu berechnen – danach zu unterscheiden, in welcher Konstellation überhaupt eine Ordnungswidrigkeit begangen wurde. Es gibt Geschwindigkeitsverstöße, Verstöße beim Abbiegen, Verstöße betreffend den Mindestabstand, Alkoholverstöße, Verstöße auf der Autobahn, Mängel am Fahrzeug, Halte- und Parkverstöße, Verstöße im Zusammenhand mit der Bedienung des Handys oder Smartphones oder Verstöße im Hinblick auf Polizeikontrollen.

Je nachdem, welche Oberkategorie betroffen ist, sind dann weitere Angaben nötig, um das Bußgeld zu berechnen. Relevant ist dabei immer das konkrete Delikt. So ist alleine bei den Abbiegeverstößen danach zu unterscheiden, ob man sich nur falsch eingeordnet hat, den Gegenverkehr nicht beachtet hat, keine Rücksicht auf Fußgänger genommen hat, den Blinker nicht gesetzt hat oder einfach falsch abgebogen ist. Ähnliches gilt für sämtliche weitere Kategorien, sodass die Berechnung des Bußgelds stark von dem geahndeten Verhalten abhängt.

Steht die geahndete Ordnungswidrigkeit fest, sind die Begleiterscheinungen des Delikts ebenfalls für die Berechnung des Bußgelds von Bedeutung. In diesem Zusammenhang kann beispielsweise für die Berechnung des Bußgelds relevant sein, ob bei einem Abbiegeverstoß andere Verkehrsteilnehmer gefährdet worden sind oder eine Sachbeschädigung die Folge war. Bei anderen Delikten spielt es durchaus eine Rolle, ob man sich noch in der Probezeit befindet. Gerade bei Alkoholdelikten ist von Bedeutung, ob man bereits in der Vergangenheit in ähnlichen Kontrollen auffällig geworden ist und wie häufig dies der Fall war. Bei den klassischen Geschwindigkeitsübertretungen ist darüber hinaus für die Berechnung des Bußgelds relevant, ob man mit einem PKW oder LKW gefahren ist, ob der Verstoß innerorts oder außerorts passiert ist und ob man eine etwaige Toleranz abziehen kann. Wollen Sie das Bußgeld für einen Parkverstoß berechnen, kommt es auch darauf an, wie lange sie geparkt haben.

Beispiele für die Berechnung des Bußgelds

Bei der Berechnung des Bußgelds können mitunter überraschende Werte herauskommen, da die Bußgelder sehr stark divergieren. Haben Sie bspw. nur an einem Gehweg gehalten, niemanden dadurch behindert und dauerte der Verstoß weniger als 60 Minuten an, so berechnen Sie ein Bußgeld von 10€. Punkte oder ein Fahrverbot als Nebensanktionen gibt es dafür nicht. War eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer bei diesem Delikt der Fall, erhöht sich das Bußgeld in der Berechnung auf 15€, weitere Nebensanktionen gibt es hier jedoch auch nicht. Haben Sie dagegen in einer Feuerwehrzufahrt geparkt und dabei andere Verkehrsteilnehmer behindert, erhöht sich das Bußgeld sofort auf 65€. Ein Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg kommt bei der Berechnung noch dazu, ein Fahrverbot gibt es immerhin nicht.

Noch eklatanter sind die Unterschiede beim Berechnen des Bußgelds bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen. Waren Sie bspw. außerorts nur 5 km/h zu schnell, so berechnen Sie beim Bußgeld nur geringe 10€ ohne weitere Sanktionen. Waren Sie jedoch außerorts 30 km/h zu schnell, erhöht sich das Bußgeld direkt auf 80€ sowie einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Waren Sie sogar innerorts 30 km/h zu schnell? Sie berechnen hierbei ein Bußgeld von 100€, den Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg gibt es noch obendrauf.

Wirklich unangenehm kann es werden, wenn Sie noch schneller unterwegs sind. Hatten Sie es eilig und waren außerorts ganze 50 km/h zu schnell unterwegs, berechnen Sie nicht nur 160€ Bußgeld sowie 2 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg, sondern ein weiteres Fahrverbot von einem Monat kommt ebenfalls noch als Sanktion dazu.

Ein Extrembeispiel für die Berechnung des Bußgelds gefällig? Waren Sie bereits mehrfach mit Alkohol am Steuer unterwegs und wurden dabei erwischt, so bekommen Sie direkt 3 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg. Da dort mit 8 Punkten ein Fahrverbot droht und für die vorherigen Verstöße ebenfalls bereits Punkte angefallen sein dürften, ist alleine deshalb ein Fahrverbot bereits unumgänglich. Daneben steht jedoch die Aussprache eines gesonderten Fahrverbots im Ermessen der Behörde. Gleiches gilt für das Bußgeld, hier sind ganz besonders scharfe Bußgelder möglich. Daneben wird es jedoch nicht beim Berechnen des Bußgelds bleiben: In derartigen Fällen müssen Sie auch mit strafrechtlichen Sanktionen rechnen. Die dauerhafte Entziehung der Fahrererlaubnis, eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe sind hier alles andere als nur theoretischer Natur.

Fazit

Wie Sie anhand der Beispiele gesehen haben, kommt es bei der Berechnung des Bußgeldes ganz immens auf das konkrete Delikt bzw. die Ordnungswidrigkeit sowie die Begleitumstände des Verhaltens an. Wollen Sie das Bußgeld und die Nebensanktionen berechnen reicht es beispielsweise nicht aus zu sagen, dass sie 10 km/h zu schnell gefahren oder 30 Minuten falsch geparkt haben. Gerade die Nebenumstände sind für das Berechnen des Bußgeldes enorm wichtig.

Sind Sie sich einmal nicht sicher, welches Bußgeld Ihnen droht oder wollen Sie ein bereits erteiltes Bußgeld in der Höhe überprüfen lassen, kann Ihnen ein Anwalt schnell helfen. Dieser weiß, auf welche Gesetze es beim Berechnen des Bußgeldes ankommt und kann Ihnen schnell Auskunft erteilen. Auch bei der Gegenwehr gegen einen Bußgeldbescheid ist ein Anwalt die erste Adresse.

Benötigen Sie Hilfe oder Beratung zum Thema Bußgeld berechnen oder zum Bußgeldbescheid allgemein? Kontaktieren Sie uns! Wir helfen Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat.

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 5 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen