Onecoin Scam – rechtliche Hintergründe zur Kryptowährung!

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Einigen wird die Kryptowährung OneCoin ein Begriff sein. Bekannt wurde diese durch die vielversprechenden Aussagen des Unternehmens „Onecoin Ltd.“ Dass es sich dabei jedoch vielmehr um eine Betrugsmasche handeln könnte zeigte sich bereits 2016, als es zu der ersten Warnung seitens der Italienischen Wettbewerbsbehörde kam. Auch in Deutschland befasste sich die BaFin, die Finanzaufsichtsbehörde bereits Anfang 2017 mit der Kryptowährung OneCoin und mit deren Betreibern. Ausschlaggebend dafür war, dass ein Erwerb nur durch eine Überweisung auf verschiedene Konten des Betreibers möglich war und diese Gelder anschließend an verschiedene Konten im Ausland transferiert wurden. Für einen solchen Vorgang bedarf es jedoch einer Erlaubnis, die nicht vorlag, weshalb es durch die BaFin zu einer Aufforderung, dem Einstellen der Geschäftstätigkeit des Marketing Services der OneCoin Ltd kam. Eine Erlaubnispflicht bestand aus Sicht der BaFin deshalb, weil es sich um einen Eigenhandel nach nach § 1 Absatz 1a Satz 2 Nr. 4 Kreditwesengesetz (KWG) handle. Nach § 32 Absatz 1 KWG ist eine solche Erlaubnis für den Betrieb im Inland zwingend erforderlich. Bereits im April, wurden bedingt durch die weiterhin fehlende Erlaubnis, der Vertrieb und der Verkauf von OneCoins in Deutschland schließlich durch die BaFin verboten.

Wie genau lief die Masche ab?

Anfänglich stand nicht die digitale Währung, sondern Schulungspakete, die durch die Betreiber beworben wurden im Mittelpunkt der Betrugsmasche. Es sei erst später auf verschiedenen Veranstaltungen zum eigentlichen werben für die Kryptowährung gekommen. Teilnehmern wurden unter anderem Provisionen versprochen, die bei gewissen Umsätzen ausgezahlt werden sollten.

Für Anleger waren jedoch in erster Linie die Aussagen, mit denen für die digitale Währung geworben wurde ein Anreiz, in diese zu investieren. Die Betreiber versprachen auf ihrer Internet Seite, dass OneCoin kurz vor dem Durchbruch stehe und hohe Renditen winken würden. Auch machten sich die Betreiber sie Sozialen Medien zu Nutze und streuten ihre Informationen, in denen die Kryptowährung als vermeintlicher Geheimtipp angepriesen wurde.

Was sind die OneCoins wert?

Nicht wenige Anleger sind auf die Masche der Betreiber herein gefallen und investierten mitunter beträchtliche Summen in OneCoins. Es stellt sich nun die Frage, ob es sich bei OneCoin nur um einen Betrug handelt, oder ob die digitale Währung tatsächlich auch einen Wert an. Problematisch ist in dieser Hinsicht besonders, dass ein Umtausch der OneCoins lediglich über die unternehmenseigene Webseite dealshaker.com möglich ist. Es scheint hier jedoch mittlerweile nicht mehr möglich zu sein, die eigenen OneCoins gegen gegen Fiatgeld zu tauschen. Diese können stattdessen nur gegen verschiedene Angebote eingetauscht werden. Anleger wird in diesem Zusammenhang versprochen, dass der geplante Börsengang des Unternehmens dafür sorgen würde, dass es zu einer Auszahlung kommen würde. Es erscheint jedoch mehr als fraglich, dass es tatsächlich zu einem Börsengang des Unternehmens kommen wird.

Vertriebsform der Kryptowährung

Nicht nur die Italienische Wettbewerbsbehörde, sondern auch diverse Medien warnten bereits 2016 vor OneCoin. Besonders die angebotenen Seminare und die damit verbundene Vertriebsform, waren der Grund vor frühzeitigen Warnungen. Auf Seminaren wurde den Teilnehmern angeraten, weitere Händler zu werben. Dabei sei es egal, ob es sich um Freunde, Familie oder sonstige Personen handle. Die Vertriebsform von Bitcoin gleicht dem Grunde nach einem sogenannten „Pyramidensystem“. Die zu teuren Preisen verkauften Seminare dienten daher ausschließlich der Rekrutierung. Daher kommt auch die früh aufkommende Kritik von Medien und co.

Anreiz für besagte Seminare schafften hauptsächlich vermeintliche Erfolgsgeschichten von OneCoin Anlegern. Wie für eine solche Betriebsform typisch, wurden Videos, in denen von den erzielten Erfolgen berichtet wurde, in sozialen Netzwerken verbreitet. Ziel war es eine möglichst große Reichweite aufzubauen, um Interessenten zu gewinnen und für einen wachsenden Zulauf der angebotenen Seminare zu sorgen. Versprechungen, es könne ein Vermögen mit OneCoins verdient werden, wenn man es einmal nach oben geschafft hat, waren dabei ein besonders großer Anreiz für Anleger.

Was Anleger  dieser Kryptowährung jetzt tun können!

Dass sich etwas im Fall OneCoin tut, zeigt sich in einem aktuellen Urteil des OLG Hamm. Aus diesem geht hervor, dass ein Vermögensarrest in Höhe der Beträge verhängt werden kann, die die Gesellschaft im Zusammenhang mit den unerlaubten Geschäften erlangt haben soll und die im Falle einer späteren strafrechtlichen Verurteilung der Einziehung unterliegen. Ausreichend sei es bereits, wenn eine begründete Annahme dafür vorliegt, dass die Voraussetzungen der Einziehung von Wertersatz vorliegen. Dies wurde auch von dem Gericht angenommen, da der Verdacht besteht, Zahlungsdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) durchgeführt zu haben. Dies bedeutet, dass Anlegern, denen ein Schaden entstanden ist, ein Schadensersatzanspruch zustehen kann. Geschädigte sollten sich daher am besten an einen Rechtsanwalt wenden, um sich von diesem ihre rechtlichen Möglichkeiten und die Chancen ihr Geld zurückzubekommen aufzeigen lassen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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