Masternodes und Steuern

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Mit Kryptowährungen lässt sich auf verschiedene Arten Geld verdienen. Dazu gehören auch Masternodes, in denen Nutzer die Möglichkeiten einer passiven Einnahmequelle sehen. Bei den sogenannten Nodes handelt es sich um Server, die die gesamte Blockchain gespeichert haben. Auch verifizieren die Nodes sämtliche Transaktionen und auch Blöcke. Demnach stellen die Nodes die Knotenpunkte eines dezentralen Netzwerks dar und sind somit unabdingbar für die Funktionsfähigkeit eines solchen Netzwerks. Ein wesentlicher Unterschied zum Mining besteht jedoch darin, dass bei den Kryptowährungen wie Bitcoin, ein solcher Knotenpunkt ohne eine Miningfunktion nicht vergütet wird. Aufgrund dessen startete 2015 ein Programm, welches durch private Investoren gefördert wurde und die Motivation für Nutzer zu erzeugen, einen solchen Knotenpunkt zu betreiben. Ziel war es dabei, den Anreiz durch eine Vergütung, welche durch die Spendengelder finanziert werden sollte, zu schaffen.

Doch bezüglich der Entlohnung für das Betreiben von Knotenpunkten unterscheiden sich die Kryptowährungen untereinander. Bei manchen Kryptowährungen werden die mit dem Betreiben von Nodes verbundene Tätigkeiten entlohnt. Bei „Dezentrale Governance“ handelt es sich um eine Gewinnbeteiligung. Hier werden die Betreiber von sogenannten Masternodes an den Gewinnen, die durch Miner erzielt werden beteiligt.

Was für verschiedene Knotenpunkte gibt es eigentlich?

Immer wieder ist im Zusammenhang mit Kryptowährungen die Rede von Knotenpunkte. Doch welche verschiedenen Arten von Netzwerkknoten es gibt, ist dabei den wenigsten bekannt.

So gibt es beispielsweise Netzwerkknoten, auf denen die gesamte Blockchain lokal gespeichert ist. Diese sogenannten Full-Nodes kontrollieren sämtliche Transaktionen nach den jeweiligen Konsensregeln der entsprechenden Blockchain. Kommt es zu einem Fehlverhalten, so wird dies an die verbundenen Knoten weitergeleitet, um beispielsweise das sogenannte double spending zu verhindern.

Eine andere Art des Netzwerkknotens stellen die sogenannten Light-Nodes dar. Diese speichern nicht die gesamte Blockchain ab, sondern es befindet sich immer nur ein Teil der Blockchain auf den Netzwerkknoten gespeichert. Die Aufgabe der Light-Nodes besteht darin, Transaktionen durch einen Zugriff auf Full-Nodes zu kontrollieren und bestätigen. Das Besondere an Light-Nodes ist, dass diese auch auf mobilen Endgeräten betrieben werden können. Möglich ist dies durch den besonderen strukturellen Aufbau. Einzige Voraussetzung dafür ist ein mobiles Datenvolumen und eine gewisse Speicherkapazität auf dem mobilen Endgerät.

Welche Funktionen haben die Knotenpunkte?

Netzwerkknoten haben verschiedene Funktionen, zu denen beispielsweise die Verifizierungsfunktion zählt. Weitere Funktionen sind beispielsweise die Wallet – Funktion und die Mining -Funktion. Dabei unterscheiden sich die Funktionen des Knotenpunktes von der Art des Netztwerkknoten. So verfügen Full-Nodes immer mindestens über eine Verifizierungsfunktion. Mit verschiedenen Funktionen gehen auch weitere Möglichkeiten der Erweiterung einher. So können Netzwerkknoten, die über eine Wallet – Funktion verfügen noch um weitere Funktion erweitert werden. Dazu gehört beispielsweise das Senden und Empfangen von Coin – Einheiten. Weiter Funktionen sind noch das Signieren von Nachrichten, der Zugriff auf den privaten Schlüssel und das Erstellen sowie das Darstellen und das Sichern eigener Adressen.

Masternodes

Zu den vollwertigen Netzwerkknoten gehören die sogenannten Masternodes. Diese Netztwerkknoten haben verschiedene Funktionen und sind von der jeweiligen Blockchain abhängig. Zu den gängigen Funktionen gehören beispielsweise anonyme Transaktionen und auch eine unverzügliche Bestätigung der Transaktionen. Man spricht in diesem Fall von einem Instant Send. Zu weiteren Funktionen gehört das Coin – Mixing, sowoe die Teilnahme an der politik des Coin durch das durch den Masternode zustehende Stimmrecht.

Wie können Masternodes betrieben werden?

Zum einen bedarf es einer gewissen Anzahl an Coins pro Masternode. Ebenfalls wird ein Server zum Betreiben der Node benötigt. Hier findet eine Vergütung nur statt, wenn der Server durchgängig in Betrieb ist. Ebenfalls bedarf es einer gewissen Speicherkapazität. Denn ohne diese ist eine kontinuierliche Synchronisation der Blockchain nicht möglich. Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, erhalten Masternodes eine Entlohnug also einen Anteil am Block – Reward. Dieser wird dabei zu gleichen Teilen zwischen Masternodes und Minern aufgeteilt.

Welche Rolle haben Masternodes in der Wirtschaft?

Masternodes spielen auch in der Wirtschaft eine immer größer werdende Rolle, da der Aufbau einer Masternode durch die geforderte Mindestmenge an Coins auch immer mit einem gewissen Kapitaleinsatz verbunden ist. Die Wirtschaft ist daher vor allem an den Renditechancen, die sich durch das Betreiben einer Masternude ergeben, interessiert. Die Rendite hängt dabei grundsätzlich vom erbrachten Kapital Einsatz ab. Es wird daher zunehmend untersucht, in welchem Verhältnis der benötigte Kapitaleinsatz zum erwarteten passiven Einkommen steht. In der Wirtschaft wird dazu die passive Einkunftsquelle der Masternode mit der Dividende einer Aktiengesellschaft verglichen, um deren Rentabilität einzuordnen.

Hierzu wird der Return on Investment berechnet. Maßgeblich für diese Berechnung sind unter anderem die Kosten, die für die Errechnung einer Masternode einzuplanen sind. So werden beispielsweise für die Errichtung einer DASH – Masternode Coins im Wert von ca. 243.087 EUR benötigt. Die Berechnung des Return on Investment sieht dabei wie folgt aus:

Auszahlung pro Tag = n/(t+n) * r * b * a – c/365

n = Anzahl der Masternodes des jeweiligen Investors

t = Anzahl aller Masternodes (4.740)

r = aktueller Blockreward (3,35 DASH)

b = Blöcke die pro Tag erstellt werden (ca. 576)

a = Anteil der Blockrewards für Masternodes (45 %)

c = Kosten pro Jahr (ca. 0,57 DASH für die Servermiete + Hardwarekosten)

Auszahlung pro Tag = n/(4740+n) * 3,35 * 576 * 0,45 – 0,57*n/365

Bedacht werden sollte bei der Berechnung jedoch immer, dass bei Kryptowährungen eine sehr hohe Volatilität besteht, welche deutlich höher als bei anderen Finanzprodukten ausfällt. Dies bedeutet zum einen, dass mit einer DASH – Masternode zwar eine höre Rendite erzielt werden kann, mit dieser allerdings auch ein deutlich höheres Risiko durch die starke Volatilität einhergeht.

Masternodes und Steuern

Durch das Errichten einer Masternode können Einkünfte erzielt werden, die Steuerrechtlich mit Einkünften aus der Miningtätigkeit vergleichen lassen. Das bedeutet, dass auch hier eine Abgrenzung zur gewerblichen Tätigkeit stattfinden muss. Wann es sich um gewerbliche Einkünfte handelt regelt § 15 Abs. 2 EStG:

„(1) Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind

  1. die Gewinnanteile der Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft, einer Kommanditgesellschaft und einer anderen Gesellschaft, bei der der Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) des Betriebs anzusehen ist, und die Vergütungen, die der Gesellschafter von der Gesellschaft für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bezogen hat. Der mittelbar über eine oder mehrere Personengesellschaften beteiligte Gesellschafter steht dem unmittelbar Beteiligten Gesellschafter gleich; er ist als Mitunternehmer des Betriebs der Gesellschaft anzusehen, an der er mittelbar beteiligt ist, wenn er und die Personengesellschaften, die seine Beteiligung vermitteln, jeweils als Mitunternehmer der Betriebe der Personengesellschaften anzusehen sind, an denen sie unmittelbar beteiligt sind;“

Gewinnerzielungsabsicht

Für die Abgrenzung zur gewerblichen Tätigkeit, bedarf es zunächst einer Feststellung, ob eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Der Steuerpflichtige müsste also mit dem Vorhaben handeln, Gewinne zu erwirtschaften. Ist dies nicht der Fall, fehlt es an einer steuerbare Handlung. Davon ist dem Einrichten einer Masternode jedoch nicht auszugehen. Denn die Einrichtung ist grundsätzlich mit hohen Kosten verbunden, weshalb der Steuerpflichtige hier in der Regel stets mit einer Gewinnerzielungsabsicht handeln wird.

Nachhaltige Betätigung

Zudem muss für eine Abgrenzung festgestellt werden, ob es sich um eine nachhaltige Betätigung, also auf eine auf Wiederholung angelegte Tätigkeit handelt. Auch hier kann davon ausgegangen, dass eine solche Nachhaltige Betätigung vorliegt, da eine Masternode in der Regel mit dem Zweck betrieben wird, passives Einkommen zu generieren.

Selbstständigkeit

Trägt der Steuerpflichtige Unternehmerinitiative und das Unternehmerrisiko, kann in der Regel von einer Selbstständigkeit ausgegangen werden. Zwar trägt der Betreiber einer Masternode das Unternehmerrisiko, fraglich ist hingegen, ob dieser auch Unternehmerinitiative entfalten kann. Denn dann müsste der Steuerpflichtige durch eigene Initiative seine Einträge beeinflussen können. Da es sich hierbei um eine Recht neue Thematik handelt, besteht noch keine Rechtsprechung in diese Richtung, an der man sich orientieren könnte.

Für eine solche Initiative spricht jedoch, dass mit der Anzahl der erworbenen Masternodes die absolute Höhe des Ertrags gezielt gesteuert werden kann. Jedoch besteht vielfach die Annahme, dass die Tätigkeit des Betriebs einer Masternode nicht für eine Selbstständigkeit spricht. Dies liegt vor allem an der fehlenden selbstständigen Ausführung und Erfolgskontrolle.

Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr

Die Leistung des Steuerpflichtigen müsste nach außen in Erscheinung treten und sich an die Marktteilnehmer richten. Der Betreiber eines Masternode bietet anderen Marktteilnehmern verschiede Funktionen an, die immer auch von der Blockchain abhängen. Damit ist von einer Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr auszugehen.

Fazit

Aufgrund der fehlenden Rechtsprechung ist eine Abgrenzung zur gewerblichen Tätigkeit nicht ganz klar. In der Regel liegt eine gewerbliche Tätigkeit jedoch nicht vor, es sei denn das Gesamtbild der Verhältnisse lässt von etwas anderem ausgehen.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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