Fragen und Antworten zu Kryptowährungen und Steuern/Finanzamt

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Immer häufiger werden wir im Bereich Kryptowährungen und Steuerrecht von Mandanten beauftragt. Wir möchten im Folgenden Fragen beantworten, die uns regelmäßig gestellt werden. Sollten Sie noch weitere Unterstützung bei der steuerrechtlichen Betrachtung von Kryptowährungen benötigen, können Sie uns gern kontaktieren.

Muss ich Steuern zahlen, wenn ich eine Coin gegen eine andere Coin tausche, oder erst, wenn ich in Euro tausche?

Das kommt darauf an. Zunächst einmal muss gesehen werden, dass grundsätzlich ein Trade zwischen Coins genauso zu einem einkommenssteuerrechtlichen Gewinn führen kann wie der Trade von Coin zu Euro oder anders herum. Daher kann es sehr gut sein, dass Sie steuerrechtlich relevante Gewinne generieren, obwohl Sie nur im Bereich Kryptowährung, also Coin gegen Coin traden. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme zu beachten, denn es könnte sein, dass Sie eine Coin bereits über ein Jahr lang seit Anschaffung gehalten haben, dann könnte der Trade steuerfrei erfolgen. Die Haltefrist beginnt aber mit jeder neu angeschafften Coin oder Token wieder erneut zulaufen. Für Details sollten Sie uns gesondert ansprechen, vorzugsweise per E-Mail.

Ich habe nur sehr wenig Gewinn mit Kryptowährungen gemacht, muss ich trotzdem eine Mitteilung ans Finanzamt schicken?

Hier kommt es darauf an, ob Ihr jährlicher Gewinn über der Grenze von 600 Euro liegt. Sollten Sie beispielsweise durch einen An- und Verkauf im Bereich Kryptowährungen steuerrechtlich einen Gewinn von 300 Euro erzielt haben, liegt dieser Gewinn, wenn es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt, unter der Schwelle. Allerdings gilt diese Grenze kumulativ, d.h. alle Ihre Gewinne aus dem Bereich Kryptowährungen dürfen gemeinsam nicht diesen Betrag übersteigen. Es gilt nicht für jeden Trade wieder von Neuem.

Das Finanzamt glaubt mir nicht, dass ich die Coins oder Token über ein Jahr gehalten habe, was soll ich jetzt tun?

Im Grunde geht es bei dieser Fallkonstellation darum, überzeugende Nachweise für die Behauptung zu liefern, dass ein Teil Ihrer Kryptowährungen oder alle Coins/Tokens bei Ihnen länger als 1 Jahr verweilten, ohne veräußert worden zu sein. Hierfür gibt es verschiedene Nachweise, wie beispielsweise Daten aus der Blockchain oder Protokollierungen der Exchange, die Sie genutzt haben. Gern unterstützen wir Sie dabei, den Schriftwechsel und die Nachweise ordnungsgemäß mit dem Finanzamt zu klären.

Ich habe Coins verloren, kann ich das von der Steuer irgendwie absetzen?

Dies ist grundsätzlich nicht undenkbar, bedarf aber einer genauen Betrachtung des Einzelfalls und einer guten Führung von Nachweisen.

Kann ich mein Mining-Equipment von der Steuer absetzen?

Wenn Sie Mining gewerblich betreiben, gehörten die Ausrüstungskosten grundsätzlich zu Ihren anfallenden Betriebskosten. Sollten Sie lediglich privat minen – Vorsicht, die Finanzämter neigen dazu, jegliches Mining als Gewerbe zu betrachten, was unserer Ansicht nach nicht haltbar ist – muss diese Art der Kosten womöglich anders versteuert werden. Hier sollten Sie unserer Ansicht nach Rechtsrat suchen und die rechtssichere Lösung wählen, die auf ihren Einzelfall passt.

Ich habe nur auf ausländischen Exchanges getraded, muss ich trotzdem Steuern zahlen?

Ja, wenn Sie dort steuerrechtlich relevante Gewinne erzielen konnten. Einige gehen zwar davon aus, dass ihre Daten aus dem Ausland nicht an deutsche Finanzämter übermittelt werden, aber hier sei an die vielen Fälle der “Steuer-CDs” erinnert. Wir raten dazu, keinerlei Tricks oder Vertuschungen im Bereich Kryptowährungen und Steuern vorzunehmen, sondern dem Finanzamt alle Tradingaktivitäten ordnungsgemäß offenzulegen, falls diese verlangt werden.

 

 

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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