Bitcoin – Steuern beim Trading?

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Wenn Sie Trading mit Bitcoin und Kryptowährungen betreiben und rechtliche Fragen haben, können Sie sich gern an uns wenden – wir melden uns mit einer kostenfreien Erstberatung zurück. Unsere Kanzlei ist auf das IT-Recht spezialisiert und beschäftigt sich in rechtlicher Hinsicht mit Bitcoin, Kryptowährungen und den Steuern beim Trading ebendieser. Gern unterstützen wir Sie dabei, Ihre Gewinne vom Trading steuerrechtlich einwandfrei dem Finanzamt offenzulegen und beispielsweise gerichtsfest zu beweisen, falls Sie die Haltefrist von 1 Jahr überschritten haben (sodass der Gewinn womöglich steuerfrei eingefahren werden kann!).

Einleitung

Die Finanzmärkte werden seit einigen Jahren auch für Privatanleger immer interessanter. Dies liegt unter anderem daran, dass sich verschiedenen Finanzinstrumente entwickelt haben, die sich bereits mit einem geringen Kapitaleinsatz handeln lassen. Dazu kommt, dass durch die Digitalisierung der letzten Jahre mittlerweile in fast jedem Haushalt ein Computer mit einem Internetzugang steht und der Zugang zum Markt durch das Online-Trading auch Privatpersonen ohne Probleme möglich ist. Wir möchten Ihnen in dem folgenden Beitrag die Besonderheiten bei dem Trading mit Bitcoins aufzeigen und das Augenmerk vor allem auf die steuerrechtliche Betrachtungsweise richten.

Bitcoin Trading

Trading beschreibt den Handel, also den Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten wie beispielsweise Wertpapiere. Es wird also auf steigende oder fallende Kurse spekuliert und dem entsprechend gekauft und verkauft. Der Zugang zu den Finanzmärkten wird einem Trader über einen Broker gewährleistet. Durch ein entsprechendes Handelskonto bei einem Broker steht dem trading nichts mehr im Weg. Doch genau hier ergibt sich bereits eine Besonderheit, da das Training nur über einen Bitcoin Broker möglich ist. Das Trading ist also nicht über das eigene Wertpapierdepot möglich.

Eine weitere Besonderheit liegt darin, dass sich das ansteigende Bitcoin Volumen nicht negativ auf den Preis ausübt. Entscheidet sich hingegen ein Unternehmen zu einer erneuten Aktienausgabe, ist die einzelne Aktie aufgrund der höheren Anzahl weniger Wert als vorher. Die festgelegte Grenze an Bitcoins liegt bei 21 Millionen und soll erst in einigen Jahren erreicht werden.

Welche Steuern fallen an?

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) stuft Bitcoin als privates Geld ein. Es handelt sich bei der Kryptowährung zwar um kein gesetzliches Zahlungsmittel oder E-Geld, behandelt wird es allerdings ähnlich wie eine Fremdwährung. Auch handelt es sich bei Bitcoins um kein Anlageobjekt, wie es zum Beispiel Aktien sind. Das Trading stellt damit ein privates Veräußerungsgeschäft dar.

Muss der Gewinn versteuert werden?

Entscheidend für die Steuerpflicht hinsichtlich der Gewinne, die durch das Trading erzielt wurden ist die Zeitspanne, in der der Handel erfolgt. Sollten Sie Ihre Bitcoins innerhalb eines Jahrs erwerben und auch wieder verkaufen, besteht grundsätzlich eine Steuerpflicht. § 23 EStG sieht vor, dass private Veräußerungsgeschäfte immer dann steuerpflichtig sind, wenn zwischen dem An- und Verkauf weniger als ein Jahr liegt „Private Veräußerungsgeschäfte sind Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. 2Ausgenommen sind Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs. Bei Anschaffung und Veräußerung mehrerer gleichartiger Fremdwährungsbeträge ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Beträge zuerst veräußert wurden. Bei Wirtschaftsgütern im Sinne von Satz 1, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre“.

Der Kursgewinn muss also in einem solchen Fall versteuert werden und in der Einkommenssteuererklärung in voller Höhe angegeben werden. Anders verhält es sich hingegen, wenn die Freigrenze von 600 Euro nicht überschritten wurde. Haben Sie nun beispielsweise Bitcoins innerhalb eines halben Jahres Gekauft und mit einem Gewinn von 400 verkauft, ist der Gewinn steuerfrei, da er sich unter der Freigrenze von 600 Euro befindet. Diese Freigrenze bezieht sich auf sämtliche privaten Veräußerungsgewinne, weshalb weitere etwaige Kursgewinne nicht außer Acht gelassen werden dürfen und zu dem Gewinn aus dem Bitcoin Trading addiert werden müssen. Ähnlich verhält es sich mit Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften. Denn diese können mit den Gewinnen verrechnet werden oder in Folgejahre vorgetragen werden. Etwas anderes ergibt sich aus dem Verkauf von privat geminten Bitcoins. Der Vorgang des Mining stelle keine Anschaffung dar, weshalb die in § 23 EStG genannten Fristen nicht greifen würden.

Wie wird der Gewinn bei der Steuer ermittelt?

Durch die mitunter hohen Kursschwankungen bedarf es eines besonderen Verfahrens zur Gewinnermittlung. In Frage kommen dabei das FIFO- und das LIFO-Verfahren. In der Praxis wird aus Vereinfachungsgründen das FIFO-Verfahren (First in First out) angewandt. Die Bitcoins, die zuerst erworben wurden, werden bei diesem Verfahren auch zuerst verkauft. Mit Hilfe des FiFo Verfahrens lässt ist es schneller möglich, die erste steuerfreie Veräußerung zu erreichen.

Gewinne durch das Trading eintragen

Haben Sie steuerpflichtige Gewinne erzielen können, müssen Sie diese dementsprechend auch bei der Steuererklärung angeben. Die Überschüsse, die Sie erzielt haben müssen Sie in der Anlage SO eintragen. Der Überschuss setzt sich dabei aus dem Veräußerungspreis, abzüglich der Anschaffungskosten und den Veräußerungskosten zusammen. Die Steuern, die für den Überschuss anfallen können, liegen zwischen 0%- 45%. Auch, wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, ob es sich um steuerpflichtige Überschüsse handelt, sollten Sie Anlage SO stets ausfüllen. Unsicherheit kann hier aufkommen, wenn es um die Verrechnung von Verlust mit dem erzielten Überschuss geht. Denn nicht Sie haben die Aufgabe eine etwaige Steuerpflicht festzustellen, sondern dies ist die Aufgabe des Finanzamtes.

Tausch von Bitcoins in Euro, fallen dabei Steuern an?

Das Trading mit Kryptowährungen wird immer beliebter, doch wie sieht es mit der Steuerpflicht bei einem Tausch in Euro aus? Grundsätzlich ist der Tausch von einer Kryptowährung in einer andere oder aber in Fiatgeld immer steuerpflichtig.Zu unterscheiden ist dabei jedoch zwischen den verschiedenen Arten an Steuern. Unsicherheit besteht hier jedoch vor allem bei einem Tausch von zwei verschiedenen Kryptowährungen. Das Finanzamt stellt hier jedoch klar, dass es sich auch bei einem solchen tausch um einen steuerbaren Vorgang handelt.

Kapitalertragssteuer

Unsicherheit besteht auch hinsichtlich der Kapitalertragssteuer im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Es handelt sich bei dieser um eine vorausgezahlte Einkommensteuer. Sobald es zu einer Gutschrift der Kapitalerträge kommt, werden diese direkt besteuert. Dadurch sollen alle Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuert werden und auch einer Steuerhinterziehung vorgebeugt werden. Hier stellt sich nun die Frage, ob die Kapitalertragssteuer auch für Kryptowährungen gilt. Bei der Veräußerung von Bitcoins handelt es sich zwar um Erträge aus Kapitalvermögen, die Kapitalertragssteuer ist jedoch nicht auf diese Erträge anzuwenden. Anders wäre dies, wenn Sie durch die jeweilige Kryptowährungen Zinsen oder andere Erträge dieser Art erwirtschaften würden.

Fazit

Steuerrechtlich bestehen auch weiterhin noch einige Fragen im Hinblick auf Kryptowährungen, die es zu beantworten gilt. Da nunmehr auch die Spekulation mit Kryptowährungen zunimmt, rückt dies die Frage der anfallenden Steuern beim Trading in den Vordergrund. Bei Fragen und Unsicherheit sollten Sie sich hier am besten an einen Fachmann für das Thema Steuern und Kryptowährungen wenden. Besonders heikel kann es werden, wenn Anschuldigungen der Steuerhinterziehung aufkommen. Daher ist es sinnvoll, sich bereits frühzeitig einen qualifizierten Rat einzuholen, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Unsere Kanzlei hat sich unter anderem auf das IT-Recht spezialisiert und ist damit genau der richtige Ansprechpartner, wenn es um Steuern beim Trading von Bitcoins geht.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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