Bitcoin und Steuerberater?

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Mit der digitalen Währung Bitcoin und derer zunehmenden Verbreitung, gehen eine Reihe steuerrechtlicher Fragen einher. Aufgrund der Vielzahl an neuen Regelungen und der mitunter nicht vollständig geklärten steuerlichen Rechtslage, bedarf es bei dem Thema einen Spezialisten mit einem entsprechenden Know-how. Zu einem solchen Spezialisten zählt der Steuerberater, der Mandanten eine qualifizierte Steuerberatung bietet.

Was ist ein Steuerberater?

Die Hauptaufgabe eines Steuerberaters liegt darin, in steuerrechtlichen Fragen beratend tätig zu werden. Dabei soll vor allem in Steuerangelegenheiten, sowie in betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten beraten werden. Neben der Steuerberatung können Steuerberater auch bei der Erstellung von Jahresabschlüssen und von Buchführungen herangezogen werden.

Durch die zunehmende Verbreitung von digitalen Währungen wie Bitcoin wird auch die Besteuerung von Kryptowährungen immer bedeutender. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Steuerberatung in Sachen digitalen Währungen immer bedeutender für Steuerberater wird.

Bitcoin –Was ist das?

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 300 Milliarden Dollar handelt es sich bei Bitcoin um die bedeutendste Kryptowährungen überhaupt. Es handelt sich dabei um eine elektronische Verrechnungseinheit, mit der es möglich ist, Zahlungen zu tätigen und zu empfangen. Erworben werden können Bitcoins entweder durch Kauf, Tausch oder durch das Mining. Zwar handelt es sich bei der Kryptowährungen nicht um kein gesetzliches Zahlungsmittel, steuerrechtlich spielen Bitcoins für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)aber dennoch eine Rolle.

Bitcoin und Steuern

Bitcoins dienen nicht als bloßes Zahlungsmittel, die digitale Währung kann erzeugt und gehandelt werden. Steuerrechtlich kommt es also immer auf die genaue Situation an. Werden Bitcoins durch das so genannte „Mining“ erzeugt, wird dies steuerrechtlich anders behandelt, als würden Bitcoins verkauft. Die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Kryptowährungen machen eine Steuerberatung oftmals unverzichtbar.

Die Einkommenssteuer

Das Erstellen der Einkommensteuer gehört für viele Steuerberater zum Alltag. Bei der Einkommenssteuer handelt es sich um eine Gemeinschaftssteuer, die auf das Einkommen einer natürlichen Person erhoben wird. Grundsätzlich gilt also, dass das Einkommen, also die erhaltene Bezahlung versteuert werden muss. Findet eine Bezahlung mit Bitcoins statt, so muss auch diese versteuert werden.

Es ist hier jedoch zwischen den verschiedenen möglichen Arten an Einkünfte zu unterscheiden, die sich im Zusammenhang mit Bitcoins ergeben können. Zum einen ist es möglich durch das Mining Einnahmen durch Bitcoins zu erzielen. Miner sind grundsätzlich als Gewerbetreibende anzusehen, da es sich hierbei um eine selbstständige Tätigkeit handelt, die mit einer Gewinnerzielungsabsicht erfolgt. Von einer solchen Gewinnererzielung ist dann auszugehen, wenn die Einnahmen die Kosten übersteigen.

Bei einer Steuerberatung zur Einkommensteuer ist die Spekulation mit Bitcoins ebenfalls von Bedeutung. Der Handel mit Bitcoins stellt ein privates Veräußerungsgeschäft dar, welches grundsätzlich steuerpflichtig ist. Besteuert werden Gewinne und auch Verluste und müssen dementsprechend in der Einkommensteuererklärung deklariert werden.

Bei einem Verkauf von Bitcoins ist auf den Zeitraum des Kaufs und Verkaufs abzustellen. Steuerrechtliche Folgen haben Verkäufe, wenn diese innerhalb eines Jahres getätigt werden. Denn dann besteht ein privates Veräußerungsgeschäft gemäß § 23 Einkommenssteuergesetz, dessen Gewinne auch grundsätzlich zu versteuern sind. Gewinne werden mit Hilfe der Fifo-Methode ermittelt. Es werden die Bitcoins, die zuerst gekauft wurden mit den Bitcoins verrechnet, die zuerst verkauft wurden. Diese Methode findet vor allem aufgrund der starken Kursschwankungen Anwendung. Die Steuerpflicht tritt jedoch erst ein, wenn die Freigrenze von 600 Euro überschritten wurde.

Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer belastet die Konsumausgaben und wird neben Konsumenten auch von Unternehmen erhoben, die Dienstleistungen und Waren anbieten. Grundsätzlich sind alle Unternehmen in Deutschland Umsatzsteuerpflichtig. Die Finanzverwaltung stellt Umsätze von Bitcoins dem Umsatz gesetzlicher Zahlungsmittel gleich. Zahlungen mit Bitcoins stellen jedoch einen Tausch dar und stellen damit keine Umsätze im Zahlungs- oder Überweisungsverkehr und auch keine gleichgestellten steuerfreien Umsätze dar.

  • 4 Nr. 8 Umsatzsteuergesetz (UStG):

„Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei:

  1. a) die Gewährung und die Vermittlung von Krediten,
  2. b) die Umsätze und die Vermittlung der Umsätze von gesetzlichen Zahlungsmitteln. Das gilt nicht, wenn die Zahlungsmittel wegen ihres Metallgehalts oder ihres Sammlerwerts umgesetzt werden,
  3. c) die Umsätze im Geschäft mit Forderungen, Schecks und anderen Handelspapieren sowie die Vermittlung dieser Umsätze, ausgenommen die Einziehung von Forderungen,
  4. d) die Umsätze und die Vermittlung der Umsätze im Einlagengeschäft, im Kontokorrentverkehr, im Zahlungs- und Überweisungsverkehr und das Inkasso von Handelspapieren,
  5. e) die Umsätze im Geschäft mit Wertpapieren und die Vermittlung dieser Umsätze, ausgenommen die Verwahrung und die Verwaltung von Wertpapieren,

f)die Umsätze und die Vermittlung der Umsätze von Anteilen an Gesellschaften und anderen Vereinigungen,

  1. g) die Übernahme von Verbindlichkeiten, von Bürgschaften und anderen Sicherheiten sowie die Vermittlung dieser Umsätze,
  2. h) die Verwaltung von Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren im Sinne des § 1 Absatz 2 des Kapitalanlagegesetzbuchs, die Verwaltung von mit diesen vergleichbaren alternativen Investmentfonds im Sinne des § 1 Absatz 3 des Kapitalanlagegesetzbuchs und die Verwaltung von Versorgungseinrichtungen im Sinne des Versicherungsaufsichtsgesetzes,
  3. i) die Umsätze der im Inland gültigen amtlichen Wertzeichen zum aufgedruckten Wert;
  4. j) (weggefallen)
  5. k) (weggefallen)

Die Behandlung von Bitcoins ist im Hinblick auf die Umsatzsteuer bisweilen jedoch nur unvollständig geklärt. Da zwischen den einzelnen Aktivität eines Unternehmens bzw. die Leistungserbringung zu unterscheiden ist.

Dass bei einem Umtausch der Kryptowährung Bitcoin keine Umsatzsteuer anfällt entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) Ende 2015. Das Urteil in der Sache Hedqvist stellte klar, bei einem solchen Umtausch keine Umsatzsteuer anfällt. Das Gericht begründete dies damit, dass die Kryptowährung nicht anders als ein konventionelles Zahlungsmittel behandelt werden solle.

Fazit

Kryptowährungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dies lässt sie ebenfalls auch steuerrechtlich immer relevanter werden. Juristisch sind jedoch nach wie vor noch viele Fragen ungeklärt. Ganz besonders steuerrechtlich gilt es in näherer Zukunft die bestehenden Unklarheiten auszuräumen und klare rechtliche Einordnung zu schaffen. Aufgrund der Komplexität der Kryptowährungen und deren steuerrechtliche Betrachtungsweise ist es sinnvoll, sich von einem Fachmann beraten zu lassen. Um einen solchen Fachmann handelt es sich bei dem Steuerberater. Dieser besitzt das nötige Know-how im Bereich Steuern, um eine kompetente Beratung gewähren zu können. Bei der Wahl des Steuerberaters sollten Sie zudem darauf achten, dass dieser auch mit der dem Steuerrecht im Hinblick auf Kryptowährungen vertraut ist.

Noch weitere Fragen?

Sollten Sie noch weitere Fragen zu dem Thema Kryptowährung und speziell zum Thema Steuerpflicht für Bitcoins haben, stehen wir Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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