Anwalt für Beraterhaftung

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Das Thema Beraterhaftung ist ein Thema, welches in der praktischen Arbeit von einiger Bedeutung ist. Die Gemüter sind dabei oft erhitzt. Dies ist verständlich. Man geht zu einem Berater, weil dieser über viel Fachwissen verfügt. Regelt dieser den Fall jedoch nicht richtig, ist das Grundvertrauen zerstört und kann praktisch nicht wiederhergestellt werden. Der Wunsch, den Berater dafür in Regress zu nehmen, kurz: Beraterhaftung, ist dabei verständlich.

Problematisch ist dabei aber stets, dass man als Laie, der von der Thematik nur wenig Ahnung hat und gerade deshalb den Berater aufgesucht hat, gar nicht genau wissen kann, was der Berater falsch gemacht, wo er vielleicht einen Fehler begangen hat oder wo sich der Fall noch im Rahmen des gesetzlich vertretbaren verhält. Man weiß also gar nicht, ob die Beraterhaftung erfolgsversprechend ist.

Sie sind daher, wenn Sie meinen, dass Ihr Berater einen Fehler gemacht habe, wiederum darauf angewiesen, einen Spezialisten, am besten einen Anwalt mit der Überprüfung zu beauftragen und ggf. Regressansprüche gegen den Berater geltend machen. Da es oft um Schadensersatz geht, liegt dabei die Beauftragung eines Anwalts nahe.

Der folgende Beitrag gibt Ihnen einen kleinen Überblick über die Grundlagen der Beraterhaftung, sodass Sie danach einschätzen können, ob ein relevanter Fehler vorliegt. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn danach noch offene Fragen bleiben.

Überblick über die Beratungsberufe

Beraten werden muss dabei derjenige, der für eine Entscheidung die er treffen möchte, das notwendige Fachwissen nicht hat. Dabei kann es sich zB um rechtliches Wissen handeln oder aber auch medizinisches oder technisches Wissen. Auch bezüglich Ernährung, Kleidung und sogar Farben kann man sich beraten lassen. Ziel einer Beratung ist dabei aber immer, dass der Kunde, Patient oder Mandant eine wohlüberlegte Entscheidung treffen kann oder aber, dass der Berater einen Entscheidungsvorschlag unterbreitet, dem man sich anschließen kann, weil man für diese Entscheidung nun das nötige Hintergrundwissen hat. Insgesamt bestehen zahlreiche Fehlerquellen, die eine Falschberatung und damit eine mögliche Beraterhaftung begründen können.

Die folgenden Berufe können beratende Elemente beinhalten:

  • Ärzte
  • Zahnärzte
  • Tierärzte
  • Heilpraktiker
  • Dentisten
  • Physiotherapeuten
  • Rechtsanwälte
  • Patentanwälte
  • Notare
  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • Steuerbevollmächtigte
  • Beratende Volks- und Betriebswirte
  • Vereidigte Buchprüfer und Bücherrevisoren
  • Vermessungsingenieure
  • Ingenieure
  • Handelschemiker
  • Architekten
  • Lotsen
  • Journalisten
  • Bildberichterstatter
  • Dolmetscher
  • Übersetzer
  • Diplom-Psychologe
  • Heilmasseur
  • Hebamme
  • Hauptberuflicher Sachverständiger

Grundlage der Beraterhaftung: Der Vertrag

Wenig überraschend haben Sie mit dem beauftragten Berater ein Vertragsverhältnis geschlossen. Nach diesem Vertragsverhältnis richten sich die Rechte und Pflichten der Parteien. Das gilt auch dann, wenn schriftlich nichts vereinbart wurde. Auch dann kann es zur Beraterhaftung kommen.

Dieser Vertrag wird regelmäßig ein Dienstvertrag darstellen. Im Einzelfall kann es sich aber auch um einen Werkvertrag oder aber um einen gemischten Vertrag, der beide Elemente enthält, handeln. Die Unterscheidung zwischen Dienstvertrag und Werkvertrag ist durchaus relevant, da bei einem Werkvertrag der Berater für einen bestimmten Erfolg eintreten muss. Dies könnte man z.B. annehmen, wenn der Ernährungsberater verspricht, dass Sie nur zahlen müssen, wenn Sie auch mindestens 5 Kilo abnehmen. Zumeist wird aber die Beratung als Prozess verstanden, der nicht der Gedanke eines Erfolgs zu Grunde liegt. Jedenfalls nicht in der Art, dass der Berater für den bezweckten Erfolg einzustehen hat. Di9e Beraterhaftung beschränkt sich daher als auf den Bereich des Dienstleistungsrechts.

Die Haftung des Beraters ergibt sich dann aus § 280 I BGB, welcher eine Pflichtverletzung voraussetzt. Hierbei ist besonders relevant, was der Berater also grundsätzlich schuldet. Man spricht von einer Pflicht. Für die Haftung des Beraters muss eine solche Pflicht verletzt worden sein.

Die Pflichten des Beraters

Logischerweise lohnt es sich daher, auch die Pflichten etwas näher zu betrachten. Bitte beachten Sie dabei, dass dies nur grobe Angaben sind. Das Pflichtenprogramm richtet sich stets nach dem Einzelfall und nach der individuellen Vereinbarung des Beraters. Hier sind nur einige allgemeine Aussagen für die Beraterhaftung möglich.

Der Berater schuldet gemäß des Dienstvertrags die bloße Tätigkeit, aber keinen bestimmten Erfolg. Das Fehlen eines Erfolgs bedeutet aber nicht, dass der Berater die Tätigkeit einfach irgendwie leisten kann, eine Beraterhaftung also in jedem Fall ausscheiden muss. Der Berater ist dazu angehalten, die Beratung der Anforderungen seines gemäß und nach den für einen derartigen Berater üblichen Gepflogenheiten und Standards in dieser Qualität erbringen. Gibt es beispielsweise offizielle Leitlinien von Berufsgruppen, kann ein Verstoß dagegen zwar als solches nicht relevant, aber einen ersten Anhaltspunkt für eine Pflichtverletzung sein.

Im Folgenden sollen kurz zwei beratungsberufe vorgestellt werden:

Von einem Rechtsanwalt kann grds. kein bestimmtes Ergebnis erwarten werden, sondern „nur“ eine bestimmte Arbeitsqualität. Diese besteht darin, mit seinem angeeignetem Wissen und unter Herbeiziehung aller relevanten Quellen wie Urteile, Kommentare oder auch Gesetzgebungsmaterialien den einzelnen Fall zu begutachten und ein vertretbares Ergebnis zu finden sowie den Mandanten umfassend und erschöpfend zu beraten. Eine Falschberatung lauert vor allem da, wo der Anwalt elementare Fehler begeht. Versäumt er es naheliegende Fragen bezüglich des Sachverhaltes zu stellen oder übersieht ein Urteil des Bundesgerichtshofs, sind die Fehler, die zu einer Beraterhaftung führen können.

Der Anlageberater muss zunächst ermitteln, welche Anlageform für den Anleger die Richtige sein könnte. Dazu hat er zu ermitteln, worauf es dem zukünftigen Anleger ankommt und dies in seine Beratung zu integrieren. Kommt es mehr auf eine hohe Rendite oder auf eine sichere Anlage an? Soll das Geld jederzeit verfügbar sein oder langfristig Kapital erwirtschaften? Dies sind einige von vielen Fragen, die der Anlageberater durchspielen muss. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse muss der Anlageberater den Markt und die verfügbaren Anlageobjekte für seine Beratung sondieren und vorab eine Auswahl, der für den potentiellen Anleger am ehesten geeigneten, zusammenstellen. Anschließend stellt er diese seinem Klienten vor. Dabei hat er wahrheitsgemäß auf alle Vor- und Nachteile einzugehen und diese mit den anderen Anlageobjekten zu vergleichen und übersichtlich und verständlich darzustellen.

Die Beweislast für das Vorliegen eines Beratungsfehlers trägt der Mandant, Kunde etc. Dies wird aber dadurch etwas abgeschwächt, dass der Berater in aller Regel erklären muss, wie der das Mandat bearbeitet hat. Dies ergibt sich letztlich wiederum aus seinem Wissensvorsprung in dieser Materie. Vor Gericht wird also wieder Waffengleichheit hergestellt.

Letztlich muss es auch zu einem kausalen Schaden gekommen sein. Dies bedeutet, dass Sie ohne Fehler des Beraters in Ihrem Vermögen besser dastünden als mit. Bloße Unannehmlichkeiten wie ein unwohles Gefühl führen nicht zur Beraterhaftung. Hier hilft es nur den Berater zu wechseln und sich einem berater zuzuwenden, bei dem man sich besser fühlt.

Fazit zur Beraterhaftung

Die Beraterhaftung ist ein schwieriges Gebiet. Sie erfordert eine Kenntnis dessen, was von Beratern in Einzelfall und unter Zugrundelegung des Beratungsvertrags geschuldet wird sowie eine genaue Einschätzung, auch der rechtlichen Komponenten, die den Fall mitbestimmen. Es geht daher um mehrere themengebiete, die verknüpft werden müssen.

Als Rechtsanwälte haben wir gelernt mit neuen und komplexen Materien umzugehen. Die Einbeziehung fremder Materien in die uns geläufige Rechtsanwendung stellt daher nur wenig Probleme dar. Macht es der Fall erforderlich, arbeiten wir mit externen Experten zusammen, um den Fall bestmöglich betreuen zu können. Denn schließlich wurden Sie bereits einmal enttäuscht.

Haben Sie die Vermutung, dass Ihr Berater einen Fehler begangen hat, für den er haftbar gemacht werden kann? (Beraterhaftung). Dann sollten Sie dies vertraulich prüfen lassen. Gerne können wir Kontaktieren Sie uns dazu gerne. Wir prüfen, ob in Ihrem Fall eine Beraterhaftung möglich ist.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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