Was tun nach einer Kündigung? Klage gegen Kündigung? Abfindung?

Wenn eine Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ausgesprochen wird, hat dies für betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer häufig heftige Auswirkungen. Ein Gefühl der Missachtung und der mangelnden Wertschätzung entsteht. Bei einer überraschenden Kündigung sind Betroffene geschockt und es stellen sich sofort finanzielle Fragen. Wie soll der Lebensunterhalt bestritten werden, Schulden abbezahlt werden und wie geht es weiter.

Wer dann im Internet nach Informationen sucht, findet eine Vielzahl von Ausführungen. In Gesprächen mit Betroffenen merken wir allerdings, dass die im Internet vor zu findende Informationsflut häufig nicht gut tut, sondern weiter verunsichert. Gibt es nun wirklich einen Anspruch auf eine Abfindung, bekomme ich Arbeitslosengeld und soll ich mich gegen die Kündigung mit einer Klage wehren? Lohnt sich das alles? Wer dann Stunde über Stunde im Internet liest, bekommt häufig nicht die Antworten, die benötigt werden und auch nicht die Klarheit, die Basis für weitere Entscheidungen sein kann.

Aus diesem Grund bieten wir für Betroffene, die eine Kündigung ihres Arbeitsvertrages erhalten haben, eine Hotline unter der Rufnummer 0800/1004104 an. Im Rahmen dieser Hotline bekommen Sie eine Ersteinschätzung zu Ihrer Kündigung. Auf Basis der Ersteinschätzung kann dann entschieden werden, ob Kündigungsschutzklage eingereicht werden soll und ob weitere Maßnahmen gut und sinnvoll sind.

Schnelligkeit ist gefordert!

Bei der Frage, wie mit einer Kündigung umzugehen ist, ist Eile geboten. Der Gesetzgeber erwartet, dass spätestens innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung über die Frage entschieden wird, ob eine Kündigungsschutzklage eingereicht wird. Es ist eine sehr kurze Zeit und benötigt mit den notwendigen Besprechungen eine gewisse Eile. Die 3-Wochen-Frist ist auch dann zu beachten, wenn der Beendigungszeitraum, beispielsweise bei einer langen Kündigungsfrist von drei Monaten, nach Ablauf der drei Wochen liegt. Daher sollten sich Betroffene nicht von langen Kündigungsfristen davon abhalten lassen, die notwendigen Entscheidungen kurzfristig zu treffen. Häufig erleben wir in unserer Beratungspraxis, dass ein Anruf und eine Bitte, um eine Ersteinschätzung erst nach Ablauf der 3-Wochen-Frist kommen. Da sieht das Gesetz einige Ausnahmeregelungen vor, in der Regel greifen diese aber nicht, weil einfach „nur“ die Frist versäumt wurde.

Abfindung oder Aufhebungsvertrag?

Ob ein Anspruch auf eine Abfindung besteht, hängt von vielen Faktoren ab. Im Rahmen einer Kündigungsschutzklage kommt es dann zu einer Einigung auf eine Abfindung, wenn der Arbeitgeber keine ausreichenden Kündigungsgründe hat, dennoch das Arbeitsverhältnis beenden möchte. Dann ist die Abfindung der „Preis“ für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Dringende Vorsicht ist geboten, wenn der Arbeitgeber in einem Gespräch zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Aufhebungsvereinbarung vorschlägt. Auch wenn in einer solchen Aufhebungsvereinbarung, eine Abfindung angeboten wird, sollten Betroffene nicht sofort zugreifen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass eine Sperrfrist beim Arbeitsamt eintritt. Im Endeffekt würde dies dann bedeuten, dass die Abfindung aufgrund der Sperrfrist komplett aufgebraucht wird und der zunächst erscheinende Vorteil nicht tatsächlich eintritt.

In der Praxis empfiehlt es sich, möglichst einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Hier erhalten Sie die notwendige Beratungskompetenz, auch um klug gegen eine Kündigung des Arbeitsvertrages vorzugehen. 

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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