Was muss ich beim Arbeitsvertrag beachten?

Jedem Arbeitsverhältnis liegt ein Arbeitsvertrag zugrunde, der die rechtlichen Rahmenbedingungen absteckt. Darin sollten alle wichtigen Fragen abschließend geklärt sein, und zwar nicht nur für den Moment des Unterschreibens, sondern vorausschauend auch für den Fall der Beendigung des Verhältnisses. Einige Arbeitnehmer sind aufmerksam und fragen sich vor dem Unterzeichnen eines solchen Vertrages, was eigentlich drin stehen muss, an welche wichtigen Punkte zu denken ist, und was beachtet werden sollte. Wir geben im Folgenden wichtige arbeitsrechtliche Hinweise und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung. Eine Beratung im Arbeitsrecht kann hierdurch allerdings im Zweifelsfall nicht ersetzt werden.

Was muss unbedingt drin stehen?

Je nach Typ des Arbeitsverhältnisses und je nach der jeweiligen Tätigkeit, die dadurch aufgenommen werden soll, gibt es unterschiedliche Regelungen, die vertraglich festgesetzt werden müssen. Bei anforderungsreichen Arbeitstätigkeiten muss auch der Vertrag entsprechend individuell ausgestaltet sein. Ein grober Überblick über was, was in jedem Arbeitsvertrag drin stehen muss, können wir dennoch geben:

1. Beginn des Arbeitsverhältnisses

2. etwaige Probezeitregelungen

3. genau bestimmte Tätigkeit

4. Vergütungsregelung (Gehalt)

5. Arbeitszeit

6. Überstundenregelung

7. Urlaubsansprüche

8. Kündigungsmodalitäten

9. Nebenabreden

Diese wichtigen Punkte sollten in jedem Arbeitsvertrag beachtet werden. Darüber hinaus kann es sein, dass ein Arbeitgeber zur Verschwiegenheit verpflichtet – dies ist auch eine übliche Klausel, die ohne große Besorgnis unterzeichnet werden kann. Schwieriger wird es etwa, wenn eine Vertragsstrafe geregelt wird. Diese sollte der Höhe nach berechtigt und angemessen sein, und auch eine genaue Bestimmung darüber enthalten, in welchem Fall sie tatsächlich zu zahlen ist. Solche Klauseln dürfen den Arbeitnehmer nicht unangemessen benachteiligen und können schnell unwirksam sein. Dies kann nur im Einzelfall geklärt werden. Bei Regelungen zur Krankmeldung muss beachtet werden, wie genau sich der Arbeitnehmer im Krankheitsfall zu verhalten hat, also wie die Krankmeldung erfolgen soll.

Arbeitsvertrag kann ganz oder teilweise unwirksam sein

Grundsätzlich sollte der gesunde Menschenverstand beim Durchlesen des Arbeitsvertrages genutzt werden. Wenn eine Klausel merkwürdig klingt, sollte zunächst bei Bekannten und im Internet geschaut werden, ob jemand ähnliche Klauseln im Arbeitsvertrag hat, oder ob dies generell üblich oder eher unüblich ist. Keinesfalls sollte der Arbeitsvertrag unterschrieben werden, wenn Klauseln ganz oder teilweise nicht verstanden werden – denn der Arbeitnehmer kann sich später nicht darauf berufen, nicht verstanden zu haben, was er dort unterzeichnet hat. Was man außerdem beachten muss, ist die Regelung zur Überstundenvergütung. Viele Arbeitgeber sind dazu übergegangen, Überstunden nicht mehr einzeln zu vergüten, sondern als “im Gehalt berücksichtigt” anzusehen. Diese harmlos klingende Klausel sagt nichts weniger aus, als dass Überstunden anfallen können, diese aber schon durch das monatliche Gehalt abgegolten sind. Vorsicht also, wenn es um Überstunden und Klauseln dazu geht. Bei Anwesenheitsprämien sollten die genauen Modalitäten verständlich formuliert sein, sodass klar ist, wann und ob es Sonderzahlungen gibt und für welchen Fall.

Notfalls einen Anwalt für Arbeitsrecht befragen

Sollte sich der Arbeitnehmer nicht sicher sein, ob er den Arbeitsvertrag verstanden hat, oder ob dieser fair formuliert ist, kann sich auch der Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht lohnen. Dieser kann den Vertrag auf die juristische Wirksamkeit prüfen und auch feststellen, ob er den Arbeitnehmer übervorteilt oder ob der Arbeitgeber sich dadurch als vertrauenswürdig erweist. In Einzelfällen, etwa wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer vor Vertragsschluss getäuscht hat, kann die Unterzeichnung des Vertrages angefochten werden – dann ist auch der gesamte Vertrag nichtig. So kann im Notfall auch aus einem unterzeichneten Vertrag ein Ausweg gefunden werden, wenn eine Täuschung oder gar eine Drohung erfolgte. Auch kann der Arbeitsvertrag ganz oder teilweise unwirksam sein, wenn Klauseln gegen rechtliche Vorschriften verstoßen.

Grundsätzlich fallen für eine solche Beratung Anwaltskosten an, aber erst dann, wenn eine Beauftragung tatsächlich stattfindet: in einer Erstberatung können wichtige Fragen geklärt werden und ein Eindruck vom Anwalt gewonnen werden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie einen Arbeitsvertrag unterzeichnen!

 
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