Lohnklage beim Arbeitsgericht einreichen

Der Arbeitsvertrag verpflichtet nicht nur den Arbeitnehmer zur Erbringung der vereinbarten Leistung/Tätigkeit, sondern ebenso den Arbeitgeber zur Zahlung des vereinbarten Entgelts. Sollte der Arbeitgeber aus irgendwelchen Gründen (finanzielle Schwierigkeiten, Unachtsamkeit, drohende Insolvenz) nicht den Lohn zahlen, kann der Arbeitnehmer diesen im Wege einer Lohnklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht einklagen. Hierzu gibt es allerdings einiges zu beachten, daher klären wir im Folgenden die Frage, was eine Lohnklage ist, ob vorher eine Abmahnung nötig ist und was noch zum Thema wissenswert ist. Gerne können Sie unsere Kanzlei für Arbeitsrecht in Hannover bundesweit kontaktieren und mit unserem Fachanwalt für Arbeitsrecht Thomas Feil sprechen. Im Rahmen einer Erstberatung können Sie sich unverbindlich informieren lassen und erst dann entscheiden, ob Sie uns beauftragen möchten.

Was ist eine Lohnklage?

Wenn der Arbeitgeber mit der Lohnzahlung in Verzug gerät, kann diese vor dem zuständigen Arbeitsgericht eingeklagt werden. Dabei ist es gleichgültig, aus welchen Gründen die Lohnzahlung unterblieben ist. Ein Lohnrückstand kann also eingeklagt werden. Beachtenswert ist hier die Verjährungsfrist des bürgerlichen Gesetzbuches, denn wer zu lange wartet, dessen Lohnanspruch kann nicht mehr eingeklagt werden. Gem. § 195 BGB beträgt diese Frist drei Jahre ab dem Ende des Kalenderjahres, in welchem Kenntnis vom Anspruch erlangt wurde. Zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber also diesen Monat keinen Lohn, so gilt ab Ende diesen Jahres die dreijährige Verjährungsfrist. Daher ist es ratsam, sich nicht auf Versprechungen zukünftiger Zahlungen zu verlassen. Eine solche Klage auf Zahlung des vereinbarten Lohns kann beim zuständigen Arbeitsgericht geltend gemacht werden. Die Klage muss dabei das angerufene Gericht beinhalten, den Arbeitgeber als Gegenpartei mitsamt der Anschrift bezeichnen, Angaben enthalten, die die Klage begründen und von der klagenden Person unterschrieben werden. Das zuständige Arbeitsgericht ist grundsätzlich ortsansässig im Bezirk des Wohnsitzes des Arbeitgebers.

Lohnrückstand erst abmahnen/anmahnen?

Im Arbeitsrecht gilt grundsätzlich, dass die Vertragsparteien sich gegenseitig bei Vertragsverletzungen abmahnen sollen, bevor “ernsthaftere” rechtliche Konsequenzen gezogen werden. Bei einer Kündigung ist es beispielsweise so, dass dieser normalerweise eine Abmahnung vorausgehen muss. Bei der Lohnzahlung sieht das aber anders aus: dies ist eine echte Vertragspflicht des Arbeitgebers, er weiß also darum, dass er zur pünktlichen Lohnzahlung verpflichtet ist. Unterbleibt diese, muss keine Abmahnung ausgesprochen werden – viel mehr kann sofort Klage erhoben werden. Soweit die Theorie. Allerdings ist es fragwürdig, ob man schon nach einmaligem Ausbleiben der Lohnzahlung gleich das zuständige Arbeitsgericht bemühen sollte – oft lohnt eine Abmahnung der Nichtzahlung, um den Arbeitgeber zur Überweisung zu bewegen. Auch kann dies vor Gericht positiv geltend gemacht werden, falls die Abmahnung keine Auswirkungen auf den Lohnrückstand hatte. Insofern ist es bei erstmaligem Lohnausbleiben zu empfehlen, das Verhalten des Arbeitgebers zunächst abzumahnen.

Muster oder Formular für Lohnklage kostenlos im Internet?

Im Internet kursieren Muster und Formulare für eine Lohnklage. Wir empfehlen Ihnen, sich nicht nur auf diese vorformulierten Schreiben zu verlassen. Jeder Rechtsfall ist einzigartig und sollte nicht mit vorgefertigten Schreiben bestritten werden. Solche Muster können allerdings als erste Orientierung dienen und einen Überblick darüber verschaffen, was beachtet werden sollte. Jedenfalls ersetzen sie keine Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der individuell auf Ihre arbeitsrechtliche Situation reagiert und das Beste für Sie herausholt.

Lohnklage und Kosten?

Vor den Arbeitsgerichten besteht grundsätzlich kein Anwaltszwang, sodass jeder berechtigt ist, selbst den Weg vor das Gericht zu beschreiten. Es fallen für die Klageerhebung beim Arbeitsgericht keine Kosten oder Gebühren an, sodass der erste Schritt ohne finanzielle Stütze gegangen werden kann. Im Falle eines verlorenen Prozesses hat der Kläger auch nicht viel zu befürchten: er muss nicht die Kosten des Anwalts der Gegenseite, also des Anwalts des Arbeitgebers tragen – zumindest nicht im ersten Rechtszug. Allerdings empfiehlt es sich, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren, der die Gesamtsituation für Sie einschätzt und eine Empfehlung aussprechen kann, welche Erfolgsaussichten eine Klage überhaupt hat. Eventuell kann auch ein Vergleich mit dem Arbeitgeber geschlossen werden. Auch könnte der Anwalt prüfen, ob andere Ansprüche bestehen (Urlaub, Überstunden, Zinsen).

Gerne können Sie auf uns zurückkommen, wenn Sie planen, im Wege einer Lohnklage zu agieren. Im Rahmen einer Erstberatung können wir Ihnen einen Überblick verschaffen und Sie zunächst unverbindlich allgemein informieren. Sollten Sie dann unsere gerichtliche Hilfe brauchen, können Sie uns immer noch beauftragen.

 
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