Kündigung bekommen – was ist als Nächstes zu tun?

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erhalten – Was tun?

Die Zeiten, in denen eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer eine lebenslange Stellung in einem einzigen Unternehmen hatte, sind endgültig vorbei. Dies passt eher zu den Erwerbsbiografien der Großeltern, entspricht aber nicht mehr unserer heutigen Lebenswirklichkeit.

Zwar ist es nach dem deutschen nicht ohne Weiteres möglich, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu entlassen, dennoch ist das Thema „Kündigung eines Arbeitsvertrags“ immer wieder Thema im Arbeitsleben.

Vielfältige Gründe für eine Kündigung

Die Gründe für eine Kündigung sind häufig sehr unterschiedlich. Wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten, kann dies zu dem Abbau von Arbeitsplätzen führen, wie dies häufig wenig charmant formuliert wird.

Ein solches Phänomen kann beispielsweise bei den Banken aktuell beobachtet werden. Dann geht es häufig nicht um die Entlassung eines einzelnen Mitarbeiters oder einer einzelnen Mitarbeiterin, sondern um einen großflächigen und vielfachen Stellenabbau, sprich um vielfache Kündigungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten kann teilweise die fehlende Kommunikation oder Einigkeit zwischen einem Vorgesetzten und einem Mitarbeiter ein Thema sein. Zwar ist dies häufig keine rechtlich ausreichende Dimension, in der Praxis führt dies aber immer wieder zu Kündigungen.

Wenn Vorgesetzte darauf dringen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einer Arbeitsgruppe entfernt werden, wird sich das Unternehmen einem solchen Wunsch selten entziehen.

Verschiedene Möglichkeiten zur Beendigung eines Arbeitsvertrags

Die Kündigung ist nur eine von vielfältigen Möglichkeiten, einen Arbeitsvertrag zu beenden. Natürlich kann der Tod eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen.

Weiterhin ist ein Aufhebungsvertrag immer wieder Thema, wenn zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses diskutiert wird. Hier sind verschiedene rechtliche Aspekte zu prüfen und zu betrachten.

Aufhebungsvertrag eine Lösung?

Wir empfehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dringend, vor Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags die rechtlichen Folgen und rechtlichen Aspekte im Einzelnen abzuklären.

Daneben gibt es auch befristete Arbeitsverträge. Dann enden der Arbeitsvertrag und das Arbeitsverhältnis zu dem Fristablauf automatisch, ohne dass dazu noch eine weitere Kündigung notwendig ist.

Bei den Kündigungen wird zwischen sogenannten ordentlichen und außerordentlichen Kündigungen differenziert. Die ordentlichen Kündigungen haben häufig eine Kündigungsfrist, außerordentliche Kündigungen werden vielfach fristlos ausgesprochen.

Kann man Mitarbeiter während einer Krankheit kündigen?

Kündigungen können auch dann ausgesprochen werden, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt sind. Eine Arbeitsunfähigkeit und Erkrankung ist kein Hinderungsgrund für eine Kündigung.

Die Krankschreibung ist damit auch kein Schutz vor Kündigungen.

Davon unabhängig ist die Frage, ob auf das konkrete Arbeitsverhältnis das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet. Dort sind besondere Regelungen zum Schutze der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer enthalten.

Dies ist aber unabhängig von der Frage, ob eine Erkrankung vorliegt.

Nur in seltenen Ausnahmefällen kann die Kündigung wegen einer Krankheit eine unzulässige Diskriminierung wegen einer Behinderung nach Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sein. Dies muss jeweils im Einzelfall geprüft werden.

Mit anderen Worten: Es ist ein Irrtum, dass eine Kündigung während der Krankheit unwirksam ist. Auch die im Gesetz vorgesehene Drei-Wochen-Frist für die Einreichung einer Kündigungsschutzklage läuft während der Erkrankung.

Auch hier kann es in Ausnahmefällen eine Fristverlängerung geben. Dies ist aber eher selten der Fall.

Wie schnell muss ich mich arbeitslos melden?

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, sollten Sie sich möglichst kurzfristig arbeitslos melden. Grundsätzlich gilt eine Frist von drei Monaten vor Ende der Beschäftigung.

Diese Frist sollten Sie nicht außer Acht lassen. Wenn eine kürzere Kündigungsfrist als drei Monate vorliegt, müssen Sie sich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis der Kündigung arbeitslos melden.

Nach unserer Einschätzung gibt es aber keinen Grund, die Meldung der Arbeitslosigkeit zu verzögern. Sie sollten daher unverzüglich bei der Bundesagentur für Arbeit vorstellig werden und nach Erhalt einer Kündigung eine mögliche Arbeitslosigkeit anzeigen.

Dies ist unabhängig davon, dass Sie natürlich versuchen werden, einen neuen Arbeitsplatz und einen neuen Job zu finden.

Kann ich gekündigt werden, wenn ich bereits selbst eine Kündigung ausgesprochen habe?

Solche Konstellation treten in der Praxis wiederholt auf. Insbesondere dann, wenn ein Arbeitnehmer mit einer langen Kündigungsfrist gekündigt hat, der Arbeitgeber den Mitarbeiter aber schnell loswerden möchte, werden Gründe für eine fristlose außerordentliche Kündigung gesucht.

Hier kann es vorkommen, dass nach dem Ausspruch einer Kündigung durch die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer der Arbeitgeber versucht, das Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden.

Die Anforderungen an eine außerordentliche und fristlose Kündigung sind aber hoch. Auch hier muss im Einzelnen genau geprüft werden, ob alle gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Kann mir wegen einer Krankheit gekündigt werden?

Wenn das Kündigungsschutzgesetz auf das vorliegende Arbeitsverhältnis Anwendung findet, kann grundsätzlich wegen einer Erkrankung eine Kündigung ausgesprochen werden. Dabei handelt es sich dann um eine sogenannte personenbedingte Kündigung.

Dies setzt aber voraus, dass erhebliche Fehlzeiten vorliegen und weitere rechtliche Voraussetzungen bestehen. Der Arbeitgeber kann nicht einfach mit Verweis auf beispielsweise eine sechswöchige oder achtwöchige Erkrankung des Arbeitnehmers eine Kündigung aussprechen.

Gibt es Sonderregelungen für Kleinbetriebe bei Kündigungen von Arbeitsverhältnissen?

Wie bereits oben ausgeführt, gelten für Unternehmen, die dem Kündigungsschutzgesetz unterliegen, besondere Regelungen. Hier ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes vorliegt.

Wenn es sich um einen sogenannten Kleinbetrieb handelt, auf den das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar ist, kann ohne besondere Gründe fristgemäß das Arbeitsverhältnis beendet werden. Hier sind häufig Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer überrascht, dass der Arbeitgeber ohne Abfindung „einfach“ kündigen kann.

Was ist eine betriebsbedingte Kündigung?

Eine betriebsbedingte Kündigung liegt dann vor, wenn die betrieblichen Rahmenbedingungen sich ändern und beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen eine Kündigung ausgesprochen wird. Hier hat der Gesetzgeber verschiedene Voraussetzungen definiert, die einzuhalten sind, damit eine solche betriebsbedingte Kündigung überhaupt zulässig ist.

Der Arbeitgeber muss im Einzelnen nachweisen, dass es tatsächlich zu wirtschaftlichen Beeinträchtigungen des Unternehmens gekommen ist und dass beispielsweise die von ihm behaupteten Rationalisierungsmaßnahmen oder Änderungen in der Betriebsstruktur von der Geschäftsleitung beschlossen wurden und umgesetzt werden sollen.

Hier sind konkrete Maßnahmen zu beschreiben. Der Arbeitgeber muss beispielsweise darlegen, dass bestimmte Abteilungen geschlossen werden und die Arbeiten zukünftig an externe Unternehmen vergeben werden.

Was ist eine Sozialauswahl?

In einer zweiten Stufe ist dann eine sogenannte „Sozialauswahl“ vorzunehmen. Vom Grundprinzip bedeutet dies, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem geringeren sozialen Schutzbedarf zuerst zu kündigen sind.

Etwas pauschal lässt sich sagen, dass jüngere Mitarbeiter mit einer geringen Betriebszugehörigkeit und ohne Unterhaltspflichten zuerst zu kündigen sind. Die Sozialauswahl ist ein äußerst komplexes Gebilde. Hier werden häufig bei einer Kündigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom Arbeitgeber Fehler gemacht.

Dann kann im Rahmen einer Kündigungsschutzklage geklärt werden, ob die Kündigung berechtigt war. Wurden bei Ausspruch der Kündigung die gesetzlichen Voraussetzungen nicht eingehalten, wird das Arbeitsgericht die Kündigung für unwirksam erklären und das Arbeitsverhältnis wird fortgesetzt.

Wenn beide Arbeitsvertragsparteien daran kein Interesse haben, findet häufig eine Einigung auf eine Abfindung statt.

Wie wehre ich mich gegen eine Kündigung?

In den meisten Fällen werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich mit einer Kündigungsschutzklage gegen eine Kündigung wehren.

Wie bereits an anderer Stelle mehrfach betont, sieht das Gesetz eine Drei-Wochen-Frist für die Einreichung einer Kündigungsschutzklage vor. Diese Frist ist unbedingt einzuhalten. Dies bedeutet, dass Sie möglichst schnell einen Termin bei einem guten Fachanwalt für Arbeitsrecht vereinbaren sollten.

Nur dann ist sichergestellt, dass Ihre Rechte gewahrt werden.

Wenn die Frist zur Einreichung einer Kündigungsschutzklage versäumt wird, wird die Kündigung rechtswirksam und kann danach in den meisten Fällen nicht mehr angegriffen werden.

Daher ist Eile geboten.

Guten für Arbeitsrecht finden

Gute Anwälte für Arbeitsrecht in Hannover werden Ihnen kurzfristig einen Termin ermöglichen, um die notwendigen Schritte zur Abwehr einer Kündigung eines Arbeitsverhältnisses einzuleiten und mit Ihnen zu erörtern.

Gern können Sie mit uns telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen, wenn Sie eine ordentliche oder außerordentliche Kündigung erhalten haben. Wir vertreten insbesondere im Bereich Hannover, Braunschweig, Peine sowie weitere Orte im Umkreis von Hannover Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

 
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