Elternzeit und Arbeitsrecht – Teil 2

Nach dem 8 Wochen nach der Entbindung endenden Mutterschutz muss eine junge Mutter jedoch nicht zwangsläufig wieder in ihren Beruf einsteigen. Vielmehr ist es üblich, eine Elternzeit (früher Erziehungsurlaub) zu nehmen. Diese kann nicht nur von der Mutter sondern auch von dem Vater (gegebenenfalls sogar von anderen mit der Erziehung eines Kindes betraute Personen) genommen werden. Die Dauer der Elternzeit kann bis zu drei Jahre betragen. Dabei ist es unerheblich ob die Mutter allein, im Wechsel mit dem Vater oder beide zusammen die Elternzeit nehmen. Wie viel Elternzeit genommen wird, muss jedoch für die ersten 2 Jahre im Voraus angemeldet werden. 12 Monate der 3 Jahre Elternzeit können in Absprache mit dem Arbeitgeber noch bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres des Kindes genommen werden. Ab dem 01.01.2015 treten neue, Elternfreundlichere Regelungen zu Elternzeitverschiebung in Kraft.

Die Elternzeit muss 7 Wochen vor Beginn beantragt werden. Der Beginn ist für die Mutter ist in der Regel die Geburt, wobei die Zeit des Mutterschutzes bereits auf die Elternzeit angerechnet wird. Die Elternzeit für den Vater kann dieser variabel nehmen, jedoch muss auch diese 7 Wochen vor Beginn beantragt werden. Da bei Vätern in Elternzeit offenbar eine hohe Kündigungsgefahr besteht, ist es ratsam erst eine Woche vor Beginn der 7 Wochen Frist den Antrag zu stellen, da erst 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit ein besonderer Kündigungsschutz, vergleichbar mit dem einer Schwangeren, greift. Würde ein Vater also 3 Monate vor Beginn der geplanten Elternzeit diese beantragen, hätte der Arbeitgeber noch einen Monat Zeit den Vater zu kündigen, um der Belastung der Fehlzeit des Arbeitnehmers zu entgehen.

Elterngeld wird für höchstens 2 Jahre der genommenen Elternzeit bezahlt. Die Berechnung erfolgt anhand eines Basis Satzes und dem individuellen Gehalt der Eltern und ist nicht pauschal zu benennen.

Weiterbeschäftigung

Der Wiedereinstieg in den Beruf ist für eine Mutter ist nach der Elternzeit oft nicht einfach. Sie hat zwar Anspruch auf eine Beschäftigung gemäß ihres Arbeitsvertrages, und muss auch wenn es nicht völlig unmöglich ist in Teilzeit wiedereingestellt werden. Ist jedoch im Arbeitsvertrag keine prägnante Aufgabenbeschreibung festgelegt, kann die Mutter auch auf einer „ vergleichbaren“ Position wieder eingesetzt werden. Dass dies zu nicht zufriedenstellenden Positionswechseln führen kann ist offensichtlich, zumal die Stelle der Mutter über 2 oder sogar 3 Jahre natürlich nicht leer bleiben kann. Oft ist die verlassene Stelle dann mit einem neuen Arbeitnehmer besetzt, sodass die rückkehrende Schwangere mit einer neuen, aber vergleichbaren Stelle Vorlieb nehmen muss.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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