Befristet Arbeitsverhältnis – Was muss ich wissen?

Das Thema befristete Arbeitsverträge hat in Deutschland für viele Menschen eine äußerst hohe Relevanz. Das Statistische Bundesamt hat sich in einer Untersuchung dieses Themas angenommen und herausgefunden, dass in Deutschland im Jahr 2011 in dem die Daten erhoben wurden, etwa 2,8 Millionen (8,9 %) der insgesamt 31,6 Millionen abhängig Beschäftigten in eine befristeten Arbeitsvertrag beschäftigt waren. Die Befristungsquote liegt damit bereits seit dem Jahr 2005 stabil im Bereich zwischen 8 und 9 % der abhängig Beschäftigten.

Insbesondere im Bereich der jüngeren Altersjahrgänge arbeiten die Angestellten oft auf Zeitvertragsbasis. So waren 17,2 % der abhängig Erwerbstätigen im Alter von 25 bis 29 Jahren von Befristung betroffen, bei den 30- bis 34-Jährigen waren es 12,0 %.

Doch was bedeutet überhaupt  eine befristete Anstellung?

Man unterscheidet im Fall einer befristeten Anstellung grundsätzlich zwischen der sogenannten zeitlich befristeten und der zweckbefristeten Anstellung.

Im Falle der zeitlichen Befristung endet das Arbeitsverhältnis nicht durch Kündigung, sondern “automatisch” durch Ablauf der Zeit, für die es eingegangen wurde. Ein zweckbefristetes Arbeitsverhältnis dagegen endet mit dem Eintritt eines zukünftigen Ereignisses oder mit dem Erreichen eines festgelegten Zwecks, etwa der Genesung eines vertretenen Kollegen oder dem Abschluss eines Projekts.

Oft werden mehrere zeitlich, aber auch zweckbefristete Arbeitsverhältnisse hintereinander angelegt, was für den Angestellten bedeutet nie zu wissen ob nach Ablauf des Zeitraums eine neue Beschäftigung in Aussicht steht.

Wie lange kann ein Angestellter befristet beschäftigt werden?

Bei der Frage wie lang ein Angestellter von seinem Arbeitgeber befristet beschäftigt werden darf ist zu unterscheiden zwischen Befristungen mit oder ohne Sachgrund. Bei Beschäftigungen ohne Sachgrund darf eine Befristung maximal zwei Jahre andauern und innerhalb dieser Frist maximal dreimal verlängert werden (Ausnahmen gelten jedoch für Beschäftigte über 52, die zuvor Arbeitslos waren). Durch Tarifvertrag kann die Anzahl der Verlängerungen oder die Höchstdauer der Befristung jedoch abweichend geregelt werden. Bei Befristungen mit Sachgrund gibt es eine solche zeitliche Obergrenze dagegen nicht. Liegt ein Sachgrund i.S.d. § 14 Abs. 1 TzBfG können Arbeitsverhältnisse auch über drei Jahre hinaus wiederholt befristet werden.

Darf ein befristetes Arbeitsverhältnis gekündigt werden?

Der größte Vorteil für einen Arbeitnehmer während der Befristung besteht wohl darin, dass eine ordentliche Kündigung währen der Laufzeit im Allgemeinen nicht möglich ist. Diese ist gemäß § 15 Abs. 3 TzBfG ausgeschlossen, falls eine solche Kündigungsmöglichkeit nicht vertraglich, insbesondere durch einen anwendbaren Tarifvertrag vorgesehen ist. Die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung bleibt hiervon jedoch unberührt.

Hoffentlich konnten wir Ihnen mit diesem Einstieg in das Thema einen groben Überblick verschaffen. Sollten sie jedoch ein konkretes arbeitsrechtliches Problem haben, so kontaktieren sie uns gern.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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