Arbeitszeitbetrug führt zur fristlosen Kündigung

Beratung Arbeitsrecht Hannover Anwalt Kanzlei Kündigung erhaltenArbeitnehmer brauchen flexible Arbeitszeiten in der heutigen Zeit, Arbeitgeber müssen die Möglichkeiten dazu schaffen. Gleitzeit ist gang und gäbe und eine eigenständige Arbeitszeiteinteilung im Home Office ist für viele Arbeitnehmer unmöglich wegzudenken. Diese Konstellationen bedeutet ein enormes, aber auch nötiges Entgegenkommen des Arbeitgebers, da viele Arbeitnehmer sonst keine Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit hätten. Dieses Entgegenkommen basiert zu einem sehr großen Teil auf Vertrauen in den Mitarbeiter. Wird dieses Vertrauen durch falsches Dokumentieren der Arbeitszeit missbraucht, ist die Grundlage des Arbeitsverhältnisses zerstört. Es wird dem Arbeitgeber durch den Betrug des Arbeitnehmers unzumutbar, diesen weiter in seinem Unternehmen arbeiten zu lassen. Eine fristlose Kündigung ist gerechtfertigt!

Was genau zählt als Arbeitszeitbetrug?

Grundsätzlich kann jede Zeit, in welcher der Arbeitnehmer angibt seiner arbeitsvertraglichen Verpflichtung nachzukommen, dies tatsächlich aber nicht tut, einen solchen Betrug darstellen. Beispiele dafür sind:

– Einstempeln und danach den Arbeitsplatz für private Dinge zu verlassen

– verlängerte Pausen, ohne dies zu notieren

– kein Ausstempeln für Raucherpausen

– private Internetnutzung am Arbeitsrechner

– falsche Arbeitszeiterfassung bei selbständiger Ausfüllung von Stundenzetteln

– vorzeitiges Verlassen des Arbeitsplatzes, ohne dies zu notieren

– private Erledigungen während der Arbeitszeit (insbesondere bei Außendienstmitarbeitern)

– unzulässige Aufrundung bei Arbeitszeit und Spesenabrechnung

– vorsätzliche Bestätigung eines Vorgesetzten von falschen Arbeitszeiten der Mitarbeiter

Dies ist selbstverständlich keine abschließende Aufzählung. Sie verdeutlicht aber die Bandbreite des Arbeitszeitbetrugstatbestandes.

Einmaliger Arbeitszeitbetrug und fristlose Kündigung

Entscheidend, und für viele Arbeitnehmer überraschend ist, dass ein solcher Betrug des Arbeitgebers schon beim ersten oder einzigen Mal zur fristlosen Kündigung führen kann. Dies sollte sich der Arbeitnehmer vor Augen führen, denn es bedeutet, dass wer heute die Arbeitszeiten falsch einträgt, morgen bereits arbeitslos sein kann. Dies wird mit dem  groben Vertrauensbruch begründet. Juristisch muss für eine fristlose Kündigung ein wichtiger Grund für die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorliegen, sodass es dem Arbeitgeber unzumutbar wird, die in der Regel mehrmonatige Kündigungsfrist einzuhalten. Der vorsätzliche Verstoß eines Arbeitnehmer gegen seine Verpflichtung, die vom Arbeitgeber nur schwer zu kontrollierende Arbeitszeit korrekt zu dokumentieren, stellt einen solchen wichtigen Grund dar. Ein Arbeitszeitbetrug macht es dem Arbeitnehmer unzumutbar, das Arbeits- und Vertrauensverhältnis aufrecht zu erhalten. Zu bedenken ist natürlich, dass es auch hier einer Einzelfallprüfung bedarf. Wird vom Arbeitnehmer einmal um nur wenige Minuten betrogen, wird in der Regel keine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein.

Praxis für den Arbeitnehmer

Rechtsanwalt Beratung Kanzlei Hannover

Ihr Ansprechpartner
Rechtsanwalt Thomas Feil

Es kann somit jedem Arbeitnehmer nur geraten sein, sich äußerst penibel an die arbeitsvertraglichen Pflichten während der Arbeitszeit zu halten und die Arbeitszeit sauber und korrekt zu notieren. Innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Betrug bemerkt worden ist, kann der Arbeitgeber eine fristlose Kündigung aussprechen. Selbst der begründete Verdacht auf Arbeitszeitbetrug kann zu einer fristlosen Kündigung führen. Sollten Sie jedoch selbst eine fristlose Kündigung erhalten haben, und ist der Grund dafür fraglich oder falsch, stehen wir Ihnen unter unserer Hotline gerne für eine erste Beratung zur Verfügung.

 
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