Haftung des App-Entwicklers

Die Welt der Apps besteht aus vielen Beteiligten – entwickelt werden die Programme von den App-Entwicklern, vertrieben von den App-Anbietern über gewisse App-Stores und genutzt von den Endnutzern dieser Software. Sollte alles reibungslos verlaufen, hat der App-Entwickler für seinen App-Anbieter ein solches Programm entwickelt, und es wird erfolgreich über den jeweiligen Store vertrieben und findet zufriedene User. Allerdings geht dieses Ideal auch öfter nicht ganz auf, wenn beispielsweise die Software mangelhaft ist, Schäden am Endgerät des Nutzers hinterlässt oder beispielsweise gegen Datenschutzvorschriften verstößt oder Impressumspflichten verletzt. Es stellt sich dann die Frage nach der Haftung – und in diesem Beitrag schauen wir uns an, inwieweit der App-Entwickler als erstes Glied der Kette überhaupt haftet oder haftbar gemacht werden kann. Sollte eine spezielle Rechtsfrage in diesem Blogbeitrag nicht beantwortet werden, können Sie uns jederzeit kostenlos anrufen und nachfragen.

Wer kommt für eine Haftung überhaupt in Betracht?

Grundsätzlich können – je nach Schaden, der eingetreten ist und dessen Umfang und Begründung – durchaus der App-Entwickler, der App-Anbieter und der App-Store haftbar sein. Alle drei Beteiligte dieser “App-Kette” können durch Rechtsverletzungen Schäden entstehen lassen und müssen dafür auch eintreten. Es wird jedoch unterschieden, wer gegenüber wem für was haftet, denn dies ist auf den ersten Blick nicht immer gleich ersichtlich. Es geht maßgeblich darum, zwischen welchen Beteiligten überhaupt Rechtsverhältnisse im Vertragssinne bestehen, die Pflichten und Rechte und gegebenenfalls Schadensersatzforderungen entstehen lassen könnten.

Aufgabe des App-Entwicklers – und was erwächst daraus an Rechtspflichten?

Im Normalfall ist der Entwickler einer App beauftragt worden, ein bestimmtes Programm für eine bestimmte Klasse an mobilen Endgeräten zu entwerfen – meistens vom App-Anbieter selbst, teilweise auch von App-Stores direkt. Ein vertragliches Verhältnis im rechtlichen Sinne kommt jedoch nicht zwischem dem Entwickler und dem Endnutzer zustande, sondern lediglich zwischen Entwickler und Auftraggeber. Es geht um Software-Erstellungsverträge, in denen sich eine Entwicklerschmiede verpflichtet, eine Software mit bestimmten Eigenschaften und Fähigkeiten mangelfrei zu entwickeln und bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Welche Anforderungen das sind, ist immer Vertragssache und wird im sogenannten Pflichten- und Lastenheft festgelegt. Der App-Entwickler muss diesen Pflichten also im Rahmen der Softwareprogrammierung ausreichend nachkommen – und haftet bei Fehlern gegenüber seinem Auftraggeber voll. Der Endnutzer hat allerdings in der Regel keine Möglichkeit, sich gegen den Entwickler zu richten, denn zwischen diesen beiden Akteuren besteht ja ein solcher Vertrag gerade nicht.

Was passiert bei Rechtsverletzungen des App-Entwicklers?

Ist die entwickelte App beispielsweise nicht rechtskonform mit dem geltenden Datenschutzrecht, weil sie beispielsweise in unzulässiger Art und Weise personenbezogene Daten erhebt, verarbeitet oder nutzt, oder verstößt die App sonst wie gegen Marken- oder Urheberrechte haftet der Softwareentwickler gegenüber dem Endnutzer nicht. Diese Haftung trifft nämlich den App-Anbieter, der sich seinerseits allerdings wieder an den Entwickler halten kann, sollten diese Rechtsverstöße durch die Programmierung der Software entstanden sein. Hier kommen Schadensersatzforderungen in Betracht, die einerseits direkt aus den Vertragspflichten erwachsen, oder aber aus mangelnder Rücksichtnahme oder anderen nebenvertraglichen Pflichten. Rechtspflichten unterscheiden sich auch je nachdem, in welchem Land die jeweilige App vertrieben wird und wie die dortige Rechtslage aussieht. Dies ist insbesondere im Datenschutzrecht beachtlich, denn diese Regelungen unterscheiden sich teilweise enorm von Land zu Land. Hier erfahren Sie mehr:

http://www.drweb.de/magazin/smartphone-apps-als-herausforderung-fur-datenschutz-und-sicherheit-40025/

 

Kurzes Fazit

App-Entwickler haften nicht gegenüber den Endnutzern, aber im Vertragsverhältnis gegenüber ihren Auftraggebern für jegliche Rechtsverletzungen, die durch die Programmierung entstehen.

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Rechtsanwalt Thomas Feil

 
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2 Kommentare zu “Haftung des App-Entwicklers
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