Apps und urheberrechtliche Fragestellungen

Wer Apps entwickelt, sollte sich ein wenig mit dem Urheberrecht auskennen – denn eine Vielzahl von Vorschriften gilt es zu beachten, und im Folgenden weisen wir auf die wichtigsten Punkte hin, sodass Ihre App-Entwicklung nicht an rechtlichen Hürden scheitern braucht. Hier hatten wir bereits über generelle Haftungsfragen für App-Entwickler berichtet. Sollte sich im Laufe des Blogbeitrages eine weitere Frage ergeben, die wir nicht beantwortet haben, können Sie uns kostenlos anrufen und nachfragen!

Urheberrecht und Apps

Grundsätzlich spielt das Urheberrecht eine große Rolle an verschiedenen Punkten der App-Programmierung. Einerseits ist schon die Software selbst möglicherweise urheberrechtlich geschützt oder erlangt durch das Schreiben des Quellcodes einen solchen Schutz, oder aber die App nutzt und verarbeitet in ihrer Ausführung urheberrechtlich geschützte Mediendateien. Es gibt auch Apps, die Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken von Dritten bieten. Andere wiederum liefern einen Zugang zu Datenbanken, sodass beispielsweise die Vorschriften aus dem Urheberrechtsgesetz über Datenbankwerke einschlägig sind. Beliebt sind ebenfalls Apps, die jeden Tag verschiedene Zitate von berühmten Persönlichkeiten anzeigen.

Software und urheberrechtlicher Schutz bei der App-Entwicklung

Das deutsche Urheberrechtsgesetz schützt Computerprogramme gesondert, und zwar im § 69a UrhG. Dort heißt es, dass Computerprogramme im Sinne des UrhG Programme in jeder Gestalt sind, einschließlich des Entwurfsmaterials. Also sind auch Apps als Software grundsätzlich urheberrechtlich geschützt. Der Schutz entsteht, sobald die App geschrieben wurde – es bedarf für Urheberrechtsschutz keiner Anmeldung oder sonstiges. Der Schutz entsteht automatisch mit “Schöpfung des Werks”, oder im Falle von Software, mit der Programmierung dieser Software. Unter den Schutz fallen der Objektcode, der Quellcode und das Entwurfsmaterial dazu, also jegliche Versuche. Die Idee einer Software ist aber nicht rechtlich geschützt – dies wird leider oft von Betroffenen falsch verstanden. Geschützt ist nur die erstellte Software, also das geschriebene Programm in seiner festen Form. Mit Ideen zu einer Software sollte also Zurückhaltung in Foren und Blogs gehalten werden, denn andere können problemlos die Idee umsetzen, und im schlimmsten Falle schneller als man selbst. Und dagegen gibt es dann keinen urheberrechtlichen Schutz!

Urheberrechtlich geschützte Elemente in der fertigen App

Neben der Software an sich werden Apps zwecks Gestaltung und ansprechendem Design natürlich auch mit Bildern und Tönen versehen. Diese Elemente sind in jedem Falle urheberrechtlich geschützt und bedürfen zur Nutzung immer die Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers. Sollten also beispielsweise lustige Buttonbilder oder Hintergrundbilder, oder aber eine meditative Musik in der App gezeigt oder abgespielt werden, muss vorher eine Lizenz eingeholt werden – ansonsten kommt es zu urheberrechtlichen Abmahnungen, die unnötig Kosten entstehen lassen. Sollte Ihre App durch Verweise auf Bilder oder Musik anderer Anbieter oder Seiten verweisen, müssen Sie vorsichtig sein. Grundsätzlich sind auch kleine Bild- oder Textausschnitte urheberrechtlich geschützt!

Kurzes Fazit

Apps genießen als Software urheberrechtlichen Schutz. Die einer App zugrunde liegende Idee ist jedoch nicht geschützt, nur die programmierte Ausfertigung. Bilder, Töne und Texte in einer App dürfen nur verwendet werden, wenn Lizenzen erworben oder Nutzungsrechte eingeräumt wurden.

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Rechtsanwalt Thomas Feil

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Apps und urheberrechtliche Fragestellungen
  • 6. Januar 2015 um 06:06 Uhr
    Stefan Große says:

    Hallo,

    ich habe eine Idee für eine App; jedoch bin ich absoluter IT-Laie und könnte eine dementsprechende App nicht programmieren bzw. entwickeln.

    Wie sieht es mit dem Schutz meiner “Idee” aus bzw. wie kann ich diese trotzdem realisieren, ohne meine urheberrechtlichen Ansprüche zu verlieren. Hierfür müsste es doch auch eine Möglichkeit geben.

    Für Ihre Antwort im voraus schon einen herzlichen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan

    • 6. Januar 2015 um 08:20 Uhr

      Sehr geehrter Herr Große,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Gern helfen wir Ihnen per E-Mail oder telefonisch weiter, wenn Sie mögen. Grundsätzlich können Sie sich von einer Softwareschmiede vertraglich (!) zusichern lassen, dass Ihre Idee nicht ohne Sie verwertet wird. Solche Verträge gehören in der Praxis unbedingt dazu. Ihre urheberrechtlichen Ansprüche verlieren Sie nicht, wenn diese einmal wirksam entstanden sind. Dafür müssten Sie allerdings schon eine konkrete Form (Quellcode, App-Titel) vorliegen haben.

      Bevor Sie also eine Softwareschmiede beauftragen, sollten Sie sich rechtlichen Beistand einholen, der sicherstellt, dass Ihre Idee nicht ohne Sie vermarktet wird.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Rechtsanwalt Thomas Feil.

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