Apps und Entwicklungsverträge

Je mehr Smartphones unter die Leute gehen, desto mehr Nachfrage nach bestimmten Apps besteht. Viele Apps gibt es schon, noch Unmengen müssen erst entwickelt werden. Viele Unternehmen wittern hier zurecht eine große Chance, einen neuen “Draht zum User” zu knüpfen und geben die Entwicklung solcher Apps in Auftrag. Bei der Vertragsgestaltung sind einige Besonderheiten zu beachten, über die wir im Folgenden aufklären möchten. Sollte dabei eine Frage unbeantwortet geblieben sein, können Sie uns gerne kostenlos anrufen und sich informieren lassen.

App als Sache in den Entwicklerverträgen

Grundsätzlich handelt es sich bei der Appanwendung um Software, und damit um eine “Sache” im Sinne des BGB. Wichtig bei dem Vertragsabschluss ist zu klären, ob die App dauerhaft oder nur auf Zeit überlassen wird – hier geht es urheberrechtlich also um die Einräumung von Nutzungsrechten und den Umfang dieser Einräumung. Weiter ist zu klären, ob es etwaige Zusatzleistungen neben der Überlassung der App geben soll, beispielsweise spezieller Nachbesserungsservice oder Updates, weil sich die Hardwarefunktionen der mobilen Endgeräte fortwährend und rasant ändern.

Vertragsgestaltung – Werk- oder Kaufrecht?

Wie bei der normalen Softwareerstellung ist auch bei der App-Entwicklung die rechtliche Frage zu klären, ob es im Falle einer Neuherstellung der App und dauerhafter Überlassung um einen Werkvertrag mit Werkrecht, oder um einen Werkvertrag mit anzuwendendem Kaufrecht geht. Grundsätzlich ist hier erst mal das Werkvertragsrecht einschlägig, soweit eine App komplett neu erstellt, also entwickelt werden soll. Soll die App auf Zeit überlassen werden, ist die Entwicklung zwar ein Werkvertrag, das nachfolgende Überlassungsverhältnis jedoch nach Mietrecht zu bewerten.

Details bei den Entwicklungsverträgen

Grundsätzlich richtet sich die Vertragsgestaltung bei der App-Entwicklung nach den Musterverträgen, die auch bei den ganz normalen Softwareerstellungsverträgen zur Anwendung kommen. Zunächst sollten die Leistungen des App-Entwicklers benannt werden, hierbei speziell den Vertragsgegenstand explizit als App bezeichnen. Hauptleistungspflicht ist die Programmierung dieser App. Daneben sollte aber auch gleichzeitig eine Pflicht vereinbart werden, dass der Entwickler die App im jeweiligen App-Store auch anmeldet. Die App-Stores haben dafür nämlich unterschiedliche, teilweise strenge Regelungen vorgesehen, und nicht jede App kann ohne Weiteres einfach angemeldet werden. Apple und Google beispielsweise sichern die Qualität ihrer angebotenen Programme durch eine strenge vorherige Auswahl. Dieses Auswahlrisiko sollte unbedingt auf die Seite der App-Entwicklung abgewälzt werden, denn nur die Softwareentwickler können sicherstellen, die besonderen Anforderungen der Stores zu erfüllen. Und diese Anforderungen ändern sich ständig, sodass hier auch das fortwährend neue Know-How der Entwickler benötigt wird.

Zu speziellen Haftungsfragen, die auch im Vertrag geregelt werden sollten, haben wir bereits gebloggt:

Weiter kann und sollte vereinbart werden, dass die App auch zukünftig den Anforderungen der neuen technischen Entwicklung genügen wird. Hierbei handelt es sich um eine Update-Pflicht, die auch Sinn macht, denn was nützt die beste App, wenn sie schon wenige Monate später auf dem neuen mobilen Endgerät nicht mehr läuft? Hier zeigt sich auch der Unterschied zur normalen Softwareentwicklung – denn eine Anwendung für Windows wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch auf der nächsten Windowsversion laufen, außerdem kommt bei Windows nicht allmonatlich ein neues Betriebssystem auf den Markt. Bei Android oder iOS ist dies genau anders, ständig kommen Updates und alte Apps laufen sofort nicht mehr fehlerfrei oder gar nicht. Dem sollte also durch eine enge Zusammenarbeit mit der Softwareschmiede bezüglich einer App entgegengewirkt werden.

Noch Fragen?

Gern können Sie uns kostenlos anrufen, falls noch Fragen zur Vertragsgestaltung bei der App-Entwicklung auftauchen. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen im Bereich der Softwareverträge und können auch Erstellungsverträge für App-Entwickler oder Auftraggeber überwachen oder anfertigen.

Fragen Sie uns!

Rechtsanwalt Thomas Feil

 
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