Unzufrieden mit dem eigenen Anwalt?

Wenn Sie unzufrieden mit Ihrem Anwalt sind, sollten Sie sich dieses Problems umgehend annehmen. Es nützt nichts, die eigene Unzufriedenheit zu verstecken und nur zu hoffen, dass alles gut ausgehen wird. Eine wie auch immer geartete Rechtsstreitigkeit sollte bestmöglich durch ein gutes Zusammenarbeiten von Mandant und Rechtsanwalt bewältigt werden. Wer unzufrieden mit dem eigenen Anwalt ist, sollte daher im eigenen Interesse überlegen, wie mit diesem Problem umzugehen ist. Unzufriedenheit kann schwerwiegende Gründe in der Bearbeitungsweise des Anwalts haben, die letztlich zu einer Anwaltshaftung führen können. Mit einem Rechtsanwalt unzufrieden zu sein, kann viele Gründe haben – auch kann der Mandant selbst daran schuld sein, dass das Verhältnis und die Zusammenarbeit nicht optimal eingestellt sind. Wir zeigen auf, worauf zu achten ist, wenn man mit einem Anwalt unzufrieden ist und welche Handlungsoptionen sich anbieten.

Die Gründe für die Unzufriedenheit ausfindig machen

Mit einem Anwalt unzufrieden zu sein, kann vorkommen. Fraglich ist nur, ob die eigene Unzufriedenheit nur kurz anhält oder von Dauer ist. Ist man dauerhaft mit dem eigenen Rechtsanwalt unzufrieden, müssen die Gründe erforscht werden, wieso dieses Gefühl eintritt. Denn es kann viele Ursache haben, wenn sich das Verhältnis zwischen Mandant und Anwalt nicht mehr optimal entwickelt. Beispielsweise kann es sein, dass der Anwalt einen fachlichen Fehler begangen hat und der Mandant deshalb unzufrieden ist. Oder aber es liegt an den Charaktereigenschaften von Mandant und Anwalt, die nicht zusammen passen mögen.

Unzufrieden wegen fachlicher Fehler?

Wenn der eigene Rechtsanwalt einen fachlichen Fehler gemacht hat, ist die Unzufriedenheit beim Mandanten groß. Beispielsweise kann es sein, dass eine wichtige Frist verpasst wurde, die dazu führt, dass eine außergerichtliche oder gerichtliche Rechtsstreitigkeit verloren ist. Denkbar ist auch, dass die neueste Rechtsprechung vom Anwalt verkannt wurde, und dadurch empfindliche Nachteile für den Betroffenen entstehen. Fachliche Fehler dürfen Rechtsanwälten nicht passieren und führen in vielen Fällen sogar zu Schadensersatzansprüchen. Ein Mandant, der unzufrieden ist, weil fachliche Fehler begangen werden, ist zu Recht unzufrieden und muss sich überlegen, ob ein Anwaltswechsel angestrengt werden sollte. Das Vertrauen ist nämlich „dahin“, wenn ein fachlicher Fehler begangen wurde. Allerdings sollte man hier nichts überstürzen: Wenn das Ausmaß des Fehlers nicht schwerwiegend ist, muss nicht sofort ein anderer Rechtsanwalt aufgesucht werden. Jedoch darf sich der betraute Rechtsanwalt keinesfalls einen erneuten Fehler leisten – sonst ist der Mandant zu Recht weg. Bei Fehlern, die echte Schäden für den Mandanten nach sich ziehen, kann ein Fall der Anwaltshaftung vorliegen.

Unzufrieden wegen persönlicher Eigenschaften?

Sollten charakterliche Gründe der Grund für die eigene Unzufriedenheit sein, muss genau überlegt werden, wie zu reagieren ist. Vielleicht hat der Mandant sich den Rechtsanwalt charakterlich anders vorgestellt? Denkbar ist, dass der Rechtsanwalt den Fall des Mandanten zu professionell bearbeitet und bei dem Mandant der Eindruck entsteht, dem Anwalt mangle es an Empfindsamkeit oder Einfühlungsvermögen. Schnell ist der Mandant dann unzufrieden. Oder aber der Mandant wünscht sich, dass der Rechtsanwalt hartnäckiger ist oder die Gegenseite „härter“ behandelt. Dies sind alles Fragen des persönlichen Stils und des eigenen Geschmacks. Wenn der Mandant unzufrieden ist, weil der Anwalt seinen charakterlichen Vorstellungen nicht entspricht, sollte allerdings nicht gleich ein neuer Rechtsanwalt beauftragt werden: Letztendlich geht es um fachliche Kompetenz. Solange Ihr Anwalt fachlich einwandfrei arbeitet und Ihnen die bestmöglichen Strategien aufzeigt, die zum gewünschten Erfolg führen, sollte die eigene Unzufriedenheit nicht ausufern, nur weil charakterliche Diskrepanzen bestehen. Nur bei höchstpersönlichen Rechtsstreitigkeiten, wie etwa familienrechtlicher Auseinandersetzungen sollte man sich einen Anwalt suchen, der auch charakterlich genau zu einem selbst passt.

Unzufriedenheit wegen schlechter Betreuung?

Unzufrieden mit dem Anwalt, weil man sich schlecht betreut fühlt? Dies kommt häufig vor. Mandanten möchten oft in engem Kontakt mit dem Rechtsanwalt stehen und schicken häufig E-Mails oder fragen häufig per Telefon noch einmal nach. So sollte es auch sein – ein engagierter Mandant trägt maßgeblich zum Erfolg einer rechtlichen Auseinandersetzung bei. Allerdings sind Rechtsanwälte wiederum stets von Fristen gejagt und haben nicht immer die nötige Zeit, sich eingehend mit jeder Kleinigkeit zu beschäftigten. Schnell fühlt sich der Mandant daher schlecht betreut, wenn Rückrufbitten nicht sofort nachgekommen werden oder eine E-Mail nicht nach wenigen Stunden beantwortet ist. Eine schlechte Betreuung ist allerdings dann anzunehmen, wenn der Anwalt den Mandanten nur noch als zahlenden Kunden behandelt und – sobald das Geld da ist – nicht mehr so leicht erreichbar ist, wie noch beim ersten Beratungsgespräch. Hier sollte ein Mandant, der genau deswegen unzufrieden ist, dieses Gefühl direkt beim Anwalt ansprechen.

Unzufriedenheit direkt beim Rechtsanwalt ansprechen!

Wer unzufrieden mit dem eigenen Rechtsanwalt ist, sollte dieses Gefühl in einem persönlichen Gespräch ansprechen. Sind es fachliche Fehler, die dazu geführt haben, dass die Unzufriedenheit entstanden ist, sollte unmissverständlich klargemacht werden, dass weitere fachliche Fehler zum Widerruf der Vollmacht führen werden. Sind es charakterliche Vorstellungen, die der Rechtsanwalt nicht erfüllt, kann auch dies angesprochen werden – allerdings sollte auch der Mandant wissen, dass ein Anwalt in erster Linie fachliche Kompetenz besitzen muss und nicht unbedingt genau die gleiche Vorgehensweise in allen Lebensbereichen an den Tag legt wie der Mandant selbst. Eine gewisse gemeinsame Vorstellung sollten beide Parteien allerdings miteinander teilen, damit eine gute Zusammenarbeit realisiert werden kann. Sollte der Mandant unzufrieden sein, weil der Anwalt ihn schlecht betreut, hilft auch hier meistens ein klärendes Gespräch. Die eigene Unzufriedenheit sollte beim Anwalt jedenfalls zügig angesprochen werden, sodass in Zukunft eine bessere Zusammenarbeit möglich ist. In Fällen der Anwaltshaftung sollten Sie sich juristisch beraten lassen.

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 21 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,81 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

10 Kommentare zu “Unzufrieden mit dem eigenen Anwalt?
  • 30. August 2017 um 21:27 Uhr
    Markus says:

    Guten Abend, wir werden seit etwas über 2 Jahren von einem nassen Keller geplagt ( ca 5-7 cm Wassertiefe).
    Das haben uns die Voreigentümer verschwiegen.
    Dann ist die Sache natürlich beim Anwalt gelandet. Wir haben mehrfach Vorschüsse gezahlt, passiert ist jedoch nichts.
    In den letzten Monaten nicht mal ein Brief. Auf Nachfrage heißt es dann nur, er versuche es nach wie vor aussergerichtlich zu regeln, um uns vor weiteren Kosten zu schützen, da ich zur Zeit leider Arbeitslos bin.
    Wir bekommen immer nur zu hören, er habe mit dem Anwalt der Gegenseite telefoniert, und dieser würde sich wieder melden.
    Wie kann man in dieser Situation am besten vorgehen? Das Geld für einen neuen Anwalt habe ich leider nicht ohne weiteres liegen, und das Vertrauen, das da noch irgendwas passiert, habe ich bei unserem jetzigen Anwalt weitestgehend verloren.

    • 1. September 2017 um 08:04 Uhr

      Guten Tag,

      dass Sie unzufrieden mit Ihrem eigenen Anwalt sind, ist bedauerlich. Wir antworten Ihnen konkret per Mail.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 22. April 2017 um 19:33 Uhr
    Musa Usar says:

    Guten Tag

    ich habe Probleme mit meinem alwaltin,wenn ich versuche zu reden oder ein Termin haben,Sie schreit und versucht immer geld zu haben.
    ich bin arbeitslos und trotzdem erst wir haben uns über ( EURO) geeignet.danach hat sie sich wieder gemeldet und hat noch Hilfe vom Stadt über mein name bekommen..

    2:ich habe mein erste klage verloren beim andere Anwältin ,und die gleiche Thema möchte ich nicht leben..
    ich weiß es nicht was ich machen kann…
    ich biete um Ihre Hilfe .

    Mit Freundlichen Grüßen
    M.Usar

    • 24. April 2017 um 07:27 Uhr

      Guten Tag,

      ich schlage vor, dass Sie sich im ersten Scrhitt an die Anwaltskammer wenden. Dort kann man IHnen sicherlich Tipss geben, wie mit der Situation umgegangen werden kann.

      Mit freundlichen Grüßen
      Thomas Feil

  • 13. April 2017 um 18:29 Uhr
    Liane Metzdorff says:

    Guten Abend.
    Leider habe ich noch keine Mail von Ihnen erhalten.

    Mit freundlichen Grüßen
    L. M.

    • 15. April 2017 um 14:31 Uhr

      Guten Tag,
      ich habe grad eine Antwort diktiert. Kommt nach Ostern.

      MfG
      Thomas Feil

  • 12. April 2017 um 10:58 Uhr
    Liane Metzdorff says:

    Guten Morgen. Mein von mir getrennt lebender Mann und ich haben folgendes Problem:
    Am 10.12.15 ist uns eine Frau ,kurz vor meinem Haus, aus der Seitenstraße herkommend hinten auf der Fahrerseite ins Auto gefahren und die Frau hat auch zugegeben, daß sie Schuld hat .
    Wir hatten einen Anwalt beauftragt, der uns vertreten sollte. Er hat sich von und verschiedene Vollmachten unterschreiben lassen.
    Die Reparatur des Autos wurde seitens der gegnerischen Versicherung auch bezahlt. Dann ging es um Schmerzensgeld und Haushaltshilfe, da wir Beide eine HWS Distorsion erlitten haben, was vom Arzt festgestellt wurde .

    Unser Anwalt hatte unsere Ansprüche dann bei der Versicherung geltend gemacht. Diese lehnte die Zahlung ab und deren Gutachter erstellte ein Gutachten, aus dem völlig falsche Voraussetzungen gegeben waren. Der Gutachter hat einfach die gefahrenen Geschwindigkeiten vertauscht, ich war 8 kmh gefahren und die Frau 20 kmh . Anhand des Schadens am Auto stellte der Gutachter dann fest, daß wir keine HWS Distorsion erlitten haben können.
    Ich hatte dann unseren Anwalt gebeten, dem Gutachter zu widersprechen und klar zu stellen, daß der von falschen Geschwindigkeiten ausgegangen ist ( lt. dem Gutachter bin ich 20 kmh gefahren und die Frau 8 kmh ) . Dann wäre es aber garnicht zu dem Unfall gekommen.
    Daraufhin hatte unser Anwalt mit einem anderen Gutachter telefoniert. Der Gutachter sagte dann, daß wir das wohl gerichtlich klären müssten.

    Zwischenzeitlich hatten wir unserem Anwalt wie von dem gefordert einen ausgefüllten Beratungshilfeantrag und einen PKH Antrag jeweils mit Anhang zugeschickt.

    Dann passierte eine ganze Weile nichts mehr durch den Anwalt. Plötzlich wollte er eine Bestätigung des Arztes , daß die damals erlittene HWS Distorsion mit dem Unfall in Zusammenhang stand . Das haben wir dann gemacht. Auch diese Bescheinigungen durften wir bezahlen, wie vorher auch schon .

    Unser Anwalt hat zwar der gegnerischen Versicherung das zugeschickt, aber die haben natürlich abgelehnt und haben auch keine Lust mehr weiter darauf einzugehen.
    Unser Anwalt macht nichts dagegen. Er kümmert sich um nichts mehr.
    Als Dankeschön hat er uns dann eine Rechnung geschickt, wir sollen Beide jeweils 255,-€ bezahlen und das bis zum 15.04.17 , was wir nicht verstehen.

    Er hat sich nicht ernsthaft mit dem Schmerzensgeldanspruch beschäftigt, er hat sich nicht für uns gegen das Gutachten gewehrt und hat uns im Stich gelassen.

    Nicht nur, daß wir damals körperlichen Schaden erlitten haben, kein Schmerzensgeld erhalten haben weil unser Anwalt sich nicht ernsthaft um unsere Interessen gekümmert hat, wir jedes Attest vom Arzt selbst bezahlen mußten, jetzt sollen wir auch noch unseren Anwalt bezahlen, der aber von uns alle Unterlagen bekommen hatte, weil die gegnerische Versicherung nicht Alles bezahlen will und hat .

    Wir sind maßlos enttäuscht und wissen nicht, was wir machen können. Gespräche bringen nichts .

    Das gleiche Spiel hat der Anwalt auch in einer anderen Sache mit mir gemacht.

    Ich hoffe, Sie können uns helfen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    L. M.

    • 12. April 2017 um 11:13 Uhr

      Guten Tag,

      vielen Dank für die ausführliche Schilderung Ihres Sachverhalts zum Thema “Unzufrieden mit dem eigenen Anwalt?”. Dass Sie derart unzufrieden mit Ihrem Anwalt sind, können wir gut nachvollziehen. Wir werden uns mit Ihnen gesondert per Mail in Verbindung setzen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

  • 5. März 2017 um 10:50 Uhr
    Klaus Denert says:

    Guten Tag,

    wir sind seit Monaten unzufrieden mit unserem Anwalt. Er antwortet teilweise nicht oder arg verspätete auf Rückrufbitten, E-Mails werden meistens völlig ignoriert. Dass ein Anwalt nicht immer sofort antwortet, ist uns bewusst, aber nach mehreren Wochen sollte eine Antwort doch erfolgen. Wir wissen nicht, ob wir den Anwalt wechseln sollen, wir sind wirklich sehr unzufrieden und möchten die Sache irgendwie beschleunigen. Können Sie bitte mit uns Kontakt aufnehmen, damit wir Ihnen die Einzelheiten vertraulich mitteilen können?

    Mit freundlichen Grüßen
    [Name von der Redaktion aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt]

    • 7. März 2017 um 15:47 Uhr

      Guten Tag,

      es tut uns leid zu hören, dass sie derart unzufrieden mit Ihrem Anwalt sind. Allerdings können wir die Unzufriedenheit auch gut nachvollziehen, denn wer wird schon gern ignoriert? Wir nehmen gern mit Ihnen Kontakt auf, wie Sie es gewünscht haben.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen