Anwaltshaftung durch Schaden?

Nicht immer läuft es “rund” zwischen Mandant und Rechtsanwalt. Teilweise gibt es Meinungsverschiedenheiten, persönliche Differenzen oder Fälle der Anwaltshaftung. Grundsätzlich ist von Anwaltshaftung zu sprechen, wenn aufgrund der Tätigkeit des Anwalts ein Schaden für den eigenen Mandanten entstanden ist. Ein solcher Schaden kann vielfältige Ursachen und Wirkungen haben. Wir möchten im Folgenden aufzeigen, welche Fallkonstellationen es gibt und wie sich ein Betroffener verhalten sollte, der durch die Handlungsweise des eigenen Rechtsanwalts einen Schaden erlitten hat.

Fallkonstellationen eines Schadens für den Mandanten

Die möglichen und denkbaren Fallkonstellationen sind unzählig. Einige “Klassiker” möchten wir dennoch kurz darstellen.

Ein Rechtsanwalt, welcher einen Fall der Anwaltshaftung auslöst, kann dem eigenen Mandanten beispielsweise dadurch schädigen, dass eine wichtige Frist verpasst wird. Dies kann sowohl außergerichtlich, als auch gerichtlich der Fall sein. Außergerichtlich sind beispielsweise Fälle denkbar, in denen ein Mandant zur Begleichung einer offenen Forderung unter klarer Fristsetzung aufgefordert wird und gerichtliche Schritte für den Fall der Nichtbegleichung bereits konkret angedroht wurden. Leitet der Rechtsanwalt beispielsweise diese Aufforderung nicht zeitnah genug weiter, sodass der Mandant reagieren kann, verstreicht die Frist und es kommt zu einem Gerichtsverfahren. Hier entstehen dem Mandanten dann mitunter Schäden, angefangen bei fälligen Verzugszinsen, bis hin zu den Rechtsanwalts- und Gerichtskosten, die entstehen.

Weiter ist denkbar, dass ein Rechtsanwalt eine Falschberatung erteilt und dadurch einen Schaden beim Mandanten verursacht, der andernfalls – d.h. bei korrekter Rechtsberatung – nicht eingetreten wäre. Beispielsweise könnte ein Rechtsanwalt die aktuelle Rechtsprechung nicht genügend beachten oder grundsätzlich nicht vertiefte Rechtskenntnisse zum konkreten Einzelfall haben und somit eine falsche Beratungsleistung erbringen. Dadurch ist es möglich, dass der Mandant einen Schaden dahingehend erleidet, dass er rechtlich gesehen sinnlose Schritte unternimmt (bspw. eine sinnlose Klage) oder außergerichtlich andere Personen juristisch “angeht”, obwohl hierfür keine Notwendigkeit oder rechtliche Grundlage besteht. Auch dies sind klassische Fälle einer Anwaltshaftung.

Anwaltshaftung als erster Schritt?

Fraglich ist, wie Mandanten in solchen und ähnlichen Fallkonstellationen reagieren sollen. Die Nerven liegen meist “blank”, da ein echter Schaden entstanden ist, und das Vertrauensverhältnis zum verursachenden Rechtsanwalt ist erschüttert. Dennoch sollten sich Betroffene zunächst einmal damit befassen, den Rechtsanwalt auf diese Fehlleistungen oder Haftungskonstellation aufmerksam zu machen und zu versuchen, eine Lösung zu finden. Beispielsweise könnte der Anwalt zunächst darauf verzichten, eine Rechnung zu stellen, oder aber für den entstandenen Schaden vollumfänglich aufkommen. Bei kleineren Schäden ist dies wohl auch der Regelfall, allerdings stellt sich die Frage, wie es bei größeren Schäden aussieht. Es kann dann sein, dass der Betroffene seinen eigenen (dann wohl ehemaligen) Rechtsanwalt außergerichtlich oder gerichtlich “angehen” muss, um nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben.

Außergerichtlicher Lösungsweg

Zunächst sollte der Betroffene versuchen, den schadenverursachenden Rechtsanwalt außergerichtlich zum Ersatz der entstandenen Kosten aufzufordern. Dies kann der Betroffene alleine tun, oder gemeinsam mit einem Rechtsanwalt, der sich auf Anwaltshaftung spezialisiert hat. Außergerichtlich lässt sich meist viel bewegen und die große Eskalation kann womöglich verhindert werden. Zeigt sich der (nun) “gegnerische” Anwalt jedoch nicht einsichtig, d.h. er lehnt die Anwaltshaftung außergerichtlich ab, müssen weitere Schritte überlegt werden, um den Schaden demjenigen weiterzuleiten, der dafür verantwortlich ist.

Gerichtliche Schritte wegen Anwaltshaftung

Bei gerichtlichen Schritten gegen den ehemaligen Rechtsanwalt sollte sich der Betroffene unbedingt spezialisierten Rechtsbeistand suchen. Fälle der Anwaltshaftung bedürfen einer eingehenden Beschäftigung mit der genauen Fallkonstellation unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls. Es wird darauf ankommen, dem ehemaligen Anwalt eine konkrete Pflichtverletzung gerichtsfest nachzuweisen, die zum in Frage stehenden Schaden geführt hat. Achten Sie bei der Auswahl Ihres neuen Anwalts darauf, dass dieser über einschlägige Erfahrungen im Umgang mit Fällen der Anwaltshaftung verfügt und Sie mit diesem neuen Rechtsbeistand ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen können.

Unsere Kanzlei hilft Ihnen gern weiter, wenn Sie Fragen zur Anwaltshaftung haben oder über einen konkreten Fall diskret sprechen möchten.

 

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Anwaltshaftung durch Schaden?
  • 11. April 2017 um 09:55
    Harald Feinstett says:

    mir ist auch ein schaden durch meinen ehemaligen rechtsanwalt entstanden. auf anwaltshaftung hatte ich dann aber keine nerven mehr und kein geld, weil ich ja nicht sicher sein kann, wieder an einen spinner zu geraten. der schaden betrug übrigens rund 6000 euro, besagter anwalt ist heute auch nicht mehr tätig. insofern anwaltshaftung wohl sowieso sinnlos. aber es ärgert einen und schmälert das vertrauen zu rechtsanwälten, die vllt einen guten job machen würden.

    • 11. April 2017 um 10:01

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Wortmeldung zu Anwaltshaftung durch Schaden. Dass Ihnen ein Schaden von 6000 Euro durch einen Fall der Anwaltshaftung entstanden ist, tut uns leid. Wir können Ihren Ärger nachvollziehen. Jedoch ist die überwiegende Anzahl von Anwälten durchaus sehr kompetent, die wenigen schwarzen Schafe machen es nicht leicht, dieses Bild auch entsprechend zu transportieren.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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