Probleme und Ärger mit dem eigenen Anwalt

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Hand aufs Herz. Wann suchen Sie Ihren Anwalt auf? Meisten wird dies der Fall sein, wenn Sie bereits Ärger und Probleme haben. Ob nun mit Ihrem Nachbar, dem Vermieter, einem Käufer oder aber mit dem Ehemann (Scheidung). Wenn Sie zum Anwalt gehen, dann haben Sie meistens schon Probleme und Ärger und wollen verständlicherweise, dass Ihr Anwalt das Problem aus der Welt schafft. Was Sie nicht gebrauchen können, ist, dass Ihr Anwalt für weiteren Ärger sorgt und Ihnen weitere Probleme bereitet. Möglichkeiten dazu hat Ihr Anwalt sicher genug. Nicht immer ist auch der Anwalt dafür verantwortlich, wenn weitere Probleme auftreten. Dennoch ist die Situation dann oft sehr ärgerlich und festgefahren.

Es gibt dabei ein ganzes (Teil-) Rechtsgebiet, welches sich damit beschäftigt, dass ein Anwalt Probleme bereitet und Ärger macht: Die Anwaltshaftung. Wann Sie Ihren Anwalt erfolgreich in Regress nehmen können, soll der vorliegende Beitrag beantworten.

Der Anwaltsvertrag als Grundlage

Na klar. Anwälte sind letztlich auch nur Menschen, die Fehler machen können. Sie suchen aber gerade einen Anwalt auf, weil dieser eine bestimmte Qualität der rechtlichen Bearbeitung sicherstellen soll. Dies wird auch vertraglich festgehalten. Sie schließen bei der Beauftragung Ihres Anwaltes einen Anwaltsvertrag, der ein bestimmtes Pflichtenkatalog vorsieht und Ihren Anwalt rechtlich bindet.

Der Rechtsanwalt wird dabei beratend tätig und ordnet sich dabei in die Beratungsberufe mit ein. Seine Leistung ist ähnlich der eines Arztes, eines Versicherungsberaters oder eines Anlageberaters.

Der Vertrag ist in der Regel als Geschäftsbesorgungsvertrag mit Dienstleistungscharakter anzusehen. Geschäftsbesorgung deshalb, weil der Anwalt Ihre Vermögensinteressen wahrnimmt und wahrnehmen soll. Er soll für Sie einen Prozess führen und sorgt unmittelbar dafür, dass er für Sie Erklärungen abgibt, die Ihr Vermögen mindern können.

Meist ist jedoch kein Erfolg vereinbart. Der Anwalt schuldet also grundsätzlich nicht, dass der Prozess gewonnen wird oder der Gegner verurteilt wird. Dies wäre ein Werkvertrag. Natürlich kann man auch einen bestimmten Erfolg vereinbaren; jedenfalls gebührenrechtlich ist dies aber nur ausnahmsweise der Fall. Eine Erfolgsvereinbarung wird idR oft im Rahmen der Vertragserstellung getroffen. Hier kann der Anwalt die vollständige Fertigung eines Vertragsentwurfs schulden, der eine bestimmte Regelung eines Sachverhalts trifft. In diesen Fällen kommt auch ein Werkvertrag in Betracht.

Meistens wird es jedoch beim Dienstvertrag bleiben. Auch wenn Ihr Anwalt sagt, dass er das „Ding“ für Sie auf jeden Falle gewinnen würde, stellt dies mehr eine werbende Äußerung als eine verbindliche Festlegung dar. Grundlage dafür ist, dass es den klaren Fall, der sicher gewonnen werden kann, einfach nicht gibt. Denn nicht nur der Anwalt beeinflusst den Erfolg. Auch der Mandant, der dem Anwalt die Informationen zu liefern hat, die dieser benötigt wirkt an dem Erfolg oder Misserfolg mit. Nicht zuletzt hängt es auch von der Sichtweise des Gerichts ab. Selbst wenn der Mandant im Recht ist und auch der Anwalt die rechtliche Situation zutreffend erfasst hat und erläutert kann es sein, dass der Mandant den Fall verliert. Z.B., wenn das Gericht bei der ihm freien Beweiswürdigung eine bestimmte Tatsache als nicht erwiesen ansieht. Dies kann auch der eigene Anwalt nur unzureichend beeinflussen. Macht der Anwalt keine sonstigen Probleme oder Ärger, kann dieser nicht in Regress genommen werden.

Doch was schuldet der Anwalt nun? Da er grundsätzlich also keinen Erfolg schuldet, schuldet er nur eine bestimmte Qualität der rechtlichen Bearbeitung. Er, der Anwalt, hat seinen Job also nicht irgendwie zu machen oder für Ärger und Probleme zu sorgen, sondern muss bei seiner Tätigkeit einiges beachten.

Zunächst muss der Anwalt den Sachverhalt hinreichend klären. Hierbei ist er natürlich auf die Mitwirkung des Mandanten angewiesen. Gegebenenfalls ist der Sachverhalt durch geeignete Rückfragen zu klären. Es folgt die rechtliche Beratung. Der Anwalt muss den Fall rechtlich durchdenken und zu einer vertretbaren Lösung kommen. Hat der Anwalt Spielraum, muss er diesen zu Gunsten seines Mandanten ausfüllen. Er muss die Risiken und Chancen erkennen und gegeneinander abwägen. Diese sind natürlich auch von der Prozesssituation abhängig. Am Anfang wird der Anwalt weniger Informationen für seine Beratung haben, als wenn bspw. der Gegner bereits geantwortet hat. Man muss also stets die Situation betrachtet, in welcher der Anwalt sich bereits befindet.

Die Beratung muss vollständig und erschöpfend sein und alle Aspekte mit umfassen. Grds. wird der Anwalt bei Erfolg der Sache raten, einen Mahnbescheid zu beantragen oder eine Klage zu erheben. Wenn diese dann keinen Erfolg hat kommt es darauf an, ob der Anwalt Probleme bereitet oder Ärger gemacht hat oder ob ihm vielleicht ein Fehler unterlaufen ist.

Probleme und Ärger; dort lauern Gefahren

Es gibt viele Dinge, bei denen ein Anwalt Probleme und Ärger bereiten kann. Dies fängt schon bei der Mandatierung an. Der Anwalt kann diese grundsätzlich auch verweigern und muss nicht beraten. Hat der Mandant aber einen Beratungsschein darf der Anwalt keinen Ärger und Probleme machen und muss die Beratung vornehmen. Nimmt der Anwalt eine Beratung nicht vor, so muss er dies sagen und darf den Mandanten nicht im ersichtlichen Glauben lassen, dass eine Beratung erfolgen würde. Erleidet der Mandant dadurch einen Rechtsverlust, z.B. indem er Fristen versäumt, kann er den Anwalt dafür haftbar machen.

Auch innerhalb des eigentlichen Mandatsverhältnisses kann der Anwalt viele Probleme und Ärger machen. So kann er z.B. eine Sache nur langsam oder schleppend bearbeiten, gerade, wenn die Rechtsprobleme etwas schwieriger sind. Der Anwalt kann weiterhin den Sachverhalt nicht richtig ermitteln oder durch geeignete Rückfragen erfragen. Daher ist dann auch oft die rechtliche Würdigung unrichtig, was ein Problem darstellt. Ärger lauert auch dort, wo der Anwalt generell nicht richtig berät, sei es, dass er den Mandanten nicht richtig über die nächsten Schritte informiert oder eigene Fehler macht. So ist es ein Problem, wenn bestimmte Urteile übersehen werden, welche aber für den Fall wichtig sind.

Ärgerlich ist es auch, wenn der Rechtsanwalt seine Mandanten nicht richtig informiert. Dieser muss die rechtlichen Erwägungen und Lösungsansätze darlegen und dann die weiteren Schritte empfehlen. Denn die endgültige Entscheidung trifft der Mandant. Leider sind bisweilen die Anwälte so arrogant, da sie selbst alles entscheiden wollen. Machen sie dann etwas, was der Mandant gar nicht wollte, machen sie sich haftbar.

Der Anwalt hat noch eine Reihe von weiteren Dingen zu beachten. So darf er bestimmte Mandate nicht annehmen, wenn ein Interessenskonflikt besteht. Weiterhin muss er den Mandanten auf Gefahren, wie z.B. auslaufende Fristen oder die Verjährung hinweisen. Versäumt der Anwalt eine Frist oder tritt Verjährung ein und hat er dies zu verschulden, haftet er seinem Mandanten auf Schadensersatz.

Probleme und Ärger kann der Anwalt auch durch sein Verhalten verursachen. So kann er aggressiv oder arrogant sein, sodass der Mandant sich unwohl fühlt. Dies rechtfertigt alleine aber noch nicht, Schadensersatz zu fordern. Denn nicht jedes Problem oder jeder Ärger mit dem Anwalt führt zu einem Schaden. Macht er seine Sache gut, fühlt sich der Mandant aber nicht gut aufgehoben, steht es ihm frei, den Anwalt zu wechseln.

Fazit

Ärger und Probleme mit dem eigenen Anwalt zu haben ist nie schön. Und Anwälte haben auf Grund der Nähe zu den Mandanten viele Möglichkeiten, für Probleme und Ärger zu sorgen. Hier muss man aber grundsätzlich unterscheiden: Macht der Anwalt einen Fehler, begeht er also eine Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag, kann dieser, wenn ein Schaden entstanden ist, in Regress genommen werden. Arbeitet dieser aber ordnungsgemäß und der Mandant fühlt sich nur unwohl, scheidet Schadensersatz grundsätzlich aus.

Oftmals wissen die Mandanten aber gar nicht, wann Ärger und Probleme tatsächlich zu einem Schadensersatz führen können. Dies liegt daran, dass sie das oben aufgezeigte Pflichtenprogramm nicht kennen, bzw. auch gar nicht kennen können. Hier lohnt es sich also, einen anderen Anwalt mit dieser Sache zu beauftragen und ihn überprüfen zu lassen, ob der Ärger und die Probleme zu einem Schadensersatz führen können.

Gerne übernehmen wir diese Prüfung für Sie. Auf Grund unseres Wissens können wir gezielt anwaltliche Fehler ermitteln und Ihnen darüber Auskunft geben, ob sich ein weiteres Vorgehen in der Sache lohnt. Dabei wissen wir, dass Sie bereits Ärger und Probleme hatten. Daher möchten wir, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen. Denn wir legen auch viel Wert auf die menschliche Seite der Mandatsbearbeitung.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Probleme und Ärger mit dem eigenen Anwalt
  • 22. April 2018 um 20:51 Uhr
    Dennis L. says:

    Guten Abend,
    die Probleme häufen sich mittlerweile mit meinem Rechtsanwalt. Mittlerweile bin ich mir sogar nicht mehr sicher, ob es einfach nur Unstimmigkeiten sind oder, ob mein Anwalt tatsächlich Fehler gemacht hat. Daher würde ich Sie bitten, sich bei mir zu melden.
    Mit freundlichen Grüßen

    • 14. Mai 2018 um 09:39 Uhr

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Anfrage zur Anwaltshaftung. Wir setzen uns mit Ihnen per E-Mail in Verbindung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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