Mein Anwalt betrügt mich!

Wurden Sie schon einmal von ihrem Anwalt betrogen? Natürlich ist es nicht gemeint in der Form, dass ihr Anwalt Sie vielleicht mit Ihrem besten Freund tatsächlich betrogen hätte. Jedoch kommt es häufig vor, dass Mandanten sich betrogen fühlen, weil beispielsweise der Anwalt ihnen gewisse Dinge vorenthält.

In diesen Fällen wollen Mandanten natürlicherweise verständlich wissen, wie sie nun am besten vorgehen können. Sollte der Anwalt etwa auf Schadensersatz verklagt werden? Oder soll der Anwalt gar gewechselt werden? Dies sind typische Fragen von Mandanten, die sich von ihrem Anwalt betrogen fühlen. Der folgende Beitrag soll das Thema näher erläutern.

So kann ein Anwalt betrügen!

Ohne jetzt den strafrechtlichen Begriff des Betruges zu bemühen, der Gott sei Dank nicht häufig vorkommt, steht die Frage, ob der Anwalt den Mandanten betrügt auch dafür, dass er sich diesem gegenüber nicht ordnungsgemäß verhält.

Dies kann schon damit anfangen, dass der Anwalt dem Mandanten nicht mitteilt, welche Gebühren er von diesem fordern will. Dann darf der Anwalt aber auch nur nach dem RVG abrechnen und nicht etwa einen höheren Stundensatz. Tut er dies dennoch, fühlen sich die Mandanten zu recht betrogen und wollen die Gebühren nicht zahlen.  Tatsächlich befinden sich die Mandanten im Recht, da die höheren Gebühren üblicherweise nicht geschuldet werden.

Weiterhin kann der Anwalt unfreundlich sein und dem Mandanten das Gefühl geben, unerwünscht zu sein. Er kann sich hochnäsig verhalten oder sich über den Mandanten lustig machen. Auch hier betrügt der Anwalt den Mandanten, da er zwar dessen Geld will, aber den Mandanten nicht respektiert.

Zuletzt kann der Anwalt auch fachliche Fehler machen und das Mandat schlichtweg schlecht bearbeiten. So kann er Fristen versäumen, die Verjährung übersehen oder aber auch einen schlechten Vergleich schließen. Gerade, wenn der Anwalt dem Mandanten die wesentlichen Dinge nicht mitteilt, fühlt sich dieser betrogen und das Gefühl betrogen worden zu sein, besteht dann zu recht.

Und was tun, wenn der Anwalt mich betrügt?

Der Mandant kann, wenn der Anwalt ihn betrügt jederzeit den Vertrag kündigen und einen neuen Anwalt beauftragen. Doch Achtung: Dabei entstehen mehr Gebühren, da der alte Anwalt grundsätzlich auch Gebühren fordern kann, für die bisher geleistete Tätigkeit. Nur, wenn der Anwalt die Kündigung ernstlich verschuldet hat, muss er auch für die Mehrkosten als Schaden einstehen.

Entsteht anderweitig ein Schaden, kann der Anwalt, wenn er betrügt und dabei eine Pflichtverletzung begeht, auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden.  Hierfür muss aber auch ein Schaden entstanden sein. Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn der Fall gerade deshalb verloren wurde, weil der Anwalt z.B. zu lange gewartet hat und dadurch Verjährung eingetreten ist. Oder wenn der Anwalt ein wichtiges urteil übersieht und der Prozess daher sinnlos gewesen ist.

Problematisch ist dabei, dass der Mandant oft nicht merkt, dass der Anwalt ihn betrügt, weil hierfür rechtliches Wissen notwendig ist. Wir raten daher dazu, bei Verdacht einen anderen Anwalt zu kontaktieren.

Fazit

Wenn der Anwalt den Mandanten betrügt, kann dies in vielgestaltiger Form erfolgen. Der Mandant hat, wenn der Anwalt ihn betrügt einige Möglichkeiten. Vom Anwaltswechsel bis hin zum Schadensersatz. Doch manchmal können dabei unschöne Folgen, wie z.B. Mehrkosten entstehen.

Sind Sie sich sicher oder vermuten Sie, dass Ihr Anwalt Sie betrügt? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir übernehmen gerne Ihren fall und prüfen etwaige Regressansprüche.

 

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 6 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,67 von 5
Loading...

Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Mein Anwalt betrügt mich!
  • 3. November 2017 um 17:26 Uhr
    Elisabeth Götting says:

    Ist Das Betrug?

    Ich habe den Anwalt angerufen und telefonisch einen Termin für eine Erstberatung vereinbart. Er meinte 2 Stunden würden 190,- Euro+MwSt kosten. Beratungstermin: 23.10.2017
    Zum Termin erschienen wir zu dritt. Meine Mutter (87 Jahre), meine Schwester und ich.

    Es ging darum wie meiner Mutter ihr Vermögen am besten aufteilt unter den Kindern und Enkelkindern.
    Es wurden auch noch Themen von einer weiteren Immobilie sowie Ackerland und Bargeld besprochen, wie das aufzuteilen wäre.
    Er meinte die Schenkung von 1997 würde zu Buche schlagen, wenn mein Bruder seinen Pflichtteil, bzw. Pflichtergänzungsanteil fordern würde, bei der Immobilie die meine Mutter an ihre 3 Enkelkinder verschenken will. Diese Aussage war falsch wie wir inzwischen wissen und hätte Konsequenzen, wären wir nicht eines besseren belehrt worden.

    Nach ca. 2 Stunden verließ er das Zimmer und kam mit je 2 Mandatsverträge, Vergütungsvereinbarung und Haftungsvereinbarung, welche schon auf die Daten meiner Mutter vorbereitet worden waren zurück. Er las in einer Tabelle sein Honorar ab. Er meinte er würde den Faktor ganz unten ansetzen „Leben und leben lassen“ sei sein Motto. Dann trug er den Betrag und die MwSt in die dafür vorgesehene Zeile ein. ( 1700+323,- Euro). Er gab mir ein Exemplar und eins meiner Mutter und Schwester. Gelesen wurde nichts. Er erläuterte die jeweiligen Abschnitte in kurzen Sätzen was sie bedeuten. Dann bat er meine Mutter mehrmals zu unterschreiben. Mir war nicht wohl dabei. Ich fragte sie ob sie sich nicht nochmal überlegen will. Aber sie war überfordert und wollte die Sache einfach schnell hinter sich bringen. Das merkte auch der Anwalt.

    Erst auf der Heimfahrt (200 km) wurde uns bewusst, dass das viel zu schnell ging und wir fühlten uns überrumpelt. Am nächsten Tag rief ich gegen 12:30 Uhr an und wollte den Anwalt sprechen. Da er nicht da war, erzählte ich der Sekretärin, dass meine Mutter es sich gerne noch überlegen möchte und ob man den Vertrag erstmal rückgängig machen bzw. zurückstellen kann. Wir könnten zuerst eine Beratung abrechen. Sie meinte, sie sage es ihm und er wird sich dann bei mir melden. Hat er aber nicht! Gegen 16:30 Uhr rief sie mich dann an. Sie habe nicht gewusst, dass die Kollegin das Schreiben schon heute Morgen fertig gemacht hat und es mit der Post schon weg ist. Da könne man nichts mehr machen.
    Unsere Vermutung ist, dass er nach meinem Anruf das Schreiben anfertigen ließ, damit meine Mutter nicht mehr zurücktreten kann. Das Schreiben kam dann auch tatsächlich postwendend.
    Außerdem war vereinbart, dass ich ihm noch eine Kopie von dem Testament 1997 zukommen lasse, damit er sich das mit der Schenkung nochmal ansehen kann. Das hat er nicht abgewartet.

    Meine Frage: Wie kann man von dem Vertrag zurücktreten, bzw. gibt es die Möglichkeit eines Vergleichs, damit meine Mutter nicht den ganzen Betrag bezahlen muss?

    Eine Kündigung des Mandatsvertrages geht in den nächsten 2 Tagen an den Anwalt.

    • 3. November 2017 um 18:16 Uhr

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      ein Rücktrittsrecht sehe ich nicht. Sie können den Vertrag kündigen. Ob der Anwalt sich auf einen Vergleich einlässt, kann ich nicht absehen. Hier sind Sie auf das “Wohlwollen” und die Vergleichsbereitschaft des Anwalts angewiesen.

      Mit freundlichen Grüßen
      RA Thomas Feil

Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen