Anwaltshonorar bei Falschberatung

Anwälte bekommen für ihre Arbeit selbstverständlich ein Honorar, wenn sie ihre Anwaltsrechnung gestellt haben. Doch was geschieht, wenn die Anwälte eine Falschberatung geleistet haben und dennoch eine Anwaltsrechnung stellen und ein Anwaltshonorar fordern? Die Mandanten meinen dann, dass der Anwalt bei einer Falschberatung kein Anwaltshonorar fordern kann. Ob dies tatsächlich so ist, soll der vorliegende Beitrag klären.

Wissenswertes zum Anwaltshonorar

Wenn der Anwalt ein Honorar fordert muss er zunächst eine Rechnung gestellt haben. Denn ohne Anwaltsrechnung ist das Anwaltshonorar noch gar nicht fällig. Der Anwalt kann mit Ihnen eine Vergütung vereinbaren, die auch vom gesetzlichen Leitbild abweicht, solange diese nicht sittenwidrig ist. Auch Stundensätze bis zu 250 € sind keine Seltenheit. Möglich ist aber auch als Anwaltshonorar eine Pauschale zu vereinbaren.

Oft rechnet der Anwalt aber nach dem RVG ab, der Gebührenordnung für Ärzte. Dann stellt er meist eine Vorschussrechnung und eine Schlussrechnung. Das RVG sieht verschiedene Gebührentatbestände vor, die ein Anwaltshonorar auslösen und den Anwalt berechtigen eine Rechnung zu stellen.

So wird ein Anwaltshonorar für eine Beratung fällig, wenn der Anwalt eine Sache außergerichtlich oder gerichtlich übernimmt oder wenn er im Termin auftritt sowie, wenn er einen Vergleich schließt. In all diesen Fällen ist es dem Anwalt möglich, eine Anwaltsrechnung zu stellen.

Und wenn der Anwalt eine Falschberatung vornimmt

Eine Falschberatung ist ärgerlich. Der Anwalt begeht dadurch eine Pflichtverletzung und verliert dadurch wohlmöglich nicht nur das Vertrauen seines Mandanten. Doch für Mandanten ist es dann besonders dreist, wenn der Anwalt auch noch eine Anwaltsrechnung erstellt und ein Anwaltshonorar fordert.

Doch darf der Anwalt das machen? Die Antwort lautet tatsächlich ja. Und noch schlimmer: Grundsätzlich müssen Sie das auch bezahlen. Hintergrund ist, dass dem Anwaltshonorar und der Anwaltsrechnung oftmals ein Dienstvertrag zu Grunde liegt. Dieser sieht eine Leistungspflicht vor. Wenn der Anwalt also gar nicht tätig wird, müssen Sie auch nicht zahlen. Aber darüber hinaus schuldet der Anwalt nur die Tätigkeit und nicht etwa auch einen bestimmten Erfolg. In diesem Fall müssen Sie also auch für die schlechte Tätigkeit ein Anwaltshonorar zahlen.

Doch genug der schlechten Nachrichten. Denn obwohl sich das Anwaltshonorar nicht mindert und der Anwalt eine Anwaltsrechnung stellen kann, macht er sich bei einer Falschberatung schadensersatzpflichtig. Haben Sie daher einen Schadenersatzanspruch, können Sie mit diesem gegen den Anspruch des Anwalts aufrechnen und somit bewirken, dass Sie das Anwaltshonorar doch nicht zahlen müssen oder zumindest nicht die gesamte Anwaltsrechnung bezahlen müssen.

Schwierig ist dabei jedoch, dass oft gar nicht so einfach beurteilt werden kann, wann ein Schadensersatzanspruch gegeben ist, gegen den man das Anwaltshonorar infolge der Anwaltsrechnung aufrechnen kann. Denn hierfür muss die Pflichtverletzung des Anwalts sauber herausgearbeitet werden können. Wir raten Ihnen daher dazu, einen Anwalt mit dieser Prüfung zu beauftragen. Dies geht im Übrigen ebenfalls, wenn Sie meinen, dass ein Anwaltshonorar oder eine Anwaltsrechnung zu hoch ist oder falsch gestellt wurde.

Fazit

Begeht der Anwalt eine Falschberatung ist dies ärgerlich. Leider gibt es keine Möglichkeit das Anwaltshonorar zu mindern oder die Anwaltsrechnung einfach nicht zu bezahlen. Über den Umweg der Aufrechnung können Sie aber faktisch das gleiche Ergebnis erzielen.

Für die Prüfung, ob der Anwalt eine Falschberatung begangen hat, das Anwaltshonorar zu hoch oder die Anwaltsrechnung falsch gestellt ist, können Sie uns gerne beauftragen. Wir prüfen sorgfältig, ob Ihnen entsprechende Ansprüche zustehen. Schildern Sie uns gerne einfach Ihren Fall.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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