Ist Ihr Anwalt untätig?

Menschen, die mit Rechtsproblemen zu tun haben, setzen teilweise ihre gesamte Hoffnung auf ihren Rechtsanwalt. Dies auch zu Recht, da der Anwalt ein juristisch ausgebildeter Dienstleister ist, der dafür zu sorgen hat, die Interessen seiner Mandantschaft bestmöglich durchzusetzen. Allerdings kommt es vor, dass ein Anwalt untätig bleibt. In solchen Fällen spricht man unter Umständen von einer Anwaltshaftung. Woran das liegen kann und wie Mandanten auf die Untätigkeit ihres Anwalts reagieren sollten, möchten wir im Folgenden aufzeigen. Unsere Kanzlei können Sie bundesweit kontaktieren, falls Ihr Anwalt dauerhaft untätig ist und Ihnen dadurch Schäden in erheblicher Größe drohen. Teilen Sie uns vertrauensvoll Ihren Fall mit und wir lassen Ihnen unsere Ersteinschätzung zur Anwaltshaftung unverbindlich zukommen. 

Gründe, warum der Anwalt untätig ist

Dass Anwälte teilweise untätig sind, kommt immer wieder vor. Teilweise kann dies erhebliche Konsequenzen für den Mandanten bedeuten. Wenn ein Anwalt dauerhaft untätig ist, und dadurch beispielsweise wichtige Fristen, wie etwa die Klagefrist, oder Fristen zur Abgabe von rechtsverbindlichen Erklärungen verpasst werden, können dem Mandanten ernsthafte Schäden entstehen. Die Frage ist, wieso ein Anwalt überhaupt untätig bleibt. Insbesondere heutzutage, wo beispielsweise wichtige Fristen und Termine per EDV gut organisierbar sind, sollte ein Anwalt grundsätzlich nie untätig im oben genannten Sinne sein.

Es kann sein, dass Ihr Anwalt untätig ist, weil dem Anwalt für das weitere Vorgehen noch wichtige Unterlagen oder Informationen fehlen. Mandanten unterschätzen diesen Punkt meist, weil sie denken, der Anwalt ist mit dem Fall genauso vertraut wie der Mandant selbst. Auch ein Gespräch, was beispielsweise vor etlichen Monaten geführt wurde, hat ein Anwalt grundsätzlich nicht präsent im Kopf. Daher ist es wichtig, dem Anwalt alle nötigen Unterlagen zur Mandatsbearbeitung zukommen zu lassen, sowie ihm alle Informationen und aktuelle Änderungen mitzuteilen, die dem Fall dienlich sein könnten.

Haben Sie als Mandant dies aber gewissenhaft getan und Ihr Anwalt ist dennoch untätig, liegt dies nur noch am Anwalt selbst. Die Untätigkeit kann persönliche Gründe des Anwalts haben, beispielsweise mag der Anwalt in einer schlechten Phase sein oder einfach überarbeitet. Als Mandant darf und muss Sie dies aber nicht interessieren, denn Sie zahlen für die rechtsanwaltliche Dienstleistung. Sie können daher auch vollen Einsatz von Ihrem Anwalt verlangen. Oder aber Ihr Anwalt weiß nicht weiter und sträubt sich, dies Ihnen gegenüber offenzulegen. Auch das mag vorkommen. Überarbeitung ist bei einem Anwalt wohl der häufigste Grund, wieso er untätig bleibt. Hier versuchen Mandanten dann nachvollziehbarerweise mit Druck zu reagieren. Dies ist verständlich und sollte einen Anwalt auch dazu bewegen, nicht weiter untätig zu bleiben. Leider kommt es immer wieder vor, dass selbst nach Druckausübung durch den Mandanten, der Anwalt weiterhin untätig bleibt. Dann sollte der Mandant überlegen, dem Anwalt das Mandat zu entziehen und sich eine bessere Rechtsvertretung zu suchen. Gegebenenfalls kommt auch eine Anwaltshaftung des ehemaligen Anwalts in Betracht.

Mandatsentzug aufgrund von Untätigkeit?

Falls Ihr Anwalt tatsächlich dauerhaft und ohne nachvollziehbaren Grund untätig ist, müssen Sie darüber nachdenken, sich anderweitig rechtlich vertreten zu lassen. Dies mag schmerzhaft sein, insbesondere wenn man bereits jahrelang mit einem vertrauten Rechtsanwalt zusammengearbeitet hat. Oder aber man befindet sich bereits in einem Prozess und traut sich nicht, den Anwalt nun zu wechseln. Aber was nützt Ihnen der Anwalt, den Sie jahrelang kennen oder der bisher Ihren Prozess geführt hat, wenn dieser nun untätig ist und dadurch den rechtlichen Erfolg Ihrer Unternehmung riskiert?

Sie haben als Mandant das Recht, den Vertrag mit Ihrem Anwalt aus guten Gründen zu beenden. Kleinigkeiten führen regelmäßig nicht zur Mandatsauflösung, dauerhafte Untätigkeit des Anwalts isst aber keine Kleinigkeit. 

Gehen Sie wie folgt vor, falls Ihr Anwalt untätig ist: Fordern Sie ihn auf, Ihnen aufzuzeigen, wie die weitere rechtliche Vorgehensweise in Ihrem Fall aussieht. Antwortet er nicht, bitten Sie erneut um Meldung. Erfolgt auch dann keine Reaktion, müssen Sie davon ausgehen, dass Ihr Anwalt untätig ist und untätig bleibt. Sie sollten Ihrem Anwalt allerdings mindestens zwei Wochen Zeit geben, um zu antworten. In dringenden Fällen muss der Anwalt jedoch auch schneller antworten können. Haben Sie die Untätigkeit Ihres Rechtsanwalts endgültig festgestellt, teilen Sie Ihrem Anwalt mit, dass Sie das Mandat zurückziehen und bitten Sie ihn, Ihnen die Unterlagen zukommen zu lassen, die noch in seiner Kanzlei über Sie vorhanden sind. Sollten Ihnen Schäden dadurch entstanden sein, dass Ihr Anwalt untätig war, muss über Anwaltshaftung grundsätzlich nachgedacht werden.

Gern können Sie uns mitteilen, falls Sie Zweifel haben, ob Ihr Rechtsanwalt Sie noch vollumfänglich und richtig vertritt. Wir raten dazu, grundsätzlich besonnen mit dem eigenen Anwalt umzugehen, da insbesondere bei komplizierten und langwidrigen Rechtsstreitigkeiten ein gutes Anwalt-Mandant-Verhältnis vorliegen sollte. Aber manchmal geht es nicht anders und man muss den Anwalt wechseln oder anderweitige Wege beschreiten (Anwaltshaftung). Gern hören wir von Ihnen, falls wir Ihnen behilflich sein können.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Ist Ihr Anwalt untätig?
  • 11. April 2017 um 09:58
    Hartmut S. says:

    gibt es überhaupt einen rechtsanwalt, der NICHT untätig ist? ich hatte bisher bei drei anwälten zu tun und alle waren “irgendwie” zu sehr beschäftigt, zu langsam, zu trantütig. es nervte ungeheuer, und mans elbst konnte nur untätig bleiben. nach 4 rückrufbitten traut man sich eben auch nicht mehr, weiter druck zu machen. ein anwalt konnte mich bisher überzeugen, aber das war in den niederlanden.

    • 11. April 2017 um 10:03

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihren Kommentar zu “Ist Ihr Anwalt untätig?”. Ja, es gibt auch Anwälte, die NICHT untätig sind :-). Wir zum Beispiel. Allerdings können wir Ihren Frust nachvollziehen, Sie sind anscheinend an viele schwarze Schafe geraten. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass in der Tat einige Anwälte meinen, dauerhaft in einer Bearbeitung untätig sein zu können, ohne letztlich Fälle der Anwaltshaftung auszulösen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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