Anwalt gibt Geld nicht weiter?

Grundsätzlich kann und sollte man seinem Anwalt vertrauen. Doch bisweilen liefern Anwälte gute Gründe, dies nicht zu tun. So z.B., wenn der Anwalt Fristen versäumt oder zu hohe Rechnungen stellt. Oft sind es auch falsche Versprechen, die den Mandanten zu recht erzürnen. So z.B., wenn der Anwalt meint, den Prozess auf jeden Fall zu gewinnen und der Mandant dann Geld in ihn investiert. Die Freude ist aber groß, wenn der Prozess gewonnen ist. Noch besser sogar, wenn der Gegner zahlt, ohne, dass vorher die Zwangsvollstreckung betrieben werden musste. Doch dann kann etwas kommen womit nur die wenigsten Mandanten ernsthaft rechnen würden: Der Anwalt gibt Geld nicht weiter. Doch was dann? Das soll dieser Beitrag klären.

Pflichten des Anwaltes

Der Anwalt hat viele Pflichten. Zum einen schließt er mit dem Mandanten einen Vertrag, der dem Anwalt zahlreiche Pflichten auferlegt. So muss er den Fall begutachten und einer richtigen Lösung zuführen. Insbesondere muss er aber auch die Vermögensinteressen der Mandanten wahren. Denn zumeist geht es um Dinge und Rechtsfragen, die in Geld aufgewogen werden können. Dies fängt schon bei der Beratung an. Der Anwalt darf nicht irgendetwas vorschlagen, sondern muss darauf achten, welches Vorgehen dem Mandanten weniger Geld kostet.

Das gilt natürlich erst Recht, wenn der Anwalt Geld bekommt, welches für den Mandanten gedacht ist. Als Vertreter kann er dies in Empfang nehmen und verwalten. Dies tut er aber nicht im eigenen Interesse, sondern in treuhänderischer Funktion für den Mandanten. Daher muss er dieses sorgfältig verwalten und zeitig an den Mandanten auskehren, da dieser einen Anspruch auf das Geld hat.

Diese Pflicht stellt nach § 43 V BRAO auch eine Berufspflicht des Anwaltes dar, die geschaffen wurde, um das Vertrauen in die Anwaltschaft zu stärken. Denn geht der Anwalt mit dem ihm anvertrauten Geld nicht sorgfältig um und gibt der Anwalt das Geld nicht weiter, stellt dies eine schwere Vertrauensverletzung dar.

Anwalt gibt Geld nicht weiter – Was tun?

Doch was kann man nun tun, wenn der Anwalt das Geld nicht weitergibt? Zunächst einmal ist ganz banal zu prüfen, ob er dieses auch empfangen hat. Ggf. wurde das Geld noch nicht an ihn weitergeleitet. Dann kann der Anwalt auch seine Kosten davon abziehen, also gegen den Gebühren Anspruch aufrechnen. Dies sollte er jedoch am besten vorher mit dem Mandanten absprechen. Den Rest muss der Anwalt weiter geben.

Tut der Anwalt dies nicht, so hat der Mandant auch weiterhin einen Anspruch darauf. Notfalls wird er diesen jedoch einklagen müssen. Immerhin muss der Anwalt aber auch die Kosten, die dafür entstehen tragen. Etwas Druck kann noch auf den Anwalt ausgeübt werden, indem damit gedroht wird, dass Verhalten der Rechtsanwaltskammer zu melden. Denn der Anwalt verletzt auch die Berufspflicht. Dies kann mit einer empfindlichen Geldstrafe geahndet werden. Bei wiederholten Verstößen kann dem Anwalt auch die Zulassung entzogen werden.

Ein echter Schaden entsteht jedoch meist nicht. Daher besteht in der Regel „nur“ der Anspruch auf das Geld.

Fazit

Der Anwalt gibt das Geld nicht weiter. Das ist eine ärgerliche Situation. Doch Sie können etwas tun. Melden Sie dies der Anwaltskammer oder verklagen Sie den Anwalt. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Denn wir kommunizieren mit den Beteiligten auf Augenhöhe und wissen dabei genau, wann der Anwalt das Geld einbehalten und wann er es herausgeben darf, bzw. muss. Kontaktieren Sie uns gerne.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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