Anlagebetrug: Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Immer mehr Interessierte investieren in Aktien oder andere Geldanlagen wie Gold oder Bitcoins und nutzen dabei intensiv das Internet. Mittlerweile hat sich eine umfangreiche Szene etabliert, die Informationen austauscht und interessante Geldanlagen präsentiert.

Diese Entwicklung führt auch dazu, dass zunehmend unseriöse Finanzplattformen im Internet präsent sind. Perfide Betrugsstrukturen führen zu großen Schäden bei Investoren. Unter den Stichworten „Anlagebetrug“, „Broker zahlt nicht aus“ oder „Betrügerische Online-Broker“ finden sich in den Foren diverse Äußerungen von Betroffenen, die ihr Leid schildern.

Wir beschreiben, wie Sie einen Anlagebetrug erkennen und welche Broker seriös sind. Außerdem geben wir Ihnen Hinweise, wie Sie Ihr Geld zurückerlangen können.

Welche Broker sind seriös?

Diese Frage lässt sich leider nicht so leicht beantworten. Es gibt allerdings diverse Indizien, auf die Sie misstrauisch reagieren sollten.

Geschäftssitz des Brokers

Unseriöse Broker geben häufig keinen Geschäftssitz an oder verweisen auf einen Geschäftssitz in der Karibik, beispielsweise den Grenadinen, einem kleinen Inselstaat in der Karibik. Wenn Sie auch nach einigem Suchen auf der Internetseite keine konkrete postalische Anschrift finden können, sollten Sie vorsichtig sein.

Auch ein außereuropäischer Geschäftssitz ist im Falle einer rechtlichen Inanspruchnahme kritisch. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Forderungen gegen Broker in Karibikstaaten nicht durchsetzbar sind.

Mit anderen Worten: Wenn Sie bei einem solchen Broker Geld investieren, müssen Sie zu 100 % vertrauen, da ansonsten Ansprüche nicht durchsetzbar sind.

Geschäftssitz Broker in Europa

Anders ist dies, wenn der Broker in Deutschland oder Europa seinen Geschäftssitz hat. Vor Kurzem hat das Landgericht Frankfurt am Main einer Klage gegen einen Broker stattgegeben, der gesetzliche Regelungen nicht eingehalten hat, und hat den Broker zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 90.000,00 Euro verurteilt.

Der Broker hatte seinen Sitz in Malta. In Europa ist es also möglich, Ansprüche durchzusetzen.

Wir haben in der Vergangenheit auch mithilfe von ausländischen Finanzaufsichtsbehörden europäische Broker zu Schadensersatzleistungen verpflichten können.

Vorsicht vor fiktiven Geschäftsadressen

Teilweise beobachten wir allerdings aktuell die Tendenz, dass fiktive Geschäftsadressen in Deutschland oder Europa angegeben werden, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Wir empfehlen daher, zu recherchieren, ob die jeweilige Adresse wirklich existiert und dem Unternehmen zugeordnet werden kann.

Registrierung bei der Finanzaufsicht

Ein zweites wichtiges Indiz ist die Frage, ob der Broker bei den Finanzaufsichtsbehörden registriert ist. Dazu müssen sich ebenfalls Angaben auf der Internetseite des Brokers finden.

Ist dies nicht der Fall, müssen Sie auch unter diesem Gesichtspunkt damit rechnen, dass bei Störungen im Handel und in der Geschäftsbeziehung Ansprüche gegen den Broker nicht durchsetzbar sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Broker unseriös ist, ist dann deutlich höher.

Vollmundige Versprechungen des Brokers

Ein drittes Indiz sind sehr vollmundige Versprechungen eines Brokers, beispielsweise die Eigenwerbung mit „einer der besten Broker der Welt“.

Wenn alle drei Indizien vorliegen, empfehlen wir Ihnen, sich eine andere Finanzplattform zu suchen. Der Broker wird nicht seriös sein.

Wie erkenne ich betrügerische Onlinebroker?

Betrügerische Onlinebroker werben häufig mit Prominenten. Es wird auf Dieter Bohlen oder Günther Jauch sowie andere Prominente verwiesen, die Investitionen in digitale Währungen und Bitcoins getätigt haben. Diese Investitionen werden als „fantastische Finanzplattform“ oder anderweitig angepriesen.

Daneben wird aktiv mit einem kurzfristigen Reichtum geworben, beispielsweise mit dem Hinweis, dass eine 19-Jährige innerhalb von 30 Tagen eine Million Euro verdient hat.

Erst eine kleine Einzahlung und schnell hohe Gewinne

Wenn dann mit dem Broker Kontakt aufgenommen wird, wird zunächst mit einer geringen Summe in Höhe von 250,00 Euro oder 500,00 Euro ein Handel gestartet. Teilweise behauptet dann betrügerische Onlinebroker, dass sie dem zu eröffnenden Handelskonto aus eigenen Mitteln ebenfalls 250,00 Euro oder 500,00 Euro dazu geben.

Dann können Kunden beobachten, wie innerhalb kürzester Zeit große Gewinne erwirtschaftet werden.

Falsche Testimonials

Teilweise wird auch mit falschen Testimonials gearbeitet.

Leider haben sehr viele Anleger diese Fake-Werbung geglaubt und Geld investiert.

Intensive Kommunikation mit dem Broker

Im Nachgang versuchen dann die Betrüger mit Hilfe von WhatsApp-Nachrichten, Telefonaten oder E-Mails weitere Investitionen zu erreichen. Es gibt viele Gespräche. Dabei arbeiten die betrügerischen Onlinebroker mit Callcenter, die häufig im Ausland angesiedelt sind.

Die jeweiligen Ansprechpartner sprechen deutsch und rufen mit einer deutschen Telefonnummer oder einer anderen europäischen Rufnummer an. Sie können davon ausgehen, dass all diese Telefonnummern falsch sind. Es gibt technische Möglichkeiten, bei einem Anruf eine Telefonnummer zu präsentieren, von der nicht der Anruf wirklich getätigt wird.

Nach unseren Erfahrungen gibt es verschiedene Support-Stufen beiden betrügerischen Onlinebrokern. Für die zunächst kleinen Beträge werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitgestellt, die ein erstes Vertrauen zu den Kunden herstellen sollen.

Für die dann einzuzahlenden größeren Beträgen werden dann neue Berater präsentiert, die angeblich über mehr Erfahrung und mehr Kompetenzen verfügen. Nach unserer Beobachtung ist insbesondere die Kompetenz, sehr gut auf die Kunden einzugehen und eine solche Vertrauensbasis zu schaffen, dass Zahlungen ohne Probleme geleistet werden.

Betroffene in allen Gesellschaftsschichten

Dabei beobachten wir, dass durch alle Gesellschaftsschichten hinweg Anleger betrogen und getäuscht werden. Offensichtlich ist der Reiz, kurzfristig Geld zu verdienen, so hoch, dass bestimmte Vorsichtsmaßnahmen unterlassen werden und Warnsignale übersehen werden.

Die Schwierigkeiten beginnen dann, wenn zum ersten Mal Auszahlungen gefordert werden. Ein Teil der betrügerischen Onlinebroker reagieren mit vollständigem Kontaktabbruch.

Teilweise werden verschiedene Ausreden erfunden, warum eine Auszahlung nicht möglich ist.

Vorsicht bei weiteren Steuerzahlungen an den Broker

Unseriöse Finanzplattformen fordern in einigen Fällen auch eine weitere Steuerzahlung in erheblicher Höhe, die Voraussetzung für eine Auszahlung sei. Dabei wird auf angebliche britische Steuergesetze verwiesen oder andere rechtliche Grundlagen werden zitiert.

Wir haben auch schon erlebt, dass gefälschte Papiere von Finanzaufsichtsbehörden vorgelegt wurden.

Der Trick mit Garantieerklärungen

Ein weiterer Trick, um Vertrauen bei den Kunden zu schaffen, ist die Übermittlung von „Garantieerklärungen“. Diese Garantien haben teilweise keine Unterschriften des Brokers, sondern nur der Kunden und sind faktisch wertlos.

Hier ist genau zu prüfen, ob aus diesen Garantien oder Garantieerklärungen irgendwelche Rechte letztendlich auch durchsetzbar sind. Auch die Präsentation von angeblichen Versicherungen, die zur Absicherung einer Investition abgeschlossen werden, ist häufig nur ein Fake, der keine wirkliche Absicherung für Anleger bedeutet.

Finanzprodukte verstehen

Unabhängig davon ist es aus unserer Sicht wichtig, dass Anleger und Interessierte vor einer Investition bei einem Onlinebroker genau verstehen, welche Handelsformen und Geschäfte dort abgewickelt werden.

Teilweise werden über die Finanzplattformen sehr riskante Finanzprodukte angeboten, die zwar hohe Gewinne in kürzester Zeit versprechen, aber auch zu Totalverlusten der investierten Gelder führen können.

Dazu gehört beispielsweise der Handel mit binären Optionen oder finanziellen Differenzkontrakten (CFDs) auf Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Kryptowährungen. All dies ist nur etwas für Finanzprofis und für „Laien“ nicht geeignet.

Wie bekomme ich mein Geld vom Broker zurück?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Broker unseriös ist oder Sie auf einen betrügerischen Onlinebroker hereingefallen sind, sollten Sie sich professionelle Hilfe holen. Auch hier lauern weitere Betrüger, die nach unserer Beobachtung mit betrügerischen Brokern zusammenarbeiten.

Nicht jede Hilfe ist serös

Mandanten berichten uns von Anrufen, die angeblich von Finanzaufsichtsbehörden oder Anwälten stammen, die investierte Gelder zurückholen wollen. Auch bieten verschiedene Firmen im Internet, häufig über bezahlte Google-Werbung, ihre Leistungen an und verweisen auf eine hohe Erfolgsquote und dass das Geld gerettet werden kann.

Es wird dann eine fünfprozentige oder zehnprozentige Provision auf die investierten Gelder verlangt. Sollten dann Gelder zurückfließen, werden weitere Provisionen fällig, sodass häufig eine Gesamterfolgsprovision in Höhe von 20 % oder 25 % vereinbart werden soll.

Das Provisionsmodell soll Vertrauen schaffen. Dabei ist aber zu bedenken, dass zunächst wieder eine Zahlung zu leisten ist.

Mandanten haben uns die Unterlagen vorgelegt, die solche Unternehmen versenden. Unabhängig von Übersetzungsproblemen handelt es sich um bloße Textbausteine, die nach unserer Einschätzung wenig Wert haben.

Geld zurück? Unsere Empfehlung sind spezialisierte Rechtsanwälte

Wir empfehlen Ihnen, sich einer in Deutschland ansässigen Anwaltskanzlei anzuvertrauen, die im Umgang mit betrügerischen Onlinebrokern vertraut ist. Anwaltskanzleien, die regelmäßig mit Anlagebetrug umgehen, wissen, welche Schritte notwendig sind, um investierte Gelder zurückzuholen.

Misstrauen bei „Erfolgsgarantien“

Wenn Ihnen allerdings eine Kanzlei eine „Erfolgsgarantie“ verspricht oder behauptet, Sie würden in fast allen Fällen Gelder zurückholen, sollten Sie misstrauisch werden.

Seriöse Anwaltskanzleien können solche Versprechungen nicht machen, da die Rückführung von Geldern von diversen Faktoren abhängt. Wenn beispielsweise die beteiligten Bankkonten gelöscht sind und die Zahlungsempfänger nicht mehr zu finden sind, können Rückforderungsansprüche auch nicht durchgesetzt werden.

Dann bleibt häufig nur die Frage, inwieweit die Verluste steuerlich geltend gemacht werden können. Dies ist im Rahmen der Beratung zu prüfen und zu erörtern.

Sie sehen, dass es viele Fallen gibt und dass auf die Frage „Broker zahlt nicht aus? Wie erhalte ich mein Geld zurück?“ keine einfache Antwort gegeben werden kann.

Sollten Sie Opfer eines betrügerischen Onlinebrokers geworden sein, können Sie gern per E-Mail oder Telefon mit uns Kontakt aufnehmen. Im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung prüfen wir, ob wir Ihnen helfen können und ob rechtliche Maßnahmen auch unter kaufmännischen Gesichtspunkten sinnvoll und erfolgversprechend sind.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht unter kanzlei@recht-freundlich.de oder auf Ihren Anruf unter 0511/473906-0.

Wir antworten schnell

Wir schaffen es zumeist, innerhalb weniger Stunden auf Ihre Anfrage zu reagieren, wenn diese während unserer Arbeitszeiten zwischen 09:00 bis 18:00 Uhr bei uns eingeht.

Außerhalb der Arbeitszeiten erhalten Sie spätestens am nächsten Werktag von uns eine Rückmeldung. Soweit am Wochenende Anfragen und Nachrichten bei uns eingehen, melden wir uns am darauffolgenden Montag bei Ihnen.

Uns ist wichtig, dass Sie schnell eine Rückmeldung erhalten, um notwendige rechtliche Maßnahmen kurzfristig zu ergreifen. Wir sind deutschlandweit tätig und unterstützen Betroffene, die auf unseriösen Finanzplattformen investiert haben oder einen Anlagebetrug erlitten haben.


2% unseres Gesamtumsatzes spenden wir an die Welthungerhilfe
 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

2 Kommentare zu “Anlagebetrug: Wie bekomme ich mein Geld zurück?
  • 26. Juli 2021 um 12:35 Uhr
    Faizel M. Arici says:

    Bei mir lief es ähnlich, erst unauffällig, dann fing es an, Sie müssen die Kaution von 1000 Dollar wieder auffüllen und viele Male für die Versicherung bezahlen, Verteidigung Fonds. Empfehlung 8500,00 USD. Der Haushaltsüberschuss beträgt 2200 USD. Durch die mehrfache Verknüpfung des Payeer-Zahlungssystems ging das Geld, wie es heißt, zum falschen Gateway. Ein Fehler ist aufgetreten. Gemeinsam haben sie immer mit mir bezahlt, sie haben gesagt, was sie wo schreiben sollen. Dann war es notwendig, ein anderes System zu bestätigen, da Payeer nicht mit ihnen arbeitete, aber es war im Büro. Der Payeer-Support hat mir geschrieben, dass Lot-Forex Betrüger sind, sie haben keine Vereinbarung mit ihnen. Ich habe erneut für das neue BTC-Zahlungssystem Binance bezahlt. Und ständig war es notwendig, mehrmals eine Versicherungspolice abschließen, weil sie technische Fehler haben. Bezahlen und nehmen Sie Ihr Geld und so weiter bis April. Ich habe aufgehört zu bezahlen, weil es kein Geld mehr gibt. Und ich kann meine nicht zurückgeben. Ich denke ungefähr 35000 – 45000 Tausend Euro. Natürlich gibt es viele Verluste durch den ständigen Wechsel von Euro zu Dollar, Bitcoins.
    Bitte um Kontaktaufnahme
    Faizel Mustafa Arici

    • 26. Juli 2021 um 14:19 Uhr

      Guten Tag Herr Arici,

      Sie erhalten eine Mail von mir.

      Mit freundlichen Grüßen
      Rechtsanwalt Thomas Feil

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