Mahnungen an ehemalige Postbank-Kunden: Betrug?

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Ehemalige Postbank-Kunden bekommen auch viele Jahre, nachdem sie ihr Konto aufgelöst haben, Schreiben und Mahnungen von Inkassounternehmen und Rechtsanwälten. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass Forderungen der Postbank an ihre ehemaligen Kunden beispielsweise von Rechtsanwalt Heyl aufgekauft worden seien. Sind die Mahnungen Betrug?

Die Praxis, offene Forderungen an Dritte zu verkaufen, ist durchaus üblich, für Betroffene allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Im Internet und in Presseberichten wird auf Fälle verwiesen, in denen nach 20 Jahren „alte Forderungen“ geltend gemacht werden. Wenn beispielsweise das Konto bei der Kontoschließung sich im Minus befand, werden nunmehr die ausstehenden Forderungen und zusätzlich Zinsen und Anwaltsgebühren geltend gemacht. Teilweise soll es sich auch um titulierte Forderungen handeln, die häufig durch einen Vollstreckungsbescheid gerichtlich festgestellt worden sein sollen. Hier ist zu prüfen, ob zum einen eine ordnungsgemäße Zustellung solcher gerichtlicher Titel, beispielsweise eines Vollstreckungsbescheids erfolgt ist. Nur dann kann aus solchen Titeln vorgegangen werden und auch nur dann können Zwangsvollstreckungsmaßnahmen mit dem Titel eingeleitet werden.

Viele Betroffene zahlen aus Furcht vor Konsequenzen die geforderten Beträge. Hier empfehlen die Verbraucherzentralen, genau hinzuschauen. Teilweise sind die ausgewerteten Forderungen willkürlich und in der Höhe unverhältnismäßig, so stellt unter anderem die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Presseberichten fest.

Dagegen sehen die Inkassobüros und auch Rechtsanwalt Heyl die rechtliche Situation anders. Von den Inkassobüros und Rechtsanwalt Heyl wird darauf hingewiesen, dass die Forderungen beispielsweise aus Ratenkrediten oder die Inanspruchnahme von Girokonten herrühren und es einen umfangreichen Mahnprozess gegeben habe, bevor die Übergabe an einen Inkassodienstleister erfolgt.

Ein wichtiges Thema bei all diesen Altforderungen die Frage, ob mittlerweile eine Verjährung eingetragen ist. Auch dies ist im Einzelnen rechtlich zu prüfen.

Wir empfehlen Betroffenen, sich vor einer Zahlung anwaltlich beraten zu lassen und im Einzelnen zu prüfen, ob wirklich die geltend gemachten Forderungen im vollen Umfang berechtigt sind.

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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