Der Energieausweis

Seit bald einem Jahr gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014). Inserate für Wohnungen und Häuser müssen seitdem bestimmte Angaben in einem Energieausweis zusammenfassen. Spätestens bei der Besichtigung muss der Ausweis den Interessenten vorgelegt werden. Wer diese Regeln missachtet, riskiert ab 1. Mai 2015 bis zu 15.000 Euro Bußgeld. Denn dann läuft die Übergangsfrist für den Energieausweis endgültig ab.

In Inseraten für Wohnimmobilien muss die Energieeffizienz der jeweiligen Immobilie angegeben werden. Spätestens bei der Besichtigung muss der Eigentümer oder Makler dem Interessenten den Energieausweis zeigen. Wichtig für Vermieter und Verkäufer ist, dass bestimmte Angaben aus dem Energieausweis in kommerziellen Immobilieninseraten aufgeführt werden müssen.

Energieausweis

  • EU-Recht

Grundlage für die seit einem Jahr geltenden schärferen Informationspflichten am Immobilienmarkt ist die EU-Gebäuderichtlinie 201/31/EU. Sie wurde in Deutschland mit dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) in nationales Recht umgesetzt. Die geänderten Regelungen der EnEV traten im Mai 2014 in Kraft.

  • Energieeinsparung

Mit der neuen Energieeinsparungsverordnung wurde die Bedeutung des Energieausweises gestärkt. Nach Vorstellungen des EU-Gesetzgebers soll er potenziellen Käufern und Mietern Informationen über die Energieeffizienz eines Gebäudes sowie praktische Hinweise zu deren Verbesserung liefern.

  • Klimaschutz

Die Daten im Energieausweis und ein effektives behördliches Kontrollsystem sollen langfristig für Transparenz bei der Energieeffizienz in den EU-Ländern sorgen. Der Energieausweis gilt zudem als wichtiges Instrument in der Energiewende und im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, das auf die deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden hinzielt.

Dabei geht es um die Art des Energieausweises (handelt es sich um einen Energiebedarfsausweis oder einen Energieverbrauchsausweis), die Höhe des Energiebedarfs oder Energieverbrauchs sowie Angaben zu den Energieträgern, mit denen geheizt wird. Auch Angaben zum Baujahr der Immobilie müssen gemacht werden. Angaben zu der Energieeffizienzklasse des Hauses müssen darüber hinaus nur aufgeführt werden, wenn der Energieausweis nach Inkrafttreten der EnEV-Novelle am 1. Mai 2014 ausgestellt wurde.

Existiert zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung noch kein gültiger Energieausweis, müssen die Pflichtangaben nicht gemacht werden. Es wird in diesem Fall empfohlen, in der Anzeige zu vermerken, dass der Energieausweis in Vorbereitung ist.

Spätestens beim Besichtigungstermin müssen Verkäufer und Vermieter den Energieausweis den Interessenten – auch unaufgefordert – vorlegen. Wird im Anschluss ein Kauf- oder Mietvertrag abgeschlossen, muss dem Mieter oder Käufer der Ausweis oder eine Kopie davon ausgehändigt werden.

Halten sich Verkäufer und Vermieter nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann das ein Bußgeld nach sich ziehen. Es sollen stichprobenartig Kontrollen stattfinden.

Die Energieausweise ausstellen können Architekten, Bautechniker, Ingenieure oder ausgebildete Energieberater – aber auch Elektrotechniker, Maschinenbauer oder Schornsteinfeger, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können. Eigentümer, die noch keinen Energieausweise haben, können sich daher an Architekten-, Ingenieur- und Handwerkskammern wenden und nach einem qualifizierten Aussteller fragen. Informationen gibt es bei Architekten, Handwerkskammern, Verbraucherzentralen oder der Deutschen Energie-Agentur (dena).

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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