Besuch beim Anwalt

Auseinandersetzungen mit Kunden über Zahlungen und Mängel gehören zu den unangenehmen Erfahrungen eines Betriebsinhabers. Auf der einen Seite möchte man den Kunden nicht verärgern, auf der anderen Seite soll für eine fehlerfreie Dienstleistung oder ein fehlerfreies Produkt auch der vereinbarte Preis gezahlt werden. Wenn eine gütliche Einigung mit dem Kunden nicht möglich ist, so steht der Betriebsinhaber vor der Frage, wie er seine Ansprüche durchsetzen will.  

Falsch ist es an dieser Stelle, die Angelegenheit auf die lange Bank zu schieben. Die Erfahrung lehrt: Je länger eine Forderung nicht durchgesetzt wird, je geringer wird die Bereitschaft des Kunden, die berechtigte Forderung zu bezahlen. In einem solchen Fall sollte sich der Betriebsinhaber rechtlichen Beistand beschaffen. Mit Hilfe eines Rechtsanwalts können erfolgreich Forderungen durchgesetzt werden. In dem nachfolgenden Beitrag werden Tipps und Hinweise gegeben, die den Umgang mit der Anwaltschaft erleichtern. 

Keine Angst vor dem

Noch heute scheut so mancher Betriebsinhaber den Gang zum Anwalt. Anwälte gelten als teuer. Dies führt häufig dazu, dass erst dann ein Anwalt eingeschaltet wird, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

 

Besser ist es, so früh wie möglich einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Frühe hilft, überflüssige Prozesse zu verhindern und unvermeidbare Prozesse zu gewinnen.

 

Das erste Gespräch

Sie sollten Ihren Anwalt als Dienstleister und unabhängigen Berater betrachten. Er soll Sie vor Fehlentscheidungen und Übervorteilungen schützen. Der Rechtsanwalt und seine Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit gegenüber jedermann verpflichtet. Alle Einzelheiten, die Sie mit ihrem Anwalt besprechen, dringen nicht nach außen. Sollte Ihr Rechtsanwalt einen möglichen Prozessgegner vertreten, so muss er Sie unverzüglich darauf hinweisen und die Übernahme Ihres Mandats ablehnen.

 

Als Vorbereitung für das erste Gespräch stellen Sie alle wesentlichen Unterlagen zusammen, die mit der Angelegenheit in Verbindung stehen. Üblicherweise gehören dazu der gesamte Schriftverkehr und die geschlossenen Verträge. Zusätzlich sollten Sie sich Stichworte notieren, die die wesentlichen Fakten enthalten. Darüber hinaus besorgen Sie bitte alle verfügbaren Informationen über den Kunden, gegenüber dem der Anspruch geltend gemacht werden soll. Insbesondere wenn es um die Eintreibung von Außenständen geht, sind Informationen über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Kunden von großer Bedeutung.

 

Was kann ihr Anwalt unternehmen?

Bevor Ihr Anwalt nach außen auftritt, wird er mit Ihnen die jeweiligen Erfolgsaussichten erörtern. Dazu ist zunächst eine Durchsicht und Überprüfung der schriftlichen Unterlagen erforderlich. Auf Grundlage der bestehenden Erfolgsaussichten wird der Rechtsanwalt mit Ihnen die weitere Vorgehensweise besprechen und die nächsten Schritte einleiten. Häufig wird zunächst der Kunde außergerichtlich angeschrieben und gegebenenfalls zur Zahlung aufgefordert. Dies bietet die Möglichkeit, eine gütliche Einigung ohne Einschaltung eines Gerichtes zu erreichen.

 

Nachforderungsmanagement

Wenn für Kunden langfristige Aufträge und Projekte abgewickelt werden, so sind oft Nachträge und Ergänzungen erforderlich. Streit entsteht in vielen Fällen dann, wenn Kosten für zusätzliche Leistungen über die ursprüngliche Angebotssumme hinaus entstehen und geltend gemacht werden. In solchen Fällen empfiehlt sich das so genannte Nachforderungsmanagement. Ziel ist es, außergerichtlich eine Einigung mit dem Kunden herbeizuführen und so berechtigte Ansprüche durchzusetzen und zu sichern. Das Nachforderungsmanagement gliedert sich in folgende Arbeitsschritte:

 

  1. 1.         Die beim Auftragnehmer vorhandenen Unterlagen werden gesichtet und geordnet.
  2. 2.         Die vertraglichen Verpflichtungen werden im Einzelnen festgestellt.
  3. 3.         Die rechtliche Situation wird bewertet und gegenüber dem Auftraggeber dargestellt.
  4. 4.         In Verhandlungen mit dem Auftraggeber werden auf Basis der vorhandenen Unterlagen und deren rechtlicher Bewertung die Forderungen durchgesetzt.

 

Wenn eine gütliche Einigung nicht möglich ist, so muss die Forderung gerichtlich durchgesetzt werden. Auch hier gilt:

 

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

 

Sowohl bei einer außergerichtlichen Einigung als auch bei einer gerichtlichen Durchsetzung der Ansprüche ist es notwendig, dass die Rechtslage realistisch eingeschätzt wird. Vorsicht ist bei Rechtsanwälten geboten, die behaupten, der Anspruch sei 100%-ig gerichtlich durchsetzbar. Kein Anwalt kann Ihnen die Garantie geben, dass ein gerichtliches Verfahren zu Ihren Gunsten ausgeht.

 

Im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens gibt es zu viele Unsicherheitsfaktoren, die ein für Sie negatives Ergebnis bewirken können. Fragen Sie Ihren Rechtsanwalt nach den Risiken.

 

Kosten des Rechtsanwalts

Sollten wiederholt gerichtliche Verfahren notwendig sein, so ist zu überlegen, ob für Sie der Abschluss einer betrieblichen Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist.

 

Sofern eine solche Rechtsschutzversicherung noch nicht vorhanden ist oder im Einzelfall nicht eintritt, sollten Sie den Rechtsanwalt bereits im ersten Gespräch auf die Kosten ansprechen. Der Anwalt kann sehr genau sagen, welche Kosten für die Beratung, eine außergerichtliche Durchsetzung Ihrer Forderung oder für einen Prozess anfallen. Die Kosten sind ein wichtiges betriebswirtschaftliches Entscheidungskriterium für die weiteren Schritte, die Sie unternehmen wollen.

 

Grundsätzlich hat der Rechtsanwalt sich nach dem seit 01.07.2004 geltenden Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) zu richten. Dabei bestimmt vor allen Dingen der Wert, den die betreffende Angelegenheit hat, die entstehenden Gebühren. Je höher der so genannte Streitwert ist, desto höher sind auch die Anwaltsgebühren.

 

Darüber hinaus hat der Rechtsanwalt die Möglichkeit, mit Ihnen eine Stundenhonorarvereinbarung abzuschließen. Das bedeutet, dass in Abweichung von dem RVG nur der tatsächliche zeitliche Aufwand des Anwalts entlohnt wird. In diesem Fall spielt der Wert der Angelegenheit keine Rolle. Der Abschluss einer Stundenhonorarvereinbarung empfiehlt sich vor allen Dingen bei unsicherer Rechtslage oder bei sehr hohen Streitwerten. Es besteht so für Sie die Möglichkeit, die Kosten für die anwaltliche Beratung und Beauftragung möglichst gering zu halten.

 

 
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Rechtsanwalt Thomas Feil in den Medien

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