Abzocke mit angeblichen Branchenbucheinträgen

Immer wieder wenden sich Mandanten an uns, da sie von National Inkasso oder einer dubiosen Firma ein Forderungsschreiben erhalten haben. Angeblich sollen sie mit einem Ihnen unbekannten Unternehmen einen Vertrag über eine Eintragung in ein Branchenbuch oder ähnliches geschlossen haben.

Die meisten Mandanten hören mit dem Schreiben von National Inkasso davon zum ersten Mal.

Welche dubiosen Unternehmen sind uns bisher bekannt?

·     BVO Branchenbuchverzeichnis S.L.

·     Vogel Medien

·     Regionaler Medien Verlag

·     Europäisches Zentralregister

·     GWE

Wieso wenden sich die Unternehmen überhaupt an mich?

Jeder Mandant, der sich an uns wendet, ist sich sicher, keinen Vertrag mit dem vermeintlichen Vertragspartner geschlossen zu haben.

Allerdings erinnert sich fast jeder Mandant an einen Anruf von einem Unternehmen, bei welchem er erst an den seriösen regionalen Branchenbuchanbieter, etc. gedacht hat. Andere Mandanten erinnern sich an die Zusendung eines Formulars, in dem lediglich die Firmendaten auf die Richtigkeit hin überprüft werden sollten. Die Aufmachung des Schreibens ließ hier auch keinen negativen Verdacht zu.

Und genau dabei – sowohl beim Telefonat, als auch beim Formular – ist die Falle der Betrüger zugeschnappt, indem sie ein seriöses Unternehmen vorgetäuscht haben. Die Betrüger wenden sich zudem bevorzugt an Unternehmen, da diesen kein Widerrufsrecht zusteht. Die Betrüger setzen darauf, dass dies auch dem Unternehmer bekannt ist und er deswegen auf die Forderung eingehen wird.

Wie gelingt der Betrug?

Formular

Die Formulare sind größtenteils alle gleich aufgebaut.

Bereits durch die Aufmachung des Schreibens soll ein seriöses Unternehmen vorgetäuscht werden. So enthält das Schreiben hin und wieder ein Landeswappen oder wird zumeist auf dem allseits bekannten „Öko-Papier“ gedruckt, welches Behörden bevorzugt verwenden. Bei der Auflistung der Firmendaten ist mit Sicherheit mindestens eine Angabe falsch, sodass das Betrugsopfer das Gefühl hat, dies berichtigen und das Formular zurückschicken zu müssen, damit nicht falsches gespeichert wird.

 Sollte Ihnen ein Formular zugesandt werden, erkennen Sie den Betrug zudem meist auch an folgenden Punkten:

  • Kleingedrucktes

In den Formularen der Betrüger macht das Kleingedruckte seinem Namen meist alle Ehre. Der Text mit dem Vertragsabschluss und dem Preis wird gern besonders klein gedruckt, damit der Adressat keine Lust hat, diesen Text genauer zu entziffern und überhaupt zu lesen.

  • Preis

Meist versteckt sich der Preis mit im Kleingedruckten, so dass er hoffentlich vom Adressaten nicht gelesen wird. Ein weiterer Hinweis auf einen Betrug ist, dass der Preis oftmals auch nicht in Ziffern, sondern als Wort geschrieben wird. Sie können sich sicher sein. In einem seriösen Angebot ist der Preis immer deutlich zu erkennen und als Ziffer gedruckt! Lesen Sie daher auch das Kleingedruckte, um böse Überraschungen zu vermeiden.

  • Anruf

Viele Mandanten berichten uns, Anrufe erhalten zu haben, bei denen die Firmendaten auf ihre Richtigkeit hin abgefragt wurden.

Da sich die meisten Mandanten zu diesem Zeitpunkt nichts Böses dabei denken, bzw. von einem seriösen Unternehmen ausgehen, beantworten sie diese Fragen mit „Ja“. Hin und wieder kommt es auch vor, dass bei einem ersten Anruf ein weiterer Anruf angekündigt wird. Bei dem ersten Anruf wird das Betrugsopfer dann aufgefordert, dem zweiten Anruf zuzustimmen. Die meisten Mandanten antworten hier dann mit „Ich bin einverstanden“, da sie auch hier nichts Schlimmes vermuten.

Teilweise wird auch behauptet, dass sich ein bisher kostenloser Vertrag in einen kostenpflichtigen Vertrag umwandelt, sollte der erste Vertrag nicht gekündigt werden. Der erste Vertrag besteht natürlich überhaupt gar nicht. Allerdings ist der Angerufene meist so überrumpelt, dass er der Frage „Soll der Vertrag gekündigt werden“ mit „Ja“ beantwortet. Aus dem Telefonat wird dann durch eine illegale digitale Veränderung eine Version zusammengeschnitten, die sich nach einem wirksamen Vertragsabschluss anhört.

Dieses angeblich geführte Telefonat kann sich das Betrugsopfer auch auf der Seite von National Inkasso anhören, was den Druck zur Zahlung weiterhin erhöhen soll.

Wie sollten Sie vorgehen?

Haben Sie ein Forderungsschreiben von einem dubiosen Unternehmen oder von National Inkasso erhalten, zahlen Sie auf keinen Fall die geforderte Summe!

Auch, wenn Sie sich sicher sind, dass die Forderung nicht rechtens ist, ignorieren Sie die Schreiben der Firmen oder die Schreiben von National Inkasso nicht. Spätestens wenn Ihnen ein Mahnbescheid zugestellt werden sollte, sollten Sie hierauf reagieren und Widerspruch erheben. Beachten Sie in jedem Fall die 2-Wochen-Frist!

Sie selbst können sowohl dem dubiosen Unternehmen selbst, als auch National Inkasso mitteilen, dass Sie keinen Vertrag abgeschlossen haben. Meistens hören hiermit die Schreiben der Firmen und von National Inkasso allerdings nicht auf. In der Regel wirkt erst ein Schreiben eines Rechtsanwalts. Gerne helfen wir Ihnen bei einer solchen Angelegenheit weiter, da es verschiedenste Ansatzpunkte gibt, warum kein Vertrag zustande gekommen ist, obwohl die Gegenseite vermeintliche „Beweise“ dafür hat. Welche Ansatzpunkte bei dem konkreten Fall vorgetragen werden können, ist im Einzelfall zu prüfen.

 
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 1 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5
Loading...
Schreibe einen Kommentar
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

*
*