VSW erreicht Verbot! Bier ist nicht bekömmlich.

Der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) mahnt immer wieder verschiedene Unternehmen ab, wenn nach Auffassung des Verbandes Sozialer Wettbewerb unberechtigterweise mit gesundheitsbezogenen Aussagen geworben wird. Üblicherweise treffen solche wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen Ärzte, Therapeuten oder andere Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen. Aktuell wird aber über eine Entscheidung des Landgerichts Ravensburg berichtet, in der es um gesundheitsbezogene Angaben zum Bier ging. Eine Brauerei hatte damit geworben, dass das Bier „bekömmlich“ sei. Die Brauerei Härle aus Baden-Württemberg bewarb einige Biersorten mit dieser Bezeichnung. Dies war dem Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) offensichtlich ein Dorn im Auge. Mit der Bewerbung werde dem Konsumenten suggeriert, dass das Bier für den Körper verträglich sei und auch noch eine gesundheitsfördernde Wirkung habe. So werde nach Auffassung des Verbandes verschwiegen, welche Gefahren das Trinken von Alkohol hat. 

Das Landgericht Ravensburg stellt deutlich fest, dass gesundheitsbezogene Aussagen zum Alkohol und auch zu Biersorten nicht gestattet sind. Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte zunächst eine einstweilige Verfügung beantragt, mit der die Werbung untersagt worden war. Am 23.08.2015 bestätigte das Gericht seine Entscheidung. Die Brauerei Härle darf nunmehr nicht mit dem Begriff „bekömmlich“ werben. 

Interessant ist dabei auch manche Verknüpfung der Beteiligten. Die Brauerei wurde von Rechtsanwalt Roland Demleitner vertreten. In Presseveröffentlichungen wies der Anwalt der Brauerei darauf hin, dass man die Urteilsbegründung prüfen werde und zu entscheiden sei, ob eine Berufung eingelegt wird. Rechtsanwalt Demleitner vertritt nach unserer Kenntnis in mehreren Verfahren die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und scheint also sowohl mit Blick auf die Umwelt als auch in Kontakt zu den Brauereien gut vernetzt zu sein. Rechtsanwalt Demleitner ist darüber hinaus Geschäftsführer des Verbandes der privaten Brauereien in Deutschland. Die Erklärung, dass die Brauerei Härle mit dem Begriff „bekömmlich“ lediglich den Geschmack des Bieres bewerben wollte, erscheint dann bei näherem Hinsehen eher eine schwache Argumentation. Die Argumentation des Verbandes VSW erscheint dagegen plausibler. Wir dürfen nicht mit gesundheitlichen Vorteilen beworben werden, insbesondere da Alkoholkonsum eine Vielzahl von Gesundheitsrisiken nach sich zieht. 

Es bleibt spannend, ob die Brauerei Härle in den weiteren rechtlichen „Kampf“ mit dem Berliner Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) gehen mag. 

Zwar mag nach wie vor Bier für viele ein Genuss sein, ob es bekömmlich ist, mögen die Richter am Landgericht Ravensburg nicht unterstreichen.

 

 
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