Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Bundesregierung aufgefordert, zügig die Verbunddatei Rechts für rechtsextreme Gewalttäter zu verabschieden. „Eine solche Datei wird es erheblich erleichtern, in der rechtsextremen Szene zu ermitteln”, sagte der GdP-Chef Bernhard Witthaut. Die Teilhabe an den Erkenntnissen anderer Sicherheitsbehörden verbreitern nach Ansicht Witthauts die Informationslage der Polizei, ohne dass das bewährte Trennungsgebot zwischen Polizei und Nachrichtendiensten angetastet werde. Mit der von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) initiierten Datei reagiert die Bundesregierung auf die Mordserie der Thüringer Neonazi-Gruppe. Einfließen sollen Informationen der Polizeibehörden, Verfassungsschutzämter aus Bund und Ländern sowie des Militärischen Abschirmdienstes (MAD).
Allerdings müsse die Praxistauglichkeit der Verbunddatei Rechts nach Meinung des GdP-Chefs regelmäßig überprüft werden. Witthaut verwies darauf, dass die zügig voranschreitende Abstimmung bei der gemeinsamen Verbunddatei sich das CSU geführte Innenministerium und das Justizressort von FDP-Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger offenbar auch ohne parteitaktische Stellungskämpfe einigen konnten.
Witthaut sprach sich zudem dafür aus, die offenen Fragen bei der Vorratsdatenspeicherung zu klären. „Die Sichtung gespeicherter Telekommunikationsdaten ermöglicht der Polizei ein Kontaktlagebild mutmaßlicher Schwerverbrecher und Terroristen zu erstellen. Ohne diese Daten wird es den Ermittlern unnötig erschwert, Unterstützer, Netzwerke und Strukturen zu erkennen und daraus wertvolle Ermittlungsansätze zu entnehmen“. Witthaut warf Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vor, dass sie “durch ihr Blockadeverhalten“ unverantwortlich handele.
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